http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/bistum/information/laien/ehrenamtlicheninitiativen/
ehrenamt_carithek.html
Montag 01.09.2014, 09:31 Uhr
(c) 2014 Initiativen von Ehrenamtlichen

 „… diese Welt ein wenig lebenswerter machen“

Ehrenamt als Therapie gegen Frust durch Bewerbungs-Absagen

Während ihres Studiums in Münster hatte sich Barbara Kostka darauf gefreut, die erworbenen Kenntnisse in der Praxis umzusetzen. Diese Erwartung trug sie durch manch schwierige Klausur in den Studienfächern Kommunikationswissenschaften und Niederländisch. Umso größer die Enttäuschung, als sie nach mit gutem Erfolg bestandener Diplomprüfung auf ihre Bewerbungen eine Absage nach der anderen erhielt. Da half auch nicht der halbherzige Trost „anderen geht es ebenso“…

Doch Aufgeben gehört nicht zum Vokabular der Siebenundzwanzigjährigen. Eifrig schrieb sie weiter Bewerbungen und beschloss im April, ihren Tatendrang ehrenamtlich umzusetzen. „Ich wollte der Gesellschaft etwas zurückgeben und am liebsten irgendwo mit anpacken“, erklärt Barbara. In der CariThek, der Ehrenamtsbörse des Caritasverbandes im Deutschen Haus, wurde sie schnell fündig. Als kontaktfreudiges Organisationstalent war sie genau die richtige Person, den bevorstehenden ersten Tag des Ehrenamtes mit zu planen und durchzuführen. Mit Feuereifer stürzte sich die frischgebackene Dipl. Regionalwissenschaftlerin Drs. auf diese Aufgabe, brachte Ideen ein, knüpfte Kontakte, übernahm den nötigen Schriftverkehr, schrieb unzählige E-mails und telefonierte, telefonierte, telefonierte …

„Es war genau das Richtige“, meint die junge Frau, und ihre Augen sprühen vor Begeisterung. „Der Kontakt mit vielen Menschen, der auch die Beratung von potentiellen Ehrenamtlichen in der CariThek mit einschließt, die Organisation und auch die Verwaltungsaufgaben, das liegt mir sehr. Bei der Vorbereitung des Ehrenamts-Tages war ich zum Beispiel Ansprechpartnerin für 30 Organisationen. Viele hatten Sonderwünsche, für die ich dann die optimale Lösung suchte. Das war nicht immer einfach, ich habe dabei aber viel gelernt und mich über positives Feedback sehr gefreut.“ Der Tag des Ehrenamts im Juli auf dem Bamberger Maxplatz war ein echter Höhepunkt.

Als jüngstes von vier in einer intakten Familie aufgewachsenen Kindern weiß Barbara um das Privileg, das sie genossen hat. Mit der Arbeit der letzten Monate und den Einblicken, die sie dabei gewinnen konnte, wuchs ihr Verständnis für Menschen aus anderen sozialen Schichten, die in weniger geordneten Verhältnissen leben. „Ich konnte manch blinden Fleck beseitigen, meine Perspektive hat sich geweitet“, berichtet sie dankbar und fügt nachdenklich hinzu: „Ich hoffe, möglichst viele erkennen, dass jeder einen Beitrag leisten kann, und sei er noch so klein, um diese Welt ein wenig lebenswerter zu machen.“ Ende August wird Barbara ihren „Job“ in Bamberg beenden, den Kontakt zur CariThek aber weiterhin pflegen und bei bestimmten Einsätzen auch Unterstützung leisten. Ihre Ausdauer bei den Bewerbungen wurde endlich belohnt, im September beginnt sie einen Ausbildungsgang zur Verwaltungsfachwirtin in Wasserburg, um anschließend eine interessante Stelle in Bayreuth anzutreten. Ihre künftigen Kollegen können sich auf eine engagierte, nette Mitarbeiterin freuen.

Renate Steinhorst   

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