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Stolpersteine

Auch für Männer zu lesen!

Spr 31,10: Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an wert. das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und es fehlt ihm nicht an Gewinn. Sie tut ihm Gites und nichts Böses alle Tage ihres Lebens. sie sorgt für Wolle und Flachs und schafft mit emsigen Händen.

Liebe tüchtige (Ehe- und Haus-)Frau,

so spreche ich Sie an, weil von Ihnen im Buch der Sprichwörter oder Sprüche Salomos (31, 10-31) in dieser lobenden Form gesprochen wird. Ich weiß nicht, wer sich zu diesem kunstvollen Gedicht verstiegen hat. Ist es ein Mann? Jedenfalls nützen Sie Ihrem Mann sehr, denn "Ihr ganzes Leben lang machen Sie ihm Freude und enttäuschen ihn nie." (Vers 12) Sie sind, so würde man heute sagen, eine "Superfrau", ja eine begnadete Managerin, die zu wissen scheint, was sie ihrer Familie, ihrem Ehemann und ihren Kindern schuldig ist. Mutter ist die "allerbeste" (Vers 29).

0, welch eine vorbildliche Frau. "Alles, was im Haus geschieht, behält sie im Auge; Müßiggang ist ihr unbekannt." (Vers 27) Erlauben Sie mir, als Mann zu reagieren. Vielleicht bin ich da anders als die altorientalischen Männer: Mir macht eine solche "Powerfrau" Angst! Ich freue mich zwar, wenn ich mich auf Sie verlassen kann und Sie meinen - wohl eher unseren gemeinsamen - Besitz bewahren und mehren (Vers 11).

Ich wehre mich aber dagegen, wenn mein wohl doch eher männlicher Vorfahre meint, Sie aufgrund Ihrer Tüchtigkeit und Gottesfurcht rühmen zu müssen, Anmut und Schönheit aber als vergänglich und deshalb als unwichtig taxiert (Vers 30). Da halte ich es viel lieber mit dem einleitenden Bild unseres Gedichtes, wo von der Perle oder dem kostbaren Juwel gesprochen wird. Sie haben ihren je inneren Wert. Sie besitzen Schönheit von Natur aus und müssen nicht zwanghaft zuerst eine Leistung erbringen. Als Frau und als Mann sind wir wie Perlen. Wenn wir unsere Muschelschalen öffnen, wird mehr sichtbar als einfach Tüchtigkeit.Unsere Gaben, und dazu gehören auch Anmut und Schönheit, sind vielfältiger und als solche eben von Gott gegeben.

Ich grüße Sie, liebe Schwester, und hoffe, dass wir miteinander unsere jeweiligen Werte und Gaben leuchten lassen können zu unserem Wohl und dem Wohl aller.

Ihr Urs Joerg, Pfarrer, Generalsekretär der Schweizerischen Bibelgesellschaft, Biel/Basel

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