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Ehrenamtlich beim Ökumenischen Besuchsdienst -
Ohne sie wären viele ganz einsam

Die Begeisterung für die gute Sache war ansteckend: Anne Rudolph mit ihrem „Lehrmeister“ Karl Rührnschopf. Foto: Julia Rudolph
Wer ihr zum ersten Mal begegnet, schenkt ihr sofort Vertrauen: Anne Rudolph strahlt Überzeugungskraft und Herzlichkeit aus. Seit 1978, als sie beim Roten Kreuz ihren ersten Kurs absolvierte, arbeitet sie ehrenamtlich; mittlerweile ist das fast ein „unbezahlter Halbtagsjob“. Und zwar einer, der sich lohnt: In 29 Jahren konnte sie viele weitere Ehrenamtliche motivieren, die von ihr fachlich betreut und begleitet werden. 130 Einsame und Kranke in zehn Bamberger Altersheimen freuen sich jede Woche über deren Besuch.

Angefangen hat alles nach der Geburt des zweiten Kindes, als die frühere Disponentin in einem namhaften Bamberger Unternehmen ihren Beruf aufgab, um sich ihren Kindern zu widmen. Aber so ganz ohne Beschäftigung konnte sie es sich doch nicht vorstellen. Beim Roten Kreuz fand sie dann eine sinnvolle ehrenamtliche Aufgabe, die im Laufe der Jahre viele Bereiche von der Krankenpflege bis zum Katastrophenschutz umfasste. Bis 1988 leitete sie die Frauenbereitschaft des Sanitätsdienstes.

Nachwuchs wird immer benötigt

Der Aufbau des Besuchsdienstes im Roten Kreuz im selben Jahr war eine echte Herausforderung für die aktive Dame, vier Jahre später folgte die Gründung des ökumenischen Besuchsdienstes. „Die Mitstreiterinnen, die damals dabei waren, kommen jetzt selbst in die Jahre“, lacht sie. „Ihre“ derzeitige Truppe besteht aus 64 Helferinnen und Helfern. Es handelt sich überwiegend um Frauen aller Berufsgruppen von 23 bis 90 Jahren, die meisten zwischen 50 und 70. Sie geben vor allem Alten und Einsamen, die selten oder überhaupt nicht besucht werden, menschliche Wärme und emotionale Nähe. „Ich sehe meine Aufgabe darin, eine positive Atmosphäre zu schaffen“, betont Anne Rudolph. Außerdem kümmert sie sich persönlich um Pflegebedürftige, mit denen Kommunikation schwierig bis unmöglich geworden ist.

Treue ist wichtig

„Den Menschen, die wir in unseren Dienst aufnehmen, halten wir die Treue bis zum Schluss. Dabei wollen wir ihnen nichts überstülpen sondern auf ihre persönlichen Bedürfnisse eingehen. Sie sollen sich absolut auf uns verlassen können“, erklärt die Leiterin des Ökumenischen Besuchsdienstes. Von der Notwendigkeit ihres Engagements ist sie voll und ganz überzeugt, und manchmal fühlt sie sich „mehr als Beschenkte, denn als Gebende“. Leuchtendes Beispiel war für sie ihr ehemaliger Lehrmeister beim Roten Kreuz, Karl Rührnschopf. „Als Ausbilder bayernweit bekannt und beliebt, war er immer mit ganzem Herzen bei der Sache und hat seine Begeisterung für das Ehrenamt auf mich und viele andere übertragen. Obwohl er jetzt im Rollstuhl sitzt, nimmt er – wann immer es geht – noch gerne am aktuellen Geschehen teil.

Ständige Fortbildung

Alle Themen rund um das Altern beinhaltet das Veranstaltungsprogramm, das Ehrenamtlichen den fachlichen Hintergrund vermittelt und ihnen die Möglichkeit bietet, sich kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. „Dabei profitieren auch wir Helfer und Helferinnen für unser persönliches Leben, denn alt werden wir ja alle einmal und müssen lernen, mit Krankheit und Tod umzugehen“, meint die Sechzigjährige, deren Vitalität und Begeisterung deutlich zu spüren sind. Nebenbei zaubert sie mit viel Geschick und Geduld phantasievolle Bastelarbeiten, mit denen die Betreuten beschenkt und Basare beschickt werden. Denn Geld ist natürlich auch in diesem Bereich sehr knapp …

Jeden ernst nehmen

Für Anne Rudolph ist es selbstverständlich, dass die vom Besuchsdienst Betreuten ernst genommen werden und die Würde des Alters gewahrt wird. „Ob man ihnen zuhört, mit ihnen singt oder bastelt, ihnen vorliest, ihre Hand hält, mit ihnen spazieren geht – sie sind für alles dankbar. Zu wissen, dass jemand freiwillig kommt, seine Freizeit opfert, bedeutet den Senioren eine Menge. Andererseits ist es auch wichtig, dass die Ehrenamtlichen Freude an ihrer Tätigkeit haben. Der Bedarf ist groß, denn die Zahl der Einsamen und Bedürftigen wächst ständig. Über die CariThek sind erfreulicherweise schon einige Helfer vermittelt worden. Wenn ich auch das Wort Ehrenamt nicht mag – denn amtlich wollen wir nicht sein und die Ehre hält sich in Grenzen - mir bedeutet diese Arbeit sehr viel“, versichert die engagierte Dame und fügt mit einem Blitzen in den Augen hinzu. „Wenn es notwendig ist, kämpfe ich auch dafür“.

Renate Steinhorst

Kontakt

Carithek – Ehrenamtsbörse des Caritasverbandes
für die Erzdiözese Bamberg e.V.

Obere Königstr. 4a
Bamberg
Tel. 0951/8604140

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