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Ehrenamt als Brücke zu den Mitmenschen

Anne Scheller gibt in der „Cariboutique“ kostenlose Babysachen aus

Schickes und Nützliches für’s Baby aus der Cariboutique, sortiert und kostenlos ausgegeben von Anne Scheller.
Schickes und Nützliches für’s Baby aus der Cariboutique, sortiert und kostenlos ausgegeben von Anne Scheller.
Fränkisch versteht die gebürtige Niedersächsin inzwischen ganz gut, weshalb sie auch mit den Klienten gut zurechtkommt – falls diese nicht gerade Türkisch oder Russisch sprechen. Dann muss es mit Zeichen- und Körpersprache gehen. Am Ende jedenfalls verlassen die meisten Besucher die „Cariboutique“ in der Schützenstraße glücklich mit kostenlosen Babysachen aus dem Fundus der Caritas.

Anne Scheller kam zum Studium von Englisch, Musikwissenschaft und Geschichte nach Erlangen. Dort hat sie ihren Mann kennen gelernt, der schließlich beruflich in Bamberg hängen geblieben ist. „Wir fühlen uns sehr wohl hier, über das kulturelle Angebot und die Kontaktmöglichkeiten kann man nicht meckern“, erzählt sie. Weil sie nach eigenen Angaben „eher schüchtern“ ist, fragte sie vor drei Jahren im Freiwilligenzentrum CariThek nach einer Aufgabe, die ihr da ein gewisses Übungsfeld bietet. In der Schwangerenberatung der Caritas suchte man gerade freiwillige Helfer für den Aufbau einer speziellen Baby-Kleiderkammer. Das war genau das Richtige, denn an Ideen und Eigeninitiative mangelt es der blonden jungen Frau nicht. Als Magistra artium verdient sie ihre beruflichen Sporen mit dem Schreiben von Sachbüchern für Kinder, auch bei ihrem freiwilligen Einsatz beweist sie Organisationstalent und Kontaktfreude. Mit Aushängen in Kindergärten und Krippen sowie bei persönlichen Besuchen in entsprechenden Geschäften erbat sie Spenden und konnte so in kurzer Zeit die Grundlage für die von vielen jungen Müttern geschätzte Einrichtung schaffen. Zusätzlich wird das Lager mit Ausstattung für Babys und Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren aus der Caritas-Kleiderkammer aufgefüllt. Auch Kinderwagen, Spielsachen und andere nützliche Dinge sind vorhanden, Spenden sind jederzeit willkommen. Weil sich die Besucher wohl fühlen sollen, wurden die Wände in dem Kellerraum freundlich zitronengelb gestrichen, eine Spielecke eingerichtet und Regale für eine übersichtliche Präsentation der Schätze aufgestellt. „Wir verfügen zum Teil über neue, zum Teil über gut erhaltene Sachen, und manche Mütter bringen auch wieder etwas zurück, wenn das Kind herausgewachsen ist“, erzählt Anne.

An jedem ersten und dritten Donnerstagnachmittag im Monat erwartet sie im Untergeschoss der Caritas-Sozialstation in der Schützenstraße ihre Kunden, die von der Schwangerenberatung der Caritas einen Berechtigungsschein mitbringen – meist junge Mütter wie sie selbst. Sohn Tetje (18 Monate) begleitet seine Mama und bricht mit seinem Charme eventuell vorhandene Hemmschwellen, und schon ergibt sich ein nettes Gespräch. Ob es sich um allein erziehende Mütter handelt, um von Arbeitslosigkeit oder von einem finanziellen Engpass betroffene Familien oder um Migranten, die dabei sind, in Deutschland Fuß zu fassen – alle sind dankbar für die kostenlose Unterstützung. Aber auch Anne Scheller profitiert von diesen Begegnungen. „Ich komme auf diese Weise mit interessanten Menschen zusammen, die ich sonst nie kennen lernen würde“, berichtet sie. „Meine freiwillige Tätigkeit ist die Brücke, die mir Einblick in eine andere Welt ermöglicht.“ Nicht nur sie würde sich über die Mitarbeit weiterer ehrenamtlicher Helfer freuen, weil dann die Ausgabezeiten erweitert werden könnten. Interessenten melden sich per E-mail: schwangerenberatung@caritas-bamberg.de oder telefonisch: 0951/2995750.

Renate Steinhorst

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