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Mitmachen ist Ehrensache - CariThek als Plattform für soziale Projekte 

Rochus Münzel (links) findet für Ehrenamtliche genau die Aufgaben, die ihren Fähigkeiten und Wünschen entsprechen Foto: Renate Steinhorst
„CariThek - Ehrenamtsbörse – was ist denn das?“ fragt sich mancher, wenn er die Aufschrift im Eingangsbereich des Deutschen Hauses in der Königstraße entdeckt. Wer es genauer wissen will, kann bei einem unverbindlichen Besuch die reichlich vorhandenen Informationen studieren oder bei einem persönlichen Gespräch mehr über diese Plattform für soziale Projekte erfahren.

Rochus Münzel freut sich über das Interesse, hofft er doch, möglichst viele Besucher für einen ehrenamtlichen Einsatz gewinnen zu können. Rund 70 Mal konnte die Ehrenamtsbörse des Caritasverbandes bereits erfolgreich vermitteln – unschätzbare Hilfe für viele Organisationen, die in Zeiten immer knapper werdender Mittel wünschenswerte Dienstleistungen nicht mehr erbringen können. Es geht um mehr Menschlichkeit und bessere Lebensqualität, wenn Ehrenamtliche hier einspringen und keinesfalls darum, hauptamtliche Kräfte zu ersetzen. Darauf wird bei der Vermittlung besonderer Wert gelegt.

Mit guten Ideen und der nötigen Ausdauer führt der Sozialpädagogik-Student während seines Anerkennungs-Jahres die CariThek, in der auch hochwertige Artikel aus Caritas-Werkstätten für Behinderte, Trans-Fair-Artikel aus dem „Eine-Welt-Laden“ sowie Wohlfahrtsbriefmarken verkauft werden. Die Möglichkeit, das beim Studium theoretisch erworbene Wissen in der Praxis anzuwenden und auf Tauglichkeit zu überprüfen, nutzt der 27jährige gerne. Was bedeuten “Strategien zur Ausweitung bürgerschaftlichen Engagements“, wie überwindet man „soziokulturelle Hemmnisse“, wie entwickelt man „Rahmenstrategien zur Förderung von Tätigkeiten außerhalb der Erwerbsarbeit“?

In der Praxis möchte sich ein Mensch zwischen 18 und 89 Jahren – in den meisten Fällen weiblich – für die Allgemeinheit engagieren. Dann gilt es, Interessen, Wünsche und Fähigkeiten sowie den Umfang der zur Verfügung stehenden Zeit zu erkunden. Typisch sind die Frau mittleren Alters, die eine Neuorientierung anstrebt, weil ihre Kinder aus dem Haus gehen; die Studentin, die parallel zum Studium etwas für die Allgemeinheit tun möchte und der Arbeitslose oder Frührentner, der eine sinnvolle Beschäftigung sucht. Ohne Druck können sie in der CariThek mit Hilfe des Beraters entscheiden, ob und welche Stelle aus dem breiten Spektrum sozialer Dienstleister für ihr freiwilliges Engagement in Frage kommt.

„Bis jetzt ist es fast immer gelungen, die Vorstellungen der „Kunden“ mit den Bedürfnissen der Organisationen zu vereinbaren, freut sich Rochus Münzel. Hilfreich sind dabei ein Fragebogen und der thematisch gegliederte Überblick über das gesamte Angebot. Ist die Entscheidung für einen bestimmten Einsatz gefallen, übernimmt er gerne die Vermittlung. „Keiner muss eine feste Verpflichtung übernehmen, jeder legt für sich selbst fest, wie oft er zur Verfügung stehen will. Interessant findet der angehende Sozialarbeiter, dass Männer generell weniger Beratung suchen als Frauen.

Von vielen Einrichtungen werden Ehrenamtliche mittlerweile als vollwertige Mitarbeiter respektiert und geschätzt. Aus Rückmeldungen bereits vermittelter Ehrenamtlicher weiß der Praktikant, dass von den Einsätzen aber nicht nur die Einrichtungen profitieren. Auch die Ehrenamtlichen selbst fühlen sich bereichert, weil sie spüren, wie dringend sie gebraucht werden. Manchmal entstehen auch Beziehungen, die von Zuneigung und Dankbarkeit getragen werden. „Das Bild vom sozialen Engagement hat sich gewandelt“, erklärt Rochus Münzel. „Vorbei die Zeiten, wo man nur mit der Sammelbüchse Spenden eingesammelt hat. Vielen geht es heute darum, ihr Wissen weiterzugeben, selbst neue Erfahrungen zu sammeln und Menschen kennen zu lernen. Sie scheuen sich nicht, Verantwortung zu übernehmen, sich einzumischen und durch aktive Mitarbeit einen wertvollen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt zu leisten. Nicht zuletzt: Indem Ehrenamtliche konstruktiv etwas Sinnvolles für ihre Mitmenschen und für ihre Stadt tun, verbessern sie die Lebensqualität, bleiben beweglich und profitieren persönlich von dieser Arbeit.“

Das Spektrum der laufend aktualisierten Einsatzgebiete in der CariThek ist groß: Hilfe für Kinder, für Menschen in Krisensituationen für Senioren, handwerkliche oder kaufmännische Unterstützung in den verschiedensten Einrichtungen – jeder kann seinen Fähigkeiten entsprechend das Richtige finden. Man darf gespannt sein, ob es der CariThek gelingen wird, ihrem Anspruch als lebendiges Forum für freiwilliges bürgerschaftliches Engagement langfristig gerecht zu werden. Das erste Jahr ihres Bestehens lässt hoffen – vorausgesetzt, es gibt weiterhin viele Menschen in Bamberg und Umgebung, die bereit sind, nicht nur zu reden, sondern aktiv handeln.

 

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