Landwirtschaftliche Familienberatung
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"Der Mensch sagt: die Zeit vergeht.
Die Zeit sagt: der Mensch vergeht."
Himalaja

Was brauchen wir im Alter?

Viele Hofübergeber fragen immer wieder bei den Hofübergabegesprächen, was und wieviel sollen wir uns denn als Austrag schreiben lassen. Eine Frage, die Außenstehende nur schwer beantworten können. Umgekehrt stelle ich dann die Frage, was möchten sie denn und was brauchen sie zum wirtschaftlichen sorgenfreien Leben?

Allerdings ist diese Frage mindestens 20 Jahre zu spät gestellt worden.

Auch ein Landwirtsehepaar muss sich schon in jungen Jahren fragen, wie möchte ich meinen Lebensabend gestallten und was möchte ich mir leisten können im Alter. Somit kann ich mir frühzeitig ein eigenes privates Vermögen aufbauen. Dazu kann ich heute viele staatliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen. In jungen Jahren hat man noch die Kraft und Lebensenergie, mehr Arbeit für finanzielle Rücklagen zu schaffen. Im Alter lässt die Leistungsbereitschaft und Kraft erheblich nach. Heute in jungen Jahren weiß ich auch noch nicht, ob die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einmal gegeben sind, damit eines der Kinder einmal den Hof übernehmen möchte. Altersarmut entsteht in landwirtschaftlichen Familien, wenn kein Hofnachfolger vorhanden ist, keine Rücklagen gebildet wurden und wegen fehlender Gewinne die Gebäudesubstanz nicht in Ordnung gehalten werden konnte.

Die meisten Hofübergeber von heute, schauen mehr darauf, was die Kinder brauchen und wie sie ihren finanziellen Erwartungen gerecht werden können. Viel später erst denken sie an sich.

Die heutige Übergebergeneration hat meistens bescheidene Ansprüche, wenn es um die Leistungen der Übernehmer geht. Es ist wichtig, dass die Übergeber sich nicht als Bittsteller verstehen, sondern für die Übergabe ihres Hofes und für die Lebensarbeitsleistung sich einen gerechten wirtschaftlichen Altersausgleich zurückbehalten bzw. mit dem Übernehmer vereinbaren. In den seltensten Fällen sind die Altenteilsleistungen überzogen. Natürlich können durch Abfindung weichender Erben und Altenteilsleistungen ein Betrieb geknebelt und bis an seine Leistungsfähigkeit belastet werden. Dabei ist immer wieder der übergebene Hof mit seiner Leistungskraft und den entstehenden Belastungen zu sehen. Spannungen gibt es, wenn die Eltern für die finanziellen Ansprüche und Forderungen der weichenden Erben gegenüber den Übernehmer missbraucht werden. Die Eltern haben den Wunsch und Anspruch, es allen Kindern recht machen zu wollen und kommen dadurch mit sich und den Familienmitgliedern in Konflikt. Familienfrieden bei und nach der Hofübergabe, hat für die Übergebergeneration eine wichtige Funktion. Deshalb sollte eine Hofübergabe langfristig mit allen Beteiligten offen geplant werden, nicht nur um für sich eine private, finanzielle Altersicherung aufbauen zu können.

Von Fritz Kroder, Landw. Familienberatung Bamberg, Bayern - D

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