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Unerlaubter Verkauf von Kirchengut

Seit einigen Jahren wenden sich verstärkt Trödel- und Antiquitätenhändler sowie Privatpersonen an Pfarrämter bezüglich des Ankaufs von kirchlicher Kunst und sonstiger Ausstattung. Dabei handelt es sich um Firmen und Personen aus dem Inland und/oder Ausland. Als Anreiz wird dabei Barzahlung und Diskretion versprochen und in einigen Fällen sogar wissenschaftliches oder gemeinnütziges Interesse suggeriert.

Aus aktuellem Anlass machen wir nachdrücklich darauf aufmerksam, dass solche Verkäufe in aller Regel unerlaubt sind. Kunst- und Wertgegenstände aus dem Besitz einer Kirchenstiftung selbstständig zu verkaufen, zu tauschen oder zu verschenken, kann die gebotene Sorgfaltspflicht verletzen oder schlimmstenfalls sogar den Tatbestand der Veruntreuung erfüllen.

1. Bei einem Großteil der betreffenden Gegenstände handelt es sich um Eigentum der jeweiligen Kirchenstiftung. Hier greift das Stiftungsrecht. Das heißt, wenn die Gegenstände tatsächlich für den Verkauf oder für eine sonstige Überlassung – auch unentgeltlicher Art – geeignet sein sollten, benötigt man grundsätzlich noch eine stiftungsaufsichtliche Genehmigung entsprechend Kirchenstiftungsordnung (KiStiftO), Art. 44, Abs. II, Ziff. 5.

2. Bestimmte kirchliche Gegenstände dürfen nicht in den offenen Handel kommen. Dazu gehören unter anderem auch Messgewänder und Vasa Sacra, die für die Feier der hl. Messen genutzt wurden und deshalb vor missbräuchlicher Verwendung zu schützen sind.

3. Außerdem ist zusätzlich von Fall zu Fall zu prüfen, ob zur Abgabe die Zustimmung der staatlichen Denkmalschutzbehörden erforderlich ist.

Wir bitten Sie dringend: Wenden Sie sich vor jeglicher Überlassung kirchlichen Gutes an Dritte zunächst an uns. Es kann dadurch missbräuchliche Verwendung sakraler Gegenstände und/oder der Verlust kirchlichen (Kultur-) Gutes sowie viel Ärger vermieden werden. Wir sind auch dankbar, wenn Sie uns die Anfragen und Aktivitäten dubioser Händler melden.

Im Übrigen ist eine kontrollierte Weitergabe unter Umständen möglich, zum Beispiel an andere Pfarreien oder Kuratien, die entsprechende Gegenstände benötigen. Wir beraten Sie gerne oder helfen bei der Vermittlung.

Weiter weisen wir in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Sie vor dem Beginn von Umbaumaßnahmen, Renovierungen und Ausräumaktionen in einem der kirchlichen Gebäude, die Abteilung Inventarisation und Kunstdenkmalpflege verständigen sollten. Zu oft wurden in der Vergangenheit schon wertvolle bzw. geschichtlich bedeutende Gegenstände aus Unkenntnis weggeworfen. Melden Sie sich auch, wenn ein Pfarrhaus leer steht und Sie deshalb Bedenken hegen. Gerne werden wir eine erste Bestandsaufnahme vornehmen und Ihnen Ratschläge geben, wo und wie man die wertvolleren Gegenstände sachgerecht aufbewahrt oder welche Dinge abgegeben werden können.

Kontakt

Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg
HA Kunst und Kultur
Dr. Peter Schwarzmann

Inventarisation und Kunstdenkmalpflege
Domplatz 5, 96049 Bamberg

Tel.: (09 51) 5 02 - 25 10
Fax: (09 51) 5 02 - 25 09
E-Mail: peter.schwarzmann@erzbistum-bamberg.de

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