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„Jeder gibt, was er kann“

Bamberger Tafel braucht dringend weitere Unterstützung

40 ehrenamtliche Helfer im Alter von 18 bis 67 Jahren sind es, die in der Bamberger Dieselstraße Woche für Woche unter der Regie von Michaela Revelant und Wilhelm Dorsch an zwei Nachmittagen Lebensmittel, Kleidung und Haushaltsgegenstände an Bedürftige ausgeben. Als „Bamberger Tafel“, Vinzenzverein Bamberg e.V. gehört die Organisation seit kurzem auch zum Netzwerk des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V mit 500 Tafeln und über 1200 Ausgabestellen.

Die Arbeit der Vinzenz-Konferenzen in St. Gangolf, St. Martin, St. Heinrich, Obere Pfarre und St. Otto für Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, hat in Bamberg eine lange Tradition. Auch Wilhelm Dorsch und seine Frau sehen die Lebensmittelausgabe als Auftrag des heiligen Vinzenz von Paul nach dem Motto „Unsere ganze Aufgabe ist handeln“. Dass der Bedarf wächst, beweisen die Zahlen: Im Jahr 2004 waren es 736 Familien, die 6844 Mal in die Dieselstraße kamen, im vergangenen Jahr holten sich bereits 915 Familien insgesamt 10.824 Mal Lebensmittel, Kleider und andere nützliche Dinge ab. „Das wäre ohne großzügige Spenden – sowohl durch Essbares aller Art als auch durch finanzielle Unterstützung – und ohne die tatkräftige Hilfe unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter und einiger Ein-Euro-Jobber nicht möglich“, betont Wilhelm Dorsch. Egal ob im Hof die Sommerhitze brütet oder wir im Winter in der Eiseskälte schlottern – „unser großartiges Team ist immer zur Stelle, wenn es gebraucht wird. Im Mittelpunkt für uns steht der einzelne Hilfesuchende, für den oft der erste Weg nicht leicht ist“, weiß Michaela Revelant.

So sehr sich das wohltätige Ehepaar freut, durch den Anschluss an die „Tafel“ deren Verbindungen zur Großindustrie nutzen zu können - das durch Arbeitslosigkeit und Verschuldung bedingte Anwachsen der Kundenzahl hat sie mittlerweile an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit geführt. „Wir haben das gerne aufgebaut und auch lange engagiert gemacht, aber wir hoffen sehr, dass es auch dann weitergeführt werden kann, wenn wir es nicht mehr schaffen. Wir brauchen Mitarbeiter, die die Zukunft der Hilfsaktion sichern. Unsere vordringlichste Aufgabe aber ist die Suche nach einem Grundstück, weil die bisherigen Räume in der Dieselstraße nicht mehr für diesen Zweck zur Verfügung stehen. Hier hoffen wir auf tatkräftige Unterstützung durch die Stadt Bamberg und weitere Sponsoren. In Gesprächen mit Kollegen aus anderen Städten haben wir erfahren, dass dies dort bereits selbstverständlich ist. Benötigt wird eine Lagerhalle mit WC und Aufenthaltsraum von 200 Quadratmetern – natürlich möglichst kostengünstig, denn auf unserem eigenen Grundstück hatten wir bisher keine Mietkosten. Auf der Wunschliste stehen außerdem Zuschüsse für den Unterhalt des Lastwagens, der vor kurzem angeschafft werden musste, weil das alte Fahrzeug nach tausenden von Transporten zwischen Dieselstraße, Supermärkten und Abfallentsorgung seinen Geist aufgegeben hatte und nicht mehr repariert werden konnte. Es gibt noch viel zu tun, und es wird immer Menschen geben, die unverschuldet in Not geraten und unsere Hilfe benötigen“, appelliert Wilhelm Dorsch an die Solidarität der Bamberger Verwaltung, Firmen und Privatpersonen.

Die Tafeln sammeln Lebensmittel von Supermärkten und Herstellern ein, die wirtschaftlich nicht mehr zu verwerten sind und geben diese an Bedürftige weiter. Etwa ein Viertel der Tafelkunden sind Kinder. Große und kleine Unternehmen, Lebensmittelhändler sowie viele Bürgerinnen und Bürger unterstützen die Arbeit der Tafeln nach dem Motto „Jeder gibt, was er kann.“

Renate Steinhorst

 

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