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Stolpersteine

Die Geschichte von der Sintflut

(Gen 6,5.7) Der HERR sah, dass die Menschen auf der Erde völlig verdorben waren. ... Er sagte: Ich will die Menschen wieder von der Erde ausrotten.

Voller Stolz hatte Gott am Ende der Schöpfungsgeschichte auf sein Werk geschaut: "Es war alles sehr gut." (Gen 1,31). Bald schon aber zeigte es sich, dass er sich getäuscht hatte. Der Mensch, den er als sein Ebenbild geschaffen und dem er auch alles anvertraut hatte, zeigte sich als ein widerspenstiges und selbstbewusstes Wesen. Was also tun? Böse und Schurken werden heute selbstverständlich ausgegrenzt und möglichst beseitigt Vielfältig sind dazu die Mittel. Mobbing, psychiatrische Versorgung, Entzug von Handelsbeziehungen, Krieg sind nur einige der Mittel, die in unserer Weltgesellschaft angewendet werden. Menschen können gegenüber Mitmenschen, ja auch gegenüber ganzen Staaten bösartig sein und Vernichtung androhen, wenn das Gegenüber nicht in die "normalen" Verhaltensmuster passt.

Auch Gott reagiert auf das böse Tun der Menschen: Weg mit diesen Schurken, die sich gegen Gott vergehen, Brudermord begehen und überhaupt tun, was Gott verboten hat! Die Sintflut, Wasser, wie es ja schon zu Beginn alles überdeckte, ist das Mittel Gottes, um einzugreifen. Wasser, dieses Lebenselement, kann auch vernichten und den Tod bringen - wir wissen es alle. Doch völlig unvermittelt wird ein Mann namens Noach ins Blickfeld gebracht, ein frommer, ein rechtschaffener, durch und durch redlicher Mann, der in enger Verbindung mit Gott lebt. Gott will nicht einfach zerstören und vernichten, nein, ihn würde es reuen. Seine Schöpfung liegt ihm am Herzen, wie eben einem jeden guten Handwerker sein Werk am Herzen liegt. Ganz will er es nicht zerstören, ein Rest soll bleiben. Gott selbst muss lernen, dass der Mensch, den er geschaffen hat, einen eigenen Willen und immer auch wieder den Hang zum Bösen hat, von Jugend auf Ihn davon mit Gewalt abzubringen, ist aber nicht der Sinn seines ursprünglichen Schöpfungswerkes. Er selbst will nicht Böses mit Bösem vergelten. "Von jetzt an gilt, solange die Erde besteht: Nie werden aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." (Gen 8,22) Gott handelt nicht bösartig, sondern will erziehen und schafft dazu geordnete Lebensverhältnisse.

Urs Joerg, Pfarrer,
Generalsekretär der Schweizerischen Bibelgesellschaft, Biel/Basel

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