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Hunde schenken ihre Zuneigung auch „harten Jungs“

Ingrid Wintergerst-Gaasch besucht mit Tieren Kinder, Kranke und Senioren

Ingrid Wintergerst-Gaasch mit ihren Hunden
Ingrid Wintergerst-Gaasch mit ihren Hunden
„Seit frühester Jugend ist freiwilliges Engagement für mich ein selbstverständlicher Bestandteil meines Lebens, und dabei spielen Tiere schon immer eine wichtige Rolle“, erklärt Ingrid Wintergerst-Gaasch. Mit der Gründung der Bamberger Regionalgruppe des Vereins „Tiere helfen Menschen“ vor sechs Jahren hat sie sich das Ziel gesetzt, die positive Wirkung von Tieren auf Kinder, kranke, behinderte und alte Menschen zu fördern. In den mindestens fünf Stunden pro Woche, die sie Anderen schenkt, erfährt sie durch persönliche Kontakte Freude und Befriedigung.

Wie schnell auch kontaktscheue Personen eine Beziehung zu Vierbeinern aufbauen können, erfuhr die Diplom-Sozialwirtin erstmals, als sie mit ihren Hunden Gefangene der Justizvollzugsanstalt Ebrach besuchte – ein Pilotprojekt, das von Pfarrer Hans Lyer unterstützt wurde. Sie berichtet: „Die ‚harten Jungs’, die ein Bedürfnis nach Kontakt weit von sich wiesen, sind ganz schnell weich geworden, wenn ihnen ein Hund auf den Schoß sprang und gestreichelt werden wollte. Ein besonders ‚cooler Typ’ hat sich absolut rührend um ‚seinen’ Rehpinscher gekümmert, als dieser blind und taub wurde. Man muss bedenken, dass unsere Hunde, als wir sie aus Tierheimen geholt haben, in einer ähnlichen Situation waren wie die Sträflinge. Manche zeigten Verhaltensstörungen und alle brauchten dringend Bewegung, mussten überschüssige Energie und Stress abbauen. Gemeinsame Spaziergänge waren da von Anfang an ein willkommener Höhepunkt. Plötzlich hatten die jungen Männer Gesprächsthemen und waren auch motiviert, etwas für Tiere zu tun – sie haben u.a. Ställe für Tierheimhasen gebaut.“

Die 51jährige hat bei ihren ehrenamtlichen Einsätzen die Erfahrung gemacht, dass Tiere den geheimen Zugang zur Seele der Menschen kennen. „Sie fragen nicht nach Aussehen, rationaler Intelligenz, Status und Einkommen – sie schenken jedem vorurteilsfrei ihre Zuneigung.“ Mit einigen weiteren freiwilligen Helfern und deren Tieren (Hunde, Katzen, Schafe, Meerschweinchen, Hasen) hat Ingrid Wintergerst-Gaasch Besuchsdienste aufgebaut für Bewohner in Seniorenheimen, Patienten in Kliniken, Kinder- und Behindertenheimen sowie Betreuten Wohneinrichtungen, für Schulen, Kindergärten, Justizvollzugsanstalten; auch Einzelpersonen mit körperlicher oder seelischer Beeinträchtigung werden betreut. „Mit unseren sehr gut ausgebildeten Vierbeinern konnten wir auch schon Menschen helfen, ihre Hundephobie zu überwinden“, berichtet die engagierte Tierfreundin stolz und freut sich, wenn Behinderte oder Demente, die sonst kaum ansprechbar sind, positiv auf die Tiere reagieren und sich sogar deren Namen merken.

Besonders gern folgen die Vereinsmitglieder der Einladung von Kindergärten, Schulen und zu Kinderfesten. Hier können sie dazu beitragen, dass Kinder und manchmal auch deren Eltern durch den Umgang mit Hunden vorhandene Vorurteile und Ängste loswerden. Manchmal gelingt es auch, zwischen furchtsamen Personen und verständnislosen Hundebesitzern zu vermitteln. Der lapidare Hinweis: „Der will nur spielen!“ ist für jemanden, der Angst hat, nicht hilfreich, wie die Erfahrung lehrt. Freilich können längst nicht alle an den Verein gerichteten Bitten um Tierbesuche berücksichtigt werden, weil es noch nicht genügend Ehrenamtliche gibt. „Wir freuen uns über jeden, der hier mitmachen will“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Nach sorgfältiger Einarbeitung waren z.B. über die CariThek vermittelte Schüler aus dem Freiwilligen Sozialen Schuljahr begeistert dabei. Ein interessantes Einsatzgebiet bietet u.a. auch der Heinershof in Stolzenroth, ein Kinderhort und Erlebnisbauernhof, in dem Schüler im Rahmen des FSSJ ein Ferienpraktikum absolvieren können. Mehr Info für alle, die sich freiwillig engagieren wollen: Tiere helfen Menschen, Tel. 0951/22726 oder 53599, www.carithek.de, www.heinershof.de.

Renate Steinhorst

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