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„Mica Salis“ aus Eggolsheim und „Reaching Heaven“ aus Nürnberg überzeugen Jury und Publikum auf Burg
Zwei Sieger beim ersten NGL-Wettbewerb

„Mica Salis“ und „Reaching Heaven“ sind die großen Sieger des ersten Band- und Chorwettbewerbs der Werkstatt Neues Geistliches Lied (NGL) in der Erzdiözese. Gewinner war aber vor allem das NGL, hatten sich doch 48 Chöre und Bands beteiligt und hunderte Zuschauer den Weg zu den Vorausscheidungen und zum Finale auf Burg Feuerstein gefunden.

Sechs Gruppen hatten sich für die Endausscheidung qualifiziert und präsentierten in der Oberkirche der Burg jeweils eine halbe Stunde lang ihre Form von neuer geistlicher Musik zwischen Gospel, Pop und Rock. Gemeinsam war ihnen allen, dass es sich nicht um professionelle Bands, sondern um Hobbymusiker handelte. Wobei die Darbietung durchaus das Prädikat „absolut professionell“ verdient hatte.

Die nicht sehr dankbare Aufgabe, das Konzert zu eröffnen, fiel „Chorissima“ aus Gundelsheim zu. Die rund 50 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Thomas Wolf meisterten ihre Aufgabe aber mit Bravour. Mit klassischen Spirituals und modern arrangierten Gospels brach der jüngste Chor – er besteht erst seit zwei Jahren, die Sänger sind im Schnitt kaum über 20 Jahre alt – das Eis zwischen Künstlern und den anfangs etwa 400 Zuhörern mühelos. Rockiger wurde es dann mit der Band „N'Church“ aus Kronach. E-Gitarre, Keyboard, Schlagzeug und Gesang brachten frischen Schwung in Klassiker der Kirchenmusik wie „Sing mit mir ein Halleluja“. Daneben präsentierte die seit acht Jahren bestehende Band eigene Kompositionen.

Seit 16 Jahren besteht schon die Gruppe „Jona“, entstanden in Lichtenfels, heute größtenteils in und um Bamberg beheimatet. Chor und Instrumentalbegleitung stellten in erster Linie eigene Stücke vor. Dass die Gruppe, die sich selbst hauptsächlich als eine „Gottesdienstband“ sieht, großen Wert auf Texte liegt, die sich in die Messfeier eingliedern und vom Glauben verkünden, war in ihrem Beitrag auf der Burg zu erkennen.

Mit Decken auf dem Boden

Wer dann geglaubt hatte, eine gut einstündige Umbaupause würde den Schwung aus dem Wettbewerbskonzert nehmen, hatte sich getäuscht. Noch weit mehr Fans als im ersten Teil konnten es kaum erwarten, wieder in die Kirche zu kommen. Viele mussten mit Decken auf dem Boden vorlieb nehmen, um überhaupt einen Platz zu finden. Der Nürnberger Gospelchor „Reaching Heaven“ legte gleich richtig los. Die 40 Sänger mit Solisten und Begleitband überzeugten mit perfekt einstudierten Gospels, ob a capella oder mit Begleitung, ob traditionell oder modern interpretiert. Chorleiter Michael Martin gelang es dabei, auch den großen Publikums-Backgroundchor einzubinden.

Zum Kochen brachte dann schließlich „Mica Salis“ die Oberkirche. Die Band aus der Pfarrei St. Martin in Eggolsheim hatte nicht nur eine sorgfältig einstudierte Choreografie, sondern auch einen großen Fanclub mitgebracht. Dieser sorgte mit Transparenten und Wunderkerzen für echte Popkonzert-Atmosphäre. „Alleine zu beten ist gut, zusammen zu beten ist besser, am besten ist es aber mit Musik“. Unter diesem Motto ist Mica Salis vor 17 Jahren entstanden. Im August werden sie ihr Motto auch in Köln befolgen, wo sie beim Weltjugendtag auftreten werden (das Heinrichsblatt berichtete).

Gemeinsam mit dem Publikum Musik zu machen haben sich auch „Kailas“ auf die Fahnen geschrieben. Die Musiker aus Ebermannstadt hatten auf dem Feuerstein quasi ein Heimspiel, trotzdem aber nicht so viele stimmgewaltige Unterstützer dabei wie ihre Vorgänger. Zum Mitsingen bewegen konnten sie die Gäste aber allemal.

Groß war die Spannung am Abend, als nach einem Gottesdienst, in dem die Messe „Wege ins Leben“ von Daniel Schmidt und Johannes Keßler uraufgeführt wurde (das Heinrichsblatt berichtete), die Sieger verkündet wurden. Ein Pokal, 150 Euro und vor allem ein Auftritt am 13. August auf dem Bamberger Domplatz zum Fest der Begegnung während des Weltjugendtags wartete jeweils auf die Siegergruppen.

Publikum und Jury wählen

Ermittelt werden sollten sie einmal vom Publikum, zum anderen von einer siebenköpfigen Jury um NGL-Diözesanreferent und Wettbewerbsorganisator Bernd Hackl sowie Diözesanjugendseelsorger Helmut Hetzel. Während sich die Jury mit ihrer Entscheidung schwer tat und zunächst zwei Bands gemeinsam vorne sah, fiel das Votum der Zuhörer eindeutig aus: „Mica Salis“ hatte klar die Nase vorn. Die Jury, die die Band ebenfalls zu ihren Favoriten gezählt hatte, sprach ihren Preis daraufhin „Reaching Heaven“ zu.

Eigentlich waren aber alle Bands Sieger, die es bis ins Finale oder nur in die Regionalentscheide geschafft hatten und einem größeren Publikum außerhalb ihrer Pfarreien ihr Können demonstrieren konnten, fand nicht nur Bernd Hackl. Er kündigte deshalb schon an, dass der erste Band und Chorwettbewerb des NGL sicherlich nicht der letzte gewesen sein soll.

Datum: 25.04.2005
Autor: Johannes Büttner
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