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Montag 22.12.2014, 01:37 Uhr
(c) 2014 Erzbistum Bamberg

Konsolidierungsprozess - Beschlüsse

Mitteilung des Erzbischofs Prof. Dr. Ludwig Schick an die Gremien Priesterrat, Diözesanrat und Dekanekonferenz sowie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

„Wir haben dieses Schreiben aufgesetzt, um Sie über unsere Finanzsituation und die daraus sich ergebenden Sparnotwendigkeiten zu informieren. Der eigentliche Anlass ist aber, Ihre Mitarbeit für den vor uns liegenden Konsolidierungs- und Umstrukturierungsprozess in unserem Erzbistum zu erbitten.

Ich erinnere daran, dass die Diözesanleitung die Unternehmensberatung BSL auf Anraten der MAV und aufgrund eines Beschlusses des Diözesansteuerrates engagiert hat. Die konkreten Sparmaßnahmen wurden von der BSL mit uns erarbeitet. Die Ordinariatskonferenz hat sie am 11./12.02.2005 beschlossen; der Diözesansteuerausschuss hat ihnen am 12.02.2005 einstimmig zugestimmt; sie müssen im nächsten bzw. übernächsten Jahr umgesetzt werden.

Am 09. Januar dieses Jahres haben wir den Pastoralplan „Den Aufbruch wagen – heute!“ veröffentlicht. Er zielt darauf hin, unser Erzbistum Bamberg zukunftsfähig zu erhalten. Im Vorwort heißt es: Wir wollen weiterhin die Frohe Botschaft des Evangeliums leben und den Menschen verkünden; in den Gottesdiensten wollen wir auch in Zukunft Gott loben und daraus Freude, Zuversicht und Kraft für den Alltag schöpfen. Wir wollen auch im zweiten Jahrtausend unseres Bistums, das im Jahr 2007 beginnt, den Nächsten zugewandt sein und ihnen hilfreich zur Seite stehen, besonders den Armen und am Rand Stehenden. Der Pastoralplan muss auf allen Gebieten und Bereichen umgesetzt werden, damit dieses Ziel erreicht wird: aktive und attraktive Kirche der Zukunft und für die Zukunft zu sein.

Zu diesem Programm der Erneuerung und Konsolidierung gehören auch die Strukturen und die Finanzen. Auch sie sollen nach den Prinzipien unseres Pastoralplanes „sehen, urteilen, handeln“ angegangen werden. Wir müssen und brauchen das nicht in Angst und Hektik zu tun, aber entschieden, klar und engagiert. Bedenken Sie: Bei dem, was Ihnen vorgetragen wird, geht es um zwei Jahre. In diesen beiden Jahren müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, dass wir in 2007 wieder einen ausgeglichenen Haushalt haben. Dann können wir ab 2008 auch wieder auf einem gesicherteren Fundament planen und handeln.

Entsprechend unserem Pastoralplan soll auch die Haushaltskonsolidierung und Umstrukturierung in Kooperation geschehen, d. h. wir alle sind eingeladen und gebeten, diesen Konsolidierungsprozess mitzugestalten. Ihre Sichtweise, Ihr Rat und Ihre Tat sind wichtig und gefordert. Einige Beispiele für das, was wir angehen müssen: Wir werden Gebäude abstoßen, anders nutzen und umgestalten müssen; wir werden die Verwaltung der Diözese und auch die der Pfarreien verschlanken müssen; die kategoriale- und die Sonderseelsorge werden wir neu strukturieren und dennoch leistungsfähig erhalten müssen.

Wenn wir alle bei diesem Prozess der Umstrukturierung und Konsolidierung gut und zielorientiert zusammenarbeiten, werden wir ihn durchführen können. Dabei sind uns die Menschen, allen voran unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders wertvoll und wichtig. Deshalb ist unser oberstes Ziel, unsere Beschäftigten in Arbeit zu halten. Vor allem dabei brauchen wir Ihre Hilfe. Bei allen Maßnahmen werden wir sozialverträgliche Lösungen suchen.

Bereits in der nächsten Woche wird die Umsetzung beginnen. Es werden mit den jeweils Betroffenen und Interessierten Gespräche geführt, um sie einzubeziehen und bei der Umsetzung zu beteiligen. Der gesamte Prozess wird von einer Steuerungsgruppe geleitet, die aus Generalvikar Albrecht, Domvikar Hetzel und der Managementberatung BSL besteht. Die einzelnen Bereiche – es sind 7, Module genannt – werden auch von Generalvikar Albrecht genannt werden.

Ich selber werde mich mit allen meinen Möglichkeiten und Kräften für das Gelingen dieses Prozesses einsetzen. Dabei baue ich auf Sie und vertraue auf Gottes Führung und Leitung.“

Die Konsolidierungsmaßnahmen im Einzelnen

Insgesamt werden bis zum Jahr 2007 ca. 18,9 Millionen Euro eingespart. Die Konsolidierungsmaßnahmen verteilen sich wie folgt:

Bereich: Ordinariat, Offizialat und Priesterseminar
Gesamteinsparung in T€ bis 2007: 2.300

Bereich: Stadtkirche Nürnberg / Gesamtkirchenverwaltung Nürnberg
Gesamteinsparung in T€ bis 2007: 605

Bereich: Pfarrgemeinden und Kindergärten
Gesamteinsparung in T€ bis 2007: 8.900

Bereich: Kategoriale Seelsorge, Sonderseelsorge, Gestellungsverträge und Verbände
Gesamteinsparung in T€ bis 2007:  3.250

Bereich: Jugend
Gesamteinsparung in T€ bis 2007: 430

Bereich: Schule und Religionsunterricht
Gesamteinsparung in T€ bis 2007:  1.200

Bereich: Caritas, SkF, InVia
Gesamteinsparung in T€ bis 2007: 785

Bereich: Jugend- und Bildungshäuser
Gesamteinsparung in T€ bis 2007: 1.400

Gesamt 18.870

Im Ordinariat wird es zu einer deutlichen Verschlankung der Verwaltung durch eine Reduktion von Aufgaben, eine Optimierung von Abläufen und Sachkostenreduktionen kommen. Die Verwaltung soll stärker als bisher zum Dienstleister für Seelsorgebereiche werden.

Für die territoriale Seelsorge wurde ein Konzept entwickelt, das die derzeitigen und künftigen demographischen, finanziellen und personellen Entwicklungen berücksichtigt und die zukünftige pastorale Versorgung sicherstellt. Die Pfarrgemeinden bekommen den Auftrag, sich Kooperationspartner zu suchen, mit denen sie Seelsorgebereiche bilden.

Bei dieser Entwicklung unterstützt das Ordinariat aktiv die Pfarrgemeinden. Es wird für die Umsetzung Berater als feste Ansprechpartner, einen Leitfaden sowie regelmäßige Veranstaltungen geben. Dieser Prozess muss bis zum Ende des Jahres 2006 abgeschlossen sein.

Die demographische Entwicklung führt dazu, dass künftig die Nachfrage nach Kindergartenplätzen sinkt. Daher werden gegebenenfalls nicht voll ausgelastete und defizitäre Kindergärten nicht mehr bezuschusst. Der Bereich der Kindergärten wird künftig mit 3,0 Millionen Euro unterstützt.

Der Bereich der Arbeitnehmerpastoral (Volksbüros, Betriebsseelsorge und Arbeitsloseninitiativen) wird neu strukturiert. Die Krankenhausseelsorge und die übrigen Bereiche der Sonderseelsorge (Hochschul-, Gehörlosen-, Gefangenen-, Telefon- und Ausländerseelsorge) werden fortgeführt, jedoch wird es Personalanpassungen geben.

Da für das Erzbischöfliche Jugendamt bereits ein Einsparungsbeschluss besteht, werden weitere Konsolidierungsmaßnahmen erst ab April 2007 durchgeführt.

Für die bistumseigenen Schulen wird das Schulgeld erhöht. Die Erziehungsberechtigten der Schüler, die derzeit kein Schulgeld leisten, werden um freiwillige Beiträge zur Verbesserung der Schulverhältnisse gebeten.

Bei den Religionslehrern werden durch eine Verbesserung der Einsatzplanung und die Verminderung von Anrechnungsstunden Kosten reduziert. Die Verhandlungen in der KODA über eine Angleichung der Stundenzahl an die der staatlichen Lehrer werden intensiviert.

Für alle Empfänger von Zuschüssen (Caritas, Verbände, etc.) der Diözese wird die Zuschusshöhe ab dem Jahr 2006 grundsätzlich an die Höhe der Kirchensteuereinnahmen gekoppelt.

Für die Jugend- und Bildungshäuser der Erzdiözese Bamberg wird bis Ende Juni 2005 eine Gesamtstrategie entwickelt. Das Budget für die Jugend- und Bildungshäuser wird auf 2,0 Millionen Euro festgelegt.

Auf dem Verhandlungswege wird versucht, die Ausgaben für die gemeinsamen Aufgaben der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland und der Bistümer in Bayern zu reduzieren. Für die Erzdiözese wird im Laufe des Jahres 2005 ein Fundraisingkonzept entwickelt. Auf Grund einer Analyse der Kirchenaustritte werden konkrete Maßnahmen für Bistumsleitung und Pfarrgemeinden entwickelt, um die Zahl der Austritte zu reduzieren und die (Wieder-)Eintritte zu steigern.

Die Erzdiözese verhandelt in der KODA über eine Reduktion der Löhne und Gehälter um insgesamt ca. 3,5 Millionen Euro pro Jahr. Angestrebt sind ein Aussetzen von Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld sowie ein Verzicht auf Tarifsteigerungen. Sofern die Verhandlungen bis Oktober 2005 nicht zu den notwendigen Ergebnissen führen, werden zusätzlich Konsolidierungsmaßnahmen in Höhe der Deckungslücke durchgeführt.

Die dargestellten Konsolidierungsmaßnahmen erfordern eine Reduzierung der Personalkosten. Die Bistumsleitung bemüht sich, den Personalabbau so sozialverträglich wie nur möglich zu gestalten und betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden.

Gemeinsam mit den Mitarbeitern und unterstützt durch die BSL Managementberatung soll der weitere Konsolidierungsprozess zielorientiert gestaltet werden. Bereits in der nächsten Woche wird die Umsetzung beginnen.

Sounddateien: Stellungnahmen zu den Beschlüssen

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