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Montag 24.11.2014, 18:42 Uhr
(c) 2014 Erzbistum Bamberg

„Viele glauben nicht, dass es so schnell geht“
Strukturberater des Erzbistums ziehen erste Bilanz ihrer Arbeit
Insgesamt 96 Seelsorgebereiche sollen im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen im Erzbistum Bamberg gebildet werden, in vielen Gemeinden sind die Gespräche schon weit fortgeschritten, gibt es vereinzelt auch schon Kooperationsverträge oder zumindest Absichtserklärungen über die Gründung eines Seelsorgebereichs. „Wir wären nie so weit gekommen, wenn es Euch nicht gäbe“, konstatierte denn auch ein sichtlich zufriedener Domkapitular Otto Münkemer beim jüngsten Treffen der Strukturberater des Erzbistums. Sie stehen seit Beginn des Prozesses den Gemeinden mit Rat und Tat zur Seite und zogen nun eine erste Bilanz ihrer Arbeit.

„Die Strukturberater sind ganz wichtig für diesen Prozess, denn sie sind die Verbindungsleute für die Gremien vor Ort“, so Münkemer, der seitens der Diözesanleitung für den Prozess der Errichtung von Seelsorgebereichen und die Arbeit der Strukturberater verantwortlich ist. „Andere Diözesen haben nicht so viel Manpower investiert“, weiß Strukturberater Bernhard Saffer. Und Otto Münkemer ergänzt: „Deshalb schauen alle auf uns und sagen, dass wir es nicht schaffen.“

Etwa sechs Gemeinden im Bistum sind nach Aussage von Ordinariatsrat Helmut Hetzel, der selbst als Strukturberater für die Dekanate Höchstadt/Aisch, Neustadt/Aisch und Ansbach unterwegs ist, noch im Klärungsprozess, bei allen anderen Pfarrgemeinden sind sich die Verantwortlichen einig, mit wem künftig kooperiert wird und es wird an den Kooperationsvereinbarungen gearbeitet. Laut Otto Münkemer hakt es vor allem dort noch, wo die regionale Zuordnung nicht klar ist, wo eine Pfarrei sich nach zwei Seiten hin entscheiden kann. Probleme gibt es jedoch bei „ausgedehnten“ Pfarreien, die sich in zwei Seelsorgebereiche erstrecken. Münkemer: „Für den betroffenen Priester ist es schwer vorstellbar, dass seine Pfarrei auseinander bricht.“

Dass im Laufe der letzten Wochen und Monate in den Gesprächen zwischen den Pfarreien nicht alles glatt lief, zeigte Bernhard Saffer auf, der als Strukturberater für die Dekanate Coburg, Hallstadt/Scheßlitz und Lichtenfels tätig ist. So habe es immer wieder intensive Gespräche gegeben. Dabei seien die eigenen Standpunkte überdacht, seien die Standpunkte der anderen betrachtet worden, so dass am Ende doch Lösungen gefunden wurden, die für alle Seiten tragbar sind. „Dabei haben sich Bereiche gebildet, die ein großes Zukunftspotential haben“, so Saffer gegenüber dem Heinrichsblatt.  „Das sind Entwicklungsräume für die Zukunft.“ Als sehr positiv bezeichneten er wie auch seine Kollegen das große Engagement der Ehrenamtlichen vor Ort, die bei den Gesprächs-runden fast immer vollzählig anwesend waren.

Eine Erfahrung, die auch Domkapitular Otto Münkemer machte, wenn er zu Dekanatskonferenzen kam. „Die Säle waren immer voll und ich habe gemerkt, dass die Leute mit großem Interesse dahinter stehen und sich informieren wollen“. „Die Menschen vor Ort haben kapiert, dass die Kooperationen wichtig sind“, ergänzt Helmut Hetzel. Dass es dennoch nicht mit einem „Hurra“ in die Verhandlungen ging, war eine weitere Erfahrung der Strukturberater. „Es gab zunächst ein Abtasten“, berichtet Bernhard Saffer, „aber dann ist man mit Entschlossenheit an die Sache rangegangen“.

Ein Knackpunkt bei den Verhandlungen war nach Ansicht der Strukturberater das Wegkommen der Pfarreien von der Perspektive, nur auf sich zu schauen. Vielmehr habe der künftige Partner in den Blick genommen werden müssen, was auch zunehmend gelungen sei. „Es geht nicht um eine Selbstaufgabe, sondern um Solidarität“, bringt es Helmut Hetzel auf den Punkt. „Es geht darum, das Wenige an Personal und Geld gemeinsam einzusetzen.“ Und so habe es dann doch meistens schnell das Bestreben gegeben, das Beste aus den vorgegebenen Rahmenbedingungen zu machen, vor allem hinsichtlich der Personal- und Finanzfragen. Grundlage für die Verhandlungen waren und sind die „Statuten für die Errichtung von Seelsorgebereichen in der Erzdiözese Bamberg“. Sie sind die gesetzlichen Grundlagen, auf denen einerseits die Kooperationsvereinbarungen erarbeitet und geschlossen werden und andererseits die jeweiligen Seelsorgebereiche errichtet werden.

Gerade in den Bereichen Personal und Finanzen haben nach Domkapitular Münkemers Worten vor allem die Kirchenstiftungen noch einen weiten Weg vor sich und wissen um die Schwierigkeiten, die auf sie warten. Ihnen zollt der Domkapitular ein großes Lob: „Sie stellen sich der Verantwortung, nehmen das Ganze sehr ernst und finden auch Wege für die Zukunft.“ Bei diesem Prozess steht das Erzbischöfliche Ordinariat den Kirchenstiftungen intensiv beratend zur Seite. Gerade die Personalfrage bezeichnet Otto Münkemer als einen „schweren Brocken“ und nennt dabei explizit die Kirchenmusiker, deren Zukunft offen ist. „Unser Ziel in dem ganzen Personalbereich ist, möglichst ohne Kündigungen auszukommen“.

Bis Ende Februar müssen laut dem eng gesteckten Zeitplan die Kooperationsvereinbarungen stehen, in einer Vesper am Pfingstsonntag wird Erzbischof Dr. Ludwig Schick die Seelsorgebereiche in Kraft setzen. Doch damit ist die Arbeit der Strukturberater noch lange nicht abgeschlossen, denn die Kooperationsvereinbarungen sind nur ein erstes, wenngleich auch wichtiges Teilziel. „Jetzt geht es eigentlich erst richtig los“, so Helmut Hetzel. Aus diesem Grund sollen die Strukturberater bis zum Frühjahr 2007 aktiv bleiben. So werden wahrscheinlich im Herbst diesen Jahres erste Austauschrunden auf Seelsorgebereichsebene stattfinden, sollen erste Resümees gezogen werden. „Wenn die Menschen vor Ort Hilfe brauchen, wird man nach und nach vor Ort gehen“, so Otto Münkemer. „Es wird keiner allein gelassen.“

INFO

Weitere Informationen rund um die Seelsorgebereiche und entsprechende Arbeitshilfen gibt es im Internet unter www.seelsorgebereiche.de

Datum: 11.01.2006
Autor: Andreas Kuschbert

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