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familienfreundliche_arbeitszeiten.html
Donnerstag 30.10.2014, 17:39 Uhr
(c) 2014 Beruf und Familie

Familienfreundliche Arbeitszeiten

Zur Vereinbarung von Beruf und Familie bieten die rechtlichen Rahmenbedingungen eine Reihe von Arbeitszeitmodellen, wie z. B.

  • Teilzeitbeschäftigung
  • Arbeitsplatzteilung (Jobsharing)
  • gleitende Arbeitszeit
  • Arbeitszeitkonto
  • Altersteilzeitarbeit

Wenn Sie ein solches Arbeitszeitmodell in Anspruch nehmen möchten, können Sie von ihrer Dienststelle, der Gleichstellungsbeauftragten, der Stelle für Personalentwicklung und von der zuständigen Mitarbeitervertretung beraten lassen.
Sie sollten sich in jedem Fall vorab bei ihrem/ihren Rentenversicherungsträger/n über die Folgen informieren.

A  Teilzeitbeschäftigung

Was ist Teilzeitarbeit?

Teilzeitarbeit ist die verringerte wöchentliche Arbeitszeit, so dass Sie nicht mehr als vollzeitbeschäftigt gelten. Auch eine geringfügige Beschäftigung zählt als Teilzeitarbeit. Während der Teilzeitarbeit haben Sie einen Anspruch auf Entgelt mindestens in einem Umfang, der dem Anteil Ihrer Arbeitszeit an der Arbeitszeit eines / einer vergleichbaren Vollzeitbeschäftigten entspricht.

Ihre rechtlichen Ansprüche:

Nach dem Arbeitsvertragsrecht der Bayerischen (Erz-)Diözesen (ABD) existiert ein Recht auf Teilzeitbeschäftigung, wenn:

  • mindestens ein Kind unter 18 Jahren betreut wird oder
  • pflegebedürftige Angehörige betreut werden
  • und dem Antrag keine dringenden dienstlichen Belange entgegenstehen.

Die Teilzeitbeschäftigung ist auf Antrag auf bis zu fünf Jahre zu befristen.
Sie können sie aber verlängern, wenn Sie spätestens 6 Monate vor Ablauf der vereinbarten Teilzeitbeschäftigung einen Antrag dazu stellen.

In allen anderen Fällen, anlässlich derer Beschäftigte eine Teilzeitbeschäftigung vereinbaren möchten, besteht ein Recht auf Erörterung der Teilzeitbeschäftigung, mit dem Ziel, zu einer entsprechenden Vereinbarung zu kommen.

Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) kann Teilzeitarbeit beim selben Arbeitgeber nur dann beansprucht werden, wenn:

  • Ihr Arbeitsverhältnis ununterbrochen länger als 6 Monate bestand,
  • Ihr Arbeitgeber mehr als 15 Personen beschäftigt, unabhängig von der Zahl der Auszubildenden
  • und dem Antrag keine betrieblichen Gründe entgegenstehen.

So geht’s nach dem TzBfG:

1. Antrag

Den Antrag auf Verringerung der Arbeitszeit müssen Sie mindestens 3 Monate vor deren Beginn stellen.
Dabei sollen Sie auch die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben.

2. Mündliche Erörterung

Ihr Arbeitgeber hat mit Ihnen die gewünschte Verringerung der Arbeitszeit zu erörtern, mit dem Ziel, zu einer Vereinbarung zu gelangen. Außerdem hat Ihr Arbeitgeber mit Ihnen Einvernehmen über die von ihm festzulegende Verteilung der Arbeitszeit zu erzielen.
Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des / der Beschäftigten festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen.
Als betriebliche Gründe gelten z. B. die Beeinträchtigung der Organisation oder der Sicherheit im Betrieb, die Entstehung von unverhältnismäßigen Kosten, etc.

3. Vereinbarung

Die Zustimmung des Arbeitgebers zur Teilzeitarbeit hat mindestens einen Monat vor Beginn der Teilzeitarbeit, und zwar schriftlich, zu erfolgen.
Bei einer fehlenden Einigung muss die Ablehnung mindestens einen Monat vor Beginn, wiederum schriftlich, vorliegen; sonst gilt automatisch die Verringerung und Verteilung der Arbeitszeit, wie Sie es gewünscht haben.
Die festgelegte Verteilung der Arbeitszeit kann von Ihrem Arbeitgeber geändert werden, wenn das betriebliche Interesse erheblich größer ist als Ihr Interesse an der vereinbarten Verteilung der Arbeitszeit.
Die Änderung muss aber mindestens einen Monat vorher angekündigt werden.
Eine erneute Verringerung der Arbeitszeit können Sie frühestens 2 Jahre nach der erfolgten Zustimmung oder Ablehnung verlangen.

Auch bei Teilzeitanträgen nach dem ABD empfiehlt es sich, wie vorstehend beschrieben vorzugehen.
 

B  Arbeitsplatzteilung:

Es kann vereinbart werden, dass sich mehrere Teilzeitbeschäftigte einen Arbeitsplatz teilen.
Eine Vertretungspflicht im Einzelfall ist jedoch nur gegeben bei Ihrer Zustimmung bzw. wenn es in Ihrem Arbeitsvertrag so festgelegt worden ist.
Wenn eine Arbeitnehmerin bzw. ein Arbeitnehmer aus der Arbeitsplatzteilung ausscheidet, darf deswegen nicht auch den anderen beteiligten Beschäftigten gekündigt werden.
Allerdings ist eine Änderung der festgelegten Verteilung der Arbeitszeit oder eine Änderungskündigung bzw. Kündigung aus anderen Gründen möglich!

Was Sie sonst noch wissen sollten:

  • Bewirbt sich eine teilzeitbeschäftigte Person intern um eine freie Stelle mit längerer Arbeitszeit, ist diese Person zu bevorzugen, wenn die gleiche Eignung vorliegt. Ausnahme: Es sprechen dringende betriebliche Gründe und Arbeitszeitwünsche anderer Teilzeitbeschäftigter dagegen.
  • Ihre Aus- und Weiterbildungsmöglichkeit bleibt selbstverständlich auch während der Teilzeit erhalten.
  • Für Teilzeitbeschäftigte dürfen auf keinen Fall Nachteile gegenüber Vollzeitbeschäftigten entstehen!

C  Gleitende Arbeitszeit

Zur flexiblen Arbeitsgestaltung ist in vielen Dienststellen bereits eine gleitende Arbeitszeit eingeführt. Die dazu erforderlichen Regelungen treffen die Dienststellenleitungen im Einvernehmen mit den Mitarbeitervertretungen unter Berücksichtigung der dienstlichen Belange und des Arbeitszeitgesetzes.

D  Arbeitszeitkonto

Mit Beschäftigten kann nach dem Arbeitsvertragsrecht der Bayerischen /Erz-)Diözesen ein Arbeitszeitkonto nach Maßgabe der Arbeitszeitkontenregelung (AZKR) eingerichtet werden.
Durch Dienstvereinbarung kann auch ein wöchentlicher Arbeitszeitkorridor eingerichtet werden. Zusätzlich geleistete Arbeitsstunden werden bei diesem Modell innerhalb eines festgelegten Zeitraums ausgeglichen.
Ebenfalls durch Dienstvereinbarung kann eine tägliche Rahmenzeit von bis zu 12 Stunden eingeführt werden. Der Ausgleich zusätzlicher Arbeitsstunden erfolgt wie beim Arbeitszeitkorridor innerhalb eines festen Zeitraums.

E  Altersteilzeitarbeit

Ob nun Großeltern die Betreuung ihrer Enkel oder die Pflege von anderen Angehörigen übernehmen, ob Beschäftigte nach einem langen Erwerbsleben einfach ihrer Familie mehr Zeit widmen möchten oder ob der Spagat zwischen Beruf und Familie alters- bzw. krankheitsbedingt immer schwerer fällt, für den gleitenden Übergang älterer Arbeitnehmer in den Ruhestand besteht die Möglichkeit der Vereinbarung von Altersteilzeit.
Wie die Arbeitszeit während der Altersteilzeit verteilt wird, bleibt unter Berücksichtigung der arbeitsrechtlichen und gesetzlichen Regelungen den Vertragspartnern überlassen.

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