http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/bistum/medien/heinrichsblatt/aktuell/
aus_den_regionen/region_d.html
Sonntag 21.12.2014, 21:06 Uhr
(c) 2014 Heinrichsblatt

Firmlinge im Alter von 29 bis 81 Jahren
Erzbischof Ludwig Schick firmte in Schillingsfürst 13 Erwachsene

Zu einer ungewöhnlichen Firmung war Erzbischof Ludwig Schick nach Schillingsfürst im Dekanat Ansbach gekommen: 13 Erwachsene im Alter von 29 bis 81 Jahren haben das Firmsakrament empfangen. Die erwachsenen Firmlinge hatten sich an vier Abenden gemeinsam mit Diakon Roland Tschunitsch auf die Firmung vorbereitet und konnten so, das „Sakrament der Stärkung und des heiligen Geistes“, wie der Erzbischof sagte, empfangen. Zehn der erwachsenen Firmlinge sind Spätaussiedler, die zwar in ihrer Heimat Kasachstan und Weißrussland getauft worden waren, nicht aber das Sakrament der Firmung empfangen konnten. Gefirmt wurde auch ein junger Italiener und zwei aus Deutschland stammende Frauen.

Die große Anzahl der Spätaussiedler in der Region sei damit zu erklären, so erläuterte Diakon Roland Tschunitsch aus dem Seelsorgeverband der Pfarreien Rothenburg, Gebsattel und Schillingsfürst, dass sich im westlichen Landkreis Ansbach, in der Stadt Schillingsfürst und der Gemeinde Dombühl, viele Familien aus der ehemaligen Sowjetunion niedergelassen hätten. Dass viele der Familienmitglieder zwar getauft und Kirchgänger seien, aber nicht gefirmt, das sei im vergangenen Jahr beim Pfingstgottesdienst bewusst geworden. „Bei der Firmerneuerung“, so der Schillingsfürster Ortspfarrer und Dekan Hans-Peter Kunert, „sind etliche Gottesdienstbesucher nicht aufgestanden.“ In anschließenden Gesprächen wurden die Gründe benannt. Der angebotene Firmvorbereitungskurs für Erwachsene durch Diakon Tschunitsch wurde gut angenommen, so dass am 21. Mai 13 Erwachsene aus dem Seelsorgebereich Frankenhöhe in Schillingsfürst von Erzbischof Schick gefirmt werden konnten.

Zu Beginn des Pontifikalamtes berichtete Diakon Tschunitsch, dass an den vier Vorbereitungsabenden die Gottesvorstellungen, die Person Jesu Christi, die Sakramente und sieben Gaben des heiligen Geistes im Mittelpunkt standen. Die Gruppe der erwachsenen Firmlinge sei, so bestätigte Tschunitsch, sehr engagiert bei der Sache gewesen und die große Altersspanne von fast 50 Jahren habe er als bereichernd empfunden.

Gerade von der großen Lebenserfahrung der Älteren, die die kommunistische Unterdrückung erfahren und erlitten hatten, konnten die jüngeren Teilnehmer viel lernen.

Erzbischof Ludwig Schick betonte zu Beginn seiner Predigt, dass er es sich nicht nehmen lassen wollte, die außergewöhnliche Erwachsenenfirmung, wie er sagte, selbst zu spenden.

Der Bamberger Oberhirte betonte, dass der heilige Geist wichtig für das Leben jedes Gläubigen sei und die Firmung, mit der der heilige Geist jedem einzeln zugesprochen werde, ein großartiges Geschenk Gottes sei. Ohne den heiligen Geist sei ein Christsein unmöglich, so Schick, und deshalb sei es nie zu spät, gefirmt zu werden.

Gottes Geist beschenke alle, aber nicht ohne das Zutun der Gläubigen. Es müsse Bereitschaft da sein, um den guten Gott im eigenen Leben wirken zu lassen. Der Erzbischof appellierte auch an alle Gläubigen, missionarisch tätig zu sein, um gerade den Kindern und Jugendlichen ein Vorbild im Glauben zu sein. Gemeinsam mit Erzbischof Ludwig Schick haben Dekan Hans-Peter Kunert und der Rothenburger Pfarrer Harald Sassig den Firmgottesdienst zelebriert.

In jedem Jahr werden etwa 35 Frauen und Männer im Erzbistum Bamberg erst im Erwachsenenalter gefirmt. Nahezu alle von ihnen bei einem zentralen Gottesdienst am Samstag vor dem ersten Advent. Dazu kommen noch rund 90 sogenannte Erwachsenentaufen pro Jahr in der Erzdiözese – davon rund die Hälfte in der Osternacht. Dabei werden die Frauen und Männer in einem Gottesdienst sowohl getauft, gefirmt und als auch zur ersten heiligen Kommunion geführt.

Datum: 05.06.2008
Alexander Biernoth

http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/bistum/medien/heinrichsblatt/aktuell/
aus_den_regionen/region_d.html
Sonntag 21.12.2014, 21:06 Uhr
(c) 2014 Heinrichsblatt