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Freitag 31.10.2014, 05:01 Uhr
(c) 2014 Heinrichsblatt

Eine starke Stimme für die Familien
Der langjährige Vorsitzende des Familienbundes, Professor Heinz Tröster, vollendet sein 70. Lebensjahr

Bamberg (ku) – Wenn sein Name genannt wird, dann kommt einem unwillkürlich der Familienbund der Katholiken im Erzbistum Bamberg in den Sinn. Lange Jahre war Professor Dr. Heinz Tröster der Vorsitzende dieses Verbandes und hat ihn durch sein unermüdliches Engagement geprägt und wurde so zu einer starken Stimme für die Familien. Am heutigen 28. November nun vollendet Professor Tröster sein 70. Lebensjahr.

Drei Jahrzehnte ist es her, dass der gebürtige Wiener Heinz Tröster zum Familienbund kam. „Damals hat unser Pfarrer Lorenz Gäßlein jemanden gesucht, der aus der Pfarrei zur Delegiertenversammlung des Familienbundes fährt und meinte zu mir ,Eigentlich könnten Sie doch fahren‘.“ Gesagt, getan. Während der Versammlung im Jahr 1981 wurde Tröster dann auch gleich in den Diözesanfamilienrat gewählt. 1987 folgte schließlich die Wahl zum Diözesanvorsitzenden des Familienbundes, ein Amt, das Professor Tröster bis zum vergangenen Jahr inne hatte.

Blickt er auf die Jahre im Verband zurück, so stellt er eine Professionalisierung der Arbeit fest. „Früher gab es eine Großveranstaltung im Jahr mit prominenten Rednern“, so Tröster. „Heute geht der Verband doch wesentlich mehr auf die Eltern zu.“ Bei den Veranstaltungen kommen nicht mehr nur politische Themen auf die Tagesordnung, vielmehr geht es auch um Erziehungsfragen und Themen aus dem Erziehungsalltag, so wie zuletzt um das Thema „Wie ticken Jungs?“

Von Beruf war Heinz Tröster bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2006 Professor für Steuerrecht an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Mittweida (Sachsen) und war unter anderem auch Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Im Ehrenamt galt sein Augenmerk dem Familienbund, und in diese Arbeit konnte er natürlich auch Erfahrungen aus seinem Berufsleben einbringen, gerade wenn es um steuerliche Aspekte ging.

Unter Trösters Leitung und inhaltlichen Mitwirkung wurden die Seminare auf Diözesanebene immer gefragter. „Aber leider ist es uns nicht richtig gelungen, einen direkten Kontakt zu Pfarreien und Familienkreisen aufzubauen“, resümierte er einmal bei einem Redaktionsgespräch mit dem Heinrichsblatt.

Als sehr positiv bezeichnet er das Verhältnis des Familienbundes zu anderen Verbänden wie Kolping, KAB oder auch dem BDKJ. In den letzten zwei Amtsperioden Trösters wurde zudem der Kontakt mit der politischen Ebene verstärkt durch regelmäßige Gespräche mit Abgeordneten fast aller Parteien.

Als „sehr schwer“ bezeichnet es Tröster, in der Gesellschaft Aufmerksamkeit für Familienthemen zu erlangen. „Vieles, was zum Thema Familie gesagt wird, sind leider immer noch nur Lippenbekenntnisse“, so Tröster. „Genau genommen ist die Gesellschaft eher familienfeindlicher geworden, dabei sind doch die Kinder die Ressource für unsere Zukunft.“ Schon deshalb dürfe man nicht auf Kosten der Kinder leben und sich der Wirtschaft unterordnen. Heinz Tröster: „Früher gab es noch familien- und Ortszuschläge, heute gibt es fast nur noch einen leistungsbezogenen Lohn.“ Auch fehlt es nach seiner Ansicht an entsprechenden Entlastungen für Familien bei der Renten- oder Krankenversicherung.

Das Elterngeld hält Tröster für „begrüßenswert und bedauerlich zugleich, denn es könnte eine wirkliche Anerkennung der Erziehungsleistung sein, aber nur dann, wenn es nicht als Lohnersatzleistung gedacht ist“.

Bei den vielen Veranstaltungen, die er als Familienbundvorsitzender miterlebt hat, ist Heinz Tröster schmerzlich bewusst geworden, dass das Glaubensleben in den Familien immer mehr abnimmt. Hier gelte es für die Zukunft Konzepte zu entwickeln, um diesem Trend entgegen zu wirken.

Nach seinem Rücktritt als Diözesanvorsitzender wurde Professor Heinz Tröster zum Ehrenvorsitzenden des Familienbundes ernannt und ist in dieser Eigenschaft auch weiterhin aktiv im Familienbund tätig. „Aber ich will auch mal kürzer treten und mich um meine Enkel kümmern“, sagt Tröster mit einem Lächeln und er weiß den Familienbund durch dessen Vorsitzende Christiane Kömm in den besten Händen.

Datum: 28.11.2011
Autor: ku

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