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Ostern und Frühling - Lied GL 219

Die ganze Welt, Herr Jesu Christ GL 219

T: Friedrich Spee 1623
M: Köln 1623

Gerade in unserer von einer großen Blütenpracht erfüllten Landschaft wird das Osterlied :“Die ganze Welt, Herr Jesu Christ ob deiner Urständ fröhlich ist“ besonders gern gesungen. Die aufblühende Landschaft ist Bild und Gleichnis für das neue Leben, das der Auferstandene den an ihn Glaubenden schenkt.

Text des Liedes:

1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ
Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist.
Halleluja, Halleluja.

2. Des Himmels Heer im Himmel singt,
Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt.
Halleluja, Halleluja.

3. Jetzt grünet, was nur grünen kann,
Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an.
Halleluja, Halleluja.

4. Es singen jetzt die Vögel all,
Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall.
Halleluja, Halleluja.

5. Der Sonnenschein jetzt kommt herein,
Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein'neuen Schein.
Halleluja, Halleluja.

6. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ,
Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist.
Halleluja, Halleluja.

Dieser in seinem Spielen mit klingenden Wörtern typisch barocke, poe tisch hervorragende Text stammt von einem der bedeutendsten Barockdich ter, dem Jesuiten Friedrich Spee. Die Melodie taucht gleichzeitig mit dem Lied auf. Wer sie verfasst haben könnte, darüber bestehen nicht einmal Vermutun gen.

Zum Text:

Jubelnde Freude, die sich unerschöpflich im Halleluja artikuliert, ist der Grundton aller Osterlieder. Die Ursache dieser Freude wird in dem einen lapidaren Satz ausgesprochen: Christ ist erstanden. Wenn wir die Osterlieder überschauen, finden wir in ihnen eine Gruppe, die das Ostergeschehen erzählt (z.B. Gelobt sei Gott im höchsten Thron), eine, die es theologisch deutet (Erschienen ist der herrlich Tag), und eine, die vor allem die Freude über die Auferstehung Christi verkündet. Unter diesen Liedern fällt die vorliegende Dichtung des Jesuiten Friedrich Spee (1591‑1635) besonders auf durch die Einbeziehung der ganzen Schöpfung in den Osterjubel.

Sicher, man könnte vordergründig sagen, für den deutschen Raum gehören Frühling und Ostern zusammen. Die Osterbotschaft und die Botschaft der zu neuem Leben erwachenden Natur fällt zeitlich zusammen, und si cher erhöht die Freude über die Auferstehung die Freude an der aufblü henden Natur und umgekehrt. Aber das Lied Friedrich Spees will mehr sein als nur österliche Naturseligkeit. Die Auferstehung ist der Grund allen Lebens; in der Auferstehung Christi wird auch die Kreatur, die "seufzt und in Wehen liegt" (Röm 8,2), wiederhergestellt und zu ihrem Urzustand er löst werden. ‑ "In deiner Auferstehung, o Christus, erfreuen sich Himmel und Erde", so singt das Responsorium in der Osterlaudes: und diese Gedanken wollte Friedrich Spee aussingen ‑ aussingen in einer Zeit, da Krieg, Seuchen, Hexenwahn über die deutsche Landschaft fegten und nir gends ein Grund zur Freude war.

Aber er kann sich in den Strophen dieses Liedes nicht genug tun vor Freude. In der 1. und 2. Strophe klingt es groß an: Die ganze Welt, Himmel und Erde mit ihren Bewohnern singen und klingen in der Auferstehung Christi. Dann spürt er in den Str. 3‑5 liebevoll dem einzelnen Ausströmen dieser Freude nach: Gras und Bäume, Vögel und Sonnenschein. Hier, in Str. 5, stößt er ganz deutlich auf den Grund: es ist nicht einfach die Früh lingssonne, die da hereingeht; sie bringt einen neuen Schein, den Glanz der Auferstehung über alle Kreatur. Unwillkürlich denkt man an den überirdischen Glanz der Auferstehungssonne im Bild des Matthias Grünewald.

(Quelle: Werkbuch zum Gotteslob II)

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