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Sonntag 21.09.2014, 18:07 Uhr
(c) 2014 Heinrichsblatt

Kultur und Natur unter italienischer Sonne
Heinrichsblatt-Leserreise führte für eine Woche in den Süden Italiens
Kennst du das Land, wo die Zitronen blüh’n? 50 Leser des Heinrichsblattes können diese Frage nun bejahen. Sie bereisten mit der Kirchenzeitung der Erzdiözese Sorrent und erlebten „Italienisches Flair am Golf von Neapel“.
 
Dass seine Kirchenzeitung für interessante Reisen steht, wusste Winfried Weinbeer aus Lichtenfels schon. Aber mit einer solchen Begegnung hätte er denn doch nicht gerechnet – und sie war auch weder vom Heinrichsblatt noch von Gerhard Frerichs von Lloyd-Touristik so geplant gewesen: Unvermittelt traf eine Gruppe aus der Erzdiözese Bamberg auf Capri Kardinal Joseph Ratzinger.
 
Sie hatten sich dazu entschlossen, am freien Tag der berühmten Insel einen Besuch abzustatten. „Da sah ich einen Mann aus einem Auto aussteigen und dachte mir, den kenne ich doch: Kardinal Ratzinger“, erinnert sich Weinbeer. Sogleich stellte man sich dem Kurienkardinal als Reisegruppe aus dem Erzbistum Bamberg vor und wurde von ihm auch kurz in Italien willkommen geheißen.
 
Doch auch das geplante Programm wartete mit jeder Menge Höhepunkten auf. Wer sich keines der landschaftlichen und kulturellen Highlights entgehen lassen wollte – und das waren die meisten – war somit eine Woche lang von früh bis abends unterwegs, so viel gab es vom Ausgangspunkt Sorrent aus, wo täglich immmer wieder der Bus startete, zu entdecken.
 
Gute Kondition war schon am ersten Tag gefragt. Galt es doch zunächst, den rund 1200 Meter hohen Vesuv zu erklimmen. Wobei der Vulkan, wie der lokale „Bergführer“ den Franken erläuterte, früher mindestens doppelt so hoch war. Aber bei seinen Ausbrüchen verlor der Berg jeweils seine Spitze.
 
Was der berühmteste Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus hinterlassen hat besichtigte die Heinrichsblatt-Gruppe dann am Nachmittag.
 
Reiseführer Antonio präsentierte Straßen und Tempel, Thermen und Amphitheater von Pompeji. Der Italiener deutete schon da an, was sich in den kommenden Tagen bestätigen sollte: Es gibt wohl kaum etwas, was er nicht über seine Heimat weiß. Egal ob griechische oder römische Ausgrabungen, romanische oder barocke Kirchen, Gemälde oder Skulpturen, Geschichte oder Gegenwart, Antonio lieferte aus dem Stegreif Daten und Informationen.
 
Dass er außerdem noch Tipps zum Einkaufen und zum Einkehren parat hatte und schließlich die Gäste noch mit Geschichten von „meiner deutschen Frau“ unterhielt sorgte für zusätzliches Wohlwollen seitens der Touristen.
 
Der Dom von Salerno mit den Reliquien des heiligen Apostels und Evangelisten Matthäus bildete das erste Ziel des zweiten Tages. Und auch einen „alten Bekannten“ konnte man hier antreffen. War doch auf einem Fresko der im Bamberger Dom begrabene Papst Clemens II. zu sehen.
 
In noch wesentlich ältere Zeiten führte dann die Reise in Paestum, wo griechische Tempel beeindruckten.
 
Auf Bootstour durften sich seetaugliche Reisende bei Furore begeben. Denn ein Kahn bildet die einzige Möglichkeit, die „Smargdene Grotte“ und die darin befindliche „Unterwasser-Krippe“ zu besichtigen. Die engen Gässchen und die Kathedrale von Amalfi dagegen waren wieder auf dem Landweg zu erreichen. Genauso Ravello, wo der Dom mit den Reliquien und dem Blut des heiligen Pantaleon sowie der Garten der Villa Rufolo, der schon Richard Wagner inspiriert hat, die Aufmerksamkeit der Toursiten auf sich zog.
 
Während an der Küste von Amalfi eher Landschaft und manchmal sogar Ruhe dominierten, bot die Millionenstadt Neapel geballtes Leben pur. So viel gab es in der „Hauptstadt des italienischen Südens“ zu sehen, dass die Reisenden nur ein Prozent der 400 Kirchen der Stadt besichtigen konnten. Schloss und Hafen, Geschäfte und Cafés, dazu das Gewimmel der Einheimischen und Touristen vermittelten weltstädtisches Flair.
 
Berühmt ist Bella Napoli aber auch für seine einzigartige Lage an der Mittelmeerküste. Von deren Schönheit konnten sich die Franken während einer Bustour um die Stadt überzeugen. Und auch die Region um die Metropole hat einiges zu bieten, wie der letzte Reisetag verdeutlichte: Die schönste romanische Kirche der Gegend San Angelo in Formis etwa, die Ausgrabungen von Capua mit dem zweitgrößten Amphitheater des Römischen Reiches und als krönender Abschluss die königlichen Gärten und das Schloss aus dem 18. Jahrhundert.
 
Nicht fehlen durften auf der Leserreise der Kirchenzeitung natürlich auch die morgendlichen Gebete, gestaltet vom Geistlichen Beirat des Heinrichsblatts und Begleiter der Reise, Domkapitular Prälat Luitgar Göller, der außerdem zwei Gottesdienste für die Gruppe zelebrierte.
 
Hinzu kamen spontan angestimmte Lieder und Gebete, so zum Beispiel am Matthäus-Grab oder vor den Reliquien des heiligen Pantaleon. Das eine oder andere private Stoßgebet mag während der Busfahrten noch hinzu gekommen sein. Dann nämlich, als der (selbst-)mörderische Fahrstil süditalienischer Auto- und Motorrollerfahrer den Deutschen den Schrecken in die Glieder fahren ließ.
 
Doch glücklicherweise passierte nie etwas, so dass schließlich alle wohlbehalten wieder den Flieger in die Heimat besteigen konnten. Im Gepäck hatten sie dabei nicht nur zahlreiche Souvenirs sondern auch die Erinnerung an eine Woche voller schöner Erlebnisse in einer harmonischen Gruppe und bei herrlichem Wetter am Golf von Neapel. Und vielleicht neben etwas Wehmut auch schon die Vorfreude auf die nächste Leserreise mit dem Heinrichsblatt.
Datum: 20.10.2004
Autor: Johannes Büttner

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