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50 Jahre Pfarrei Poxdorf

– ehemalige Ministranten Gäste des Pfarrgemeinderats

Was ist „Brovel“?

50 Jahre Ministranten Poxdorf
50 Jahre Ministranten Poxdorf
Viele ehemalige Ministranten kamen in Begleitung mit der jetzt aktiven Ministrantenschar zum Pfarrgottesdienst mit der Jugendband. Pfarrer Löhr dankte den aktiven und passiven Messdienern und –dienerinnen für ihren zuverlässigen Einsatz als „Vorbeter“ beim Gottesdienst und er drückte seine Hoffnung aus, dass die Ministranten nicht zu bald in Pension gehen. Denn es sei ein schönes Zeichen, wenn auch Große am Altar stehen und die Leute sagen können: der Kleine am Altar war der Pfarrer.

Beim anschließenden Empfang im Hof des Pfarrheims machten Erinnerungen an fromme und weniger fromme Ereignisse die Runde. Es gab früher öfters Kopfnüsse oder Ohrfeigen. Einhellige Meinung: Streng ging es zu, aber geschadet hat es nicht.

 

50 Jahre Ministranten Poxdorf
50 Jahre Ministranten Poxdorf
Interessant waren die Erlebnisse unmittelbar nach dem Krieg mit den Amerikanern. Neben Kaugummi konnten die „Lausbuben Gottes“ auch Pulver von Schreckschussmunition ergattern. Es wären keine Buben gewesen, wenn sie dieses nicht erprobt hätten – natürlich im Weihrauchfass und das noch während des Gottesdienstes. Selbst die frömmste Seele hat während der Messe die zischende Stichflamme bemerkt. Gott Lob – es ist nichts passiert. Doch! Die Übeltäter wurden unehrenhaft aus dem Dienst entlassen und nach einem Monat wieder eingestellt, weil man sie doch brauchte.

Das Stichwort Flamme erinnerte den nächsten Ehemaligen an die alte Sakristei, in der ein Heizstrahler stand. Die Priestergewänder lagen jeden Morgen fein säuberlich auf der Anrichte, bevor der Pfarrer zur Messe kam. Besagter Ministrant drehte den Heizstrahler nur etwas zur Seite – natürlich ohne Absicht und wenig später roch es nicht nach Weihrauch, sondern nach versengtem Stoff. Das Messgewand war an einer Seite angebrannt. Was tun, um keine Ohrfeige zu bekommen? Geschickt schob der Ministrant die schadhafte Stelle nach unten und verdeckte sie - und der Pfarrer merkte nichts – erst Tage später sah er den Schaden. Ob damals der Übeltäter den „verdienten“ Lohn bekam, ist nicht überliefert.

50 Jahre Ministranten Poxdorf
50 Jahre Ministranten Poxdorf
Wer beim Holen des Messweins aus dem Pfarrhaus die Sorte und den Jahrgang des Weins aus dem Kännchen einmal probierte und gesehen wurde oder die Kerzenfackeln mit der eingebauten Stahlfeder zum Katapultieren umfunktionierte, wurde zur Strafe zum Polieren der Kerzenleuchter verdonnert.

Begehrt war übrigens der Ministrantendienst in Hagenau in der Kapelle des damaligen Hilfskrankenhauses. Denn nach dem Dienst durfte man mit dem Pfarrer im Auto in ein Cafe nach Baiersdorf oder Forchheim fahren. Dort spendierte der Pfarrer seinem „Personal“ ein Stück Torte – damals eine erlesene, unvergessliche Köstlichkeit.

Ja, aber was ist denn nun „Brovel“?

Die damaligen Ministranten rätselten lange Zeit, was das für rätselhaftes Zeug sei. Fragen wagten Sie den gestrengen Pfarrer nicht. Zur Erklärung muss vorausgeschickt werden, dass der damalige Poxdorfer Seelsorger Weltmeister im Schnellsprechen war. (Wenn es pressierte, dauerte die Messe knapp 15 Minuten.) Nun eines Tages ging der Pfarrer in den verdienten Ruhestand und die Ministranten meinten, sie würden zeitlebens nicht mehr erfahren, was „Brovel“ ist.

Als nun der neue Pfarrer bei seiner ersten Andacht das Allerheiligste aussetzte, sang er vor der Segnung: „Brot vom Himmel hast du ihnen gegeben.“ Und jetzt offenbarte sich das „Brovel“ als „Brot vom Himmel“. Seit jener Zeit kann jeder dankbar im Antwortgesang bestätigen: „Das alle Erquickung in sich birgt.“

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