Landwirtschaftliche Familienberatung
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Franz Breuer, Vorgänger und Nachfolger. Weitergabe in institutionellen und persönlichen Bezügen.
Buch

Übergänge in der Leitung von Unternehmen werden seit einiger Zeit als neuralgische Punkte der Entwicklung von Organisationen untersucht. Franz Breuer, Professor für Psychologie in Münster hat dazu verschiedene Befragungen durchgeführt und stellt nun eine allgemeine Theorie des Übergangs in der Leitung von Institutionen vor, die seine Ergebnisse zu einem integrativen Konzept zusammenfasst.

Die Arbeit basiert auf einem einfachen Modell der strukturellen Koppelung zwischen zwei Personen (Vorgänger und Nachfolger), die sich auf den Transfer eines „Objektes“ bezieht, das im Transferprozess den Besitzer wechselt. Auch der Fall des Wechsels des Objektes durch einen Besitzer wird bearbeitet. Breuer geht von einem sehr breiten Transfer-Verständnis aus, das neben wirtschaftlichen Unternehmen auch Übergänge in Familie und Partnerbezeihung, der Wechsel in Sportvereinen und bei Religionsführern, von Haustieren, Universitätsprofessuren oder Organtransplantation erfasst. Er sucht allgemeine strukturelle Muster der Entwicklungsdynamik in diesen sehr heterogenen Leitungswechseln herauszuarbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Beschreibung aus der Perspektive der beteiligten Akteure, insbesondere ihre existentielle Bindung an den Besitz: Was bleibt von mir? Wie sehr bin ich von dem Vergangenen bestimmt? Das „dreistellige“ Grundmodell der Verflechtungen zwischen „Vorgänger-Nachfolger-Besitzobjekt“ wird in verschiedene Richtungen weiter aufgefächert. Aus der Sicht der Beteiligten werden etwa Interessen, Haltungen/Identifikationen, Handlungsstrategien usw. beschrieben. Transferschemata, normative Regulierungen, zeitliche Verlaufsgestalten sowie die Rolle der Umwelt werden gewürdigt. Die Struktur der Kommunikation im Transfer von Familienbetrieben wird eingehend gewürdigt, wobei auch die besondere Problematik landwirtschaftlicher Familienbetriebe berücksichtigt wird. Beachtung verdient vor allem das idealtypisch gedachte Transfermodell von Familienbetrieben. Zahlreiche, unterschiedlich ausgearbeitete Beispiele aus unterschiedlichem Kontext ergänzen die theoretische Darstellung.

Der Verfasser verfolgt mit der Absicht, ein allgemein gültiges Transfermodell zu erarbeiten, das auf die unterschiedlichsten Vorgänger-Nachfolger-Wechsel anwendbar ist, ein sehr ambitioniertes Ziel. Es lässt sich fragen, ob die Unterschiede zwischen den angesprochenen Feldern nicht größer sind als die vorfindbaren Gemeinsamkeiten. Insbesondere lässt sich kritisch einwenden, ob Übergänge in persönlichen Beziehungen und bei Organtransplantation nicht verkürzt werden, wenn sie mit Hilfe eines Modells erfasst werden, das auf der „Besitz“-Metapher basiert, auch wenn Besitz hier sehr weit gefasst wird. Implizit wir auch davon ausgegangen, dass an der Spitze von erfolgreichen Institutionen eine Führungspersönlichkeit anzutreffen sei, was insbesondere die moderne Realität kaum mehr angemessen widerspiegelt.

Insgesamt bietet das sehr klar ausgearbeitete Modell mit seinen zahlreichen Nuancen ein beachtenswertes Denkschema, das nicht nur für die Untersuchung von Institutionen und vor allem von Familienbetrieben hilfreich ist, sondern das auch für Praktiker nützlich ist, denen es um das Aufspüren von Schwachstellen und um die Optimierung der Funktion von Unternehmen geht.

Göttingen 2009, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht
386 S., ISBN 978-3-525-40324-2
Preis EUR 39,90

Datum: 28.12.2009
Autor: Hans Goldbrunner
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