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Prominente zur Bibel

Prof. Ortwin Beisbart

Prof. Ortwin Beisbart, Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

„Habt ihr nichtgelesen?'" (Mt. 19,4,a)
„Verstehst du auch, was du liest?'"(Apg. 8, 6)

"Nur wer liest, ist dabei - aber Lesen garantiert noch kein Verstehen. Dem Kämmerer wird gezeigt, dass wörtliches Lesen nicht zureicht, er eine Auslegung braucht. Jesus wird - man lese es nach - die wörtliche Lektüre „überholen" und eine fundamentalistische Auslegung aufbrechen. Ist es also nichts mit dem schlichten "Nimm und lies", das Augustinus zum Bibelleser gemacht hat - und zum dominanten Ausleger?

Das Neue Testament verwendet für "lesen" auch ein Wort, das "wiedererkennen" bedeutet (Off. 1,3). Dies aber ist kein allein rationaler Akt, der über Wissen und Gewissensbefragung liefe; gemeint ist Wahrnehmung, Achtsamkeit auf andere und anderes, auf Fremde und auf Atmosphäre.

Für viele mag der Umgang mit anderen, mit Musik, ein Kirchenraum, ein stiller Wald Zeit und Ort von Achtsamkeit sein. Die Fülle der symbolischen Welterfahrung aber steckt allein in den Texten. Bibel lesen bedeutet, an die Quelle "verdichteter Christus- und Gotteserfahrung" zu gehen, sich einzulassen auf Prozesse des Erkennens. Dabei können Ausleger Helfer sein. Oft aber gelingt es, einen Text unmittelbar Wirklichkeit werden zu lassen: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den -ersten Stein auf sie.“ (Joh. 8,7).

Hier ist der Himmel offen - kein bloßer Abglanz, nein der ganze Himmel - nicht nur für die Frau der Szene mit den ach so klugen Auslegern, sondern für Leser, jetzt."

Prof. Ortwin Beisbart

 

 

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