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Brief des H. H. Erzbischof an Priester

DER ERZBISCH OF VON BA MBERG Bamberg, 23. April 2020

Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonischen Dienst, liebe pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, erneut muss ich Ihnen einen „vorläufigen Brief" schreiben, in dem ich weitere ankündige. Wir, das heißt, die bayerischen Bischöfe und Generalvikare sowie der Corona-Krisenstab in unserem Ordinariat Bamberg, sind ständig untereinander und mit der Bayerischen Staatsregierung in Gesprächen, um Abstimmungen und Entscheidungen bezüglich des kirchlichen Lebens zu erreichen. Wir alle sind unsicher und tastend. Öfter wechseln auch die Meinungen und Entscheidungen infolge von neuen Erkenntnissen und Mitteilungen der Wissenschaftler und der medizinischen Sachverständigen. Ich bitte daher um Verständnis und Geduld. Eine klare Entscheidung haben wir in Absprache mit den anderen bayerischen Diözesen aber getroffen: Firmungen finden in diesem Schuljahr, das heißt, bis Ende der Sommerferien, Mitte September 2020, nicht statt. Wir möchten es Ihnen überlassen, ob Sie die Firmung in den Herbst oder ins nächste Jahr verschieben, eventuell in Verbindung mit dem nächsten Firmjahrgang. Wir bitten Sie, Ihre Entscheidung gegebenenfalls schon jetzt mit Angabe des neuen Wunschtermins an den Erzbischöflichen Sekretär, Herrn Dieter Mahr, mitzuteilen. Dabei sollten Sie auch Termine an den Werktagen und Abenden überlegen. Wie immer Sie entscheiden, in diesem Jahr wird nur eine Firmung in einer einfachen Form möglich sein, die aber eventuell den Sinn des Sakramentes tiefer zur Geltung bringen kann. Ob Bittgänge, Wallfahrten und andere Gottesdienste im Freien möglich sein werden, wird mit der bayerischen Landesregierung in der kommenden Woche entschieden werden. Sobald uns die Ergebnisse mitgeteilt sind, erhalten Sie einen weiteren Brief von mir. Schon jetzt ist sicher, dass alle gottesdienstlichen Feiern im Freien nur in kleinen Gruppen bis 50 Personen und in „einfacher Form" mit entsprechenden Regeln möglich sein werden. Die bisherigen restriktiven Regelungen für die Gottesdienste gelten bis einschließlich Sonntag, 3. Mai 2020. Über Änderungen im Sinne von Erleichterungen ab dem 4. Mai 2020 finden in diesen Tagen intensive Gespräche zwischen den bayerischen Diözesen sowie mit der Bayerischen Staatsregierung statt, wobei uns das Katholische Büro in München vertritt. Das Kommissariat der deutschen Bischöfe in Berlin unterhält die Kontakte mit der Bundesregierung. Auch die Evangelische Kirche sowie andere Religionsgemeinschaften sind an allen Gesprächen beteiligt. Es wird dabei der Grundsatz vertreten, dass sich die Kirchen an die staatlich verordneten Auflagen halten, aber auch die Freiheiten für sich beanspruchen, die anderen Bereichen der Gesellschaft gewährt werden. OBERE KAR OLINENSTRASSE 5 • D-96049 BAMBERG • TEL. 0951/502-1203 Ein Vorschlag zur Regelung bei Gottesdiensten, der mit den bayerischen Bischöfen und der evangelischen Seite abgestimmt ist, wurde gestern vom Katholischen Büro in München mit der Bayerischen Staatskanzlei und dem Innenministerium besprochen. Auf jeden Fall, so war die Auskunft der Staatskanzlei vom Dienstag dieser Woche, wird das bayerische Kabinett erst am Dienstag, den 28. April 2020, zusammentreten und über den Vorschlag entscheiden. Möglicherweise wird eine Freigabe und Veröffentlichung von neuen Regelungen erst am Donnerstag, den 30. April 2020, erfolgen, weil an diesem Tag eine Konferenz aller deutschen Ministerpräsidenten stattfindet. Das bedeutet, dass die bayerischen Diözesen wahrscheinlich erst am Donnerstag nächster Woche die Pfarreien verbindlich über eine neue Vorgehensweise informieren können. Da diese frühestens ab Montag, dem 4. Mai 2020, gelten wird, ist der erste Sonntag, an dem die neuen Bestimmungen umgesetzt werden können bzw. müssen, der 10. Mai 2020. Zum Inhalt der zu erwartenden neuen Gottesdienst-Regelungen ab Montag, dem 4. Mai 2020, lässt sich derzeit nur sagen, dass es weiterhin klare Auflagen geben wird, die bestimmte organisatorische Maßnahmen und Rücksichten vor Ort verlangen — sowohl von den liturgischen Diensten als auch von den teilnehmenden Gläubigen. Mit Sicherheit wird weiterhin die 1,5-MeterAbstandsregelung gelten, so dass die Zahl der Personen je nach Raumgröße begrenzt ist und in den Kirchen nach dieser Vorgabe die Plätze für die Gläubigen gekennzeichnet werden müssen. Ebenso ist zu erwarten, dass haupt- und ehrenamtliche Personen, zum Beispiel als Türdienst, eingesetzt werden müssen, die vor, während und nach der Gottesdienstzeit helfen, die entsprechenden Regelungen umzusetzen. Die Corona-Zeit ist sehr herausfordernd und belastend. Viele von Ihnen entdecken aber auch neue Talente in sich und entwickeln mit den Pfarrbüros und technisch versierten Ehrenamtlichen neue Methoden der Seelsorge. Große Anerkennung und Vergelt's Gott dafür! Lasst uns alle Möglichkeiten ausschöpfen und unseren Auftrag in der Seelsorge erfüllen, die Leib und Seele vor Schaden bewahrt und zur Fülle des Lebens führt. Mit meinem Standardspruch „Bleiben Sie gesund und hoffnungsvoll!" grüße ich Sie und alle, die mit Ihnen zusammenarbeiten und sich in den Gemeinden einsetzen.

Ihr Dr. Ludwig Schick Erzbischof von Bamberg 

Datum: 23.04.2020
Rosmarie Neidhardt
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