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„Ich brauche es, gebraucht zu werden“

Der Niederländer Cornelius de Wolf tut in seiner Wahlheimat Bamberg Gutes

„Sich regen bringt Segen“ – Cornelius de Wolf auf dem Weg zum Postamt. Foto: Renate Steinhorst
„Sich regen bringt Segen“ – Cornelius de Wolf auf dem Weg zum Postamt. Foto: Renate Steinhorst
Als Cornelius de Wolf 2003 von Köln nach Bamberg zog, hatte er sich vorgenommen, dort zu helfen, wo er gebraucht wird. Den ersten Versuch startete er in einem Seniorenheim, wo er sich als handwerklich geschickter Mensch für Reparaturarbeiten anbot. Er wundert sich noch heute, warum man ihn nie angefordert hat - er hatte doch seinen Fragebogen ordentlich ausgefüllt …?

Der Niederländer gibt jedoch nicht so schnell auf. Weil er während seiner Stationen in verschiedenen europäischen Ländern gelegentlich vom Wirken der Caritas gehört hatte, führte ihn der nächste Weg in die damals gerade neu gegründete CariThek. Die Ehrenamtsbörse musste doch die richtige Nische für ihn finden! Und tatsächlich: Den freundlichen, vielseitig interessierten Helfer ließ man nicht ohne festes Engagement wieder ziehen. In dem neuen Caritas-Gebäude im Deutschen Haus fanden sich mannigfaltige Betätigungsmöglichkeiten, die nicht nur Zeit und guten Willen sondern auch manuelle Fertigkeiten erforderten. All dies besitzt der 68jährige in reichem Maße und springt seitdem ein, wenn man seine Hilfe braucht. Ob es darum geht, eine Ablage oder eine Jalousie zu montieren, ob ein Regal aufzubauen oder ein Wasserkran zu entkalken ist – Cornelius de Wolf ist der richtige Mann. Die in verschiedenen Gebäuden untergebrachten Caritas-Stellen sind sehr froh über diese unkompliziert und freundlich geleistete Unterstützung. Auch der tägliche Transport der Briefsendungen zum Postamt gehört zu den Aufgaben, die gerne von ihm erledigt werden.

Bis zu seinem 18. Lebensjahr lebte Cornelius de Wolf in den Niederlanden, studierte dann in Frankreich und in England. 1968 kam er schließlich nach Deutschland, um sich nach der Heirat hier fest niederzulassen. Düsseldorf, München und Köln waren die Stationen seiner beruflichen Laufbahn im Einzelhandel und im Marketingbereich. Weil dem Ehepaar die aktive Teilnahme am kulturellen Leben schon immer wichtig war, suchte es für den Ruhestand einen attraktiven Ort in Süddeutschland. Dass die Wahl auf Bamberg gefallen ist, haben die de Wolfs noch nicht bereut. Sie genießen das hiesige Kulturleben, fahren gerne nach Erlangen, München und Schweinfurt, um in Museen und Ausstellungen Anregung und Entspannung zu finden. Nicht zuletzt singt Cornelius begeistert im Chor der St. Stephanskirche, wo er – wie könnte es auch anders sein – gelegentlich Hausmeister-Aushilfsdienste übernimmt. „Ich kann doch nicht nur Zeitung lesen, in Ausstellungen und Konzerte gehen – ich brauche es, gebraucht zu werden. Das gibt mir ein gutes Gefühl, vor allem, wenn meine Arbeit einem guten Zweck dient, “ erklärt der aktive Ruheständler und fügt augenzwinkernd hinzu: „Ich habe durchaus noch freie Kapazitäten, wenn irgendwo Not am Mann ist.“

Renate Steinhorst

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