Landwirtschaftliche Familienberatung
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Bewältigung von Existenzgefährdung
in landwirtschaftlichen Familienbetrieben

Dr. Marianne Kusemann*

Im Rahmen einer Doktorarbeit am Fachgebiet Landwirtschaftliche Beratung und Kommunikation der Humboldt Universität in Berlin wurde untersucht, wie landwirtschaftliche Familienbetriebe mit Existenzgefährdung umgehen. Die Studie entwickelt auf der Grundlage von Fallbeispielen aus Westfalen-Lippe eine Theorie des Bewältigungsprozesses. Das Erklärungsmodell beleuchtet häufig auftretende Probleme der Beratung, wie die späte Inanspruchnahme oder das folgenlose Aufzeigen von Bewältigungsmöglichkeiten.

Die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe wird seit vielen Jahren durch den hohen Anpassungsdruck beeinflusst, dem der Agrarsektor ausgesetzt ist. Unter diesen Bedingungen ist es für viele Familienbetriebe schwierig geworden, ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften, das den Fortbestand des Betriebes und die Lebenshaltung der Familienmitglieder sichern kann. Oftmals übersteigen die Anforderungen die Anpassungsfähigkeit der Familienunternehmen und ihre Existenz ist gefährdet. Im langjährigen Durchschnitt stellen pro Jahr 12 000 bis 15 000 bäuerliche Betriebe ihre Bewirtschaftung ein – viele davon ungewollt. Existenzgefährdung bezeichnet nicht nur die Bedrohung der materiellen Existenz, sondern auch die der Identität als bäuerliche Familie. Es droht der Verlust von Lebensentwürfen, Werten und Zielen, die nicht einfach substituierbar sind.
Die Existenz landwirtschaftlicher Familienbetriebe ist gefährdet, wenn familienbetriebliche und/oder externe Anforderungen die Anpassungsfähigkeit des Familienbetriebes in einem solchen Ausmaß beanspruchen oder übersteigen, dass das Erreichen wesentlicher Ziele, wie die Erwirtschaftung eines ausreichenden Einkommens und das Fortbestehen des Familienbetriebes bedroht sind. Die Familien müssen nach Lösungen suchen und Bewältigungsarbeit leisten. Im Rahmen der Forschungsarbeit wird unter Bewältigung und bewältigen nicht nur das erfolgreiche Meistern einer Situation verstanden, sondern alle Bemühungen mit Belastungen fertig zu werden, auch solche die nicht zum Erfolg führen. Das aus den Untersuchungen entwickelte Modell beschreibt Bewältigung von Existenzgefährdung als Prozess und besteht aus mehreren Bausteinen (s. Abb. 1), die im folgenden dargestellt werden.

Existenzgefährdende Situation und Wahrnehmung

Den Ausgangspunkt bildet die jeweils spezifische existenzgefährdende Situation. Der erste Schritt in Richtung Bewältigung ist die Wahrnehmung der Situation durch die Familie, im Modell in Form einer "Wahrnehmungsschranke" dargestellt. Ob und wann die Anzeichen einer Bedrohung wahrgenommen werden, hängt unter anderem von ihrer Erkennbarkeit ab.

Familiale Bewertungen

Ein zentraler und sich wiederholender Vorgang sind die familialen Bewertungen. Das Vorhandensein von Anzeichen einer Existenzgefährdung und ihre Wahrnehmung bewirken nicht automatisch Bewältigungshandlungen, erst die entsprechende Bewertung der Situation initiiert den Bewältigungsprozess. Der Unterschied zwischen nüchterner, sachlicher Wahrnehmung und Bewertung ist der, dass die persönliche Bewertung darüber entscheidet, ob die Existenz individuell als bedroht erlebt wird und Bewältigung erforderlich macht.
Was genau wird bewertet? Bei der Bewertung der Situation durch die Familie werden einerseits das Wohlbefinden der Familienmitglieder und die Lage des Betriebes und andererseits die verfügbaren familienbetrieblichen Bewältigungsmöglichkeiten und -fähigkeiten bewertet. Bewertet die Familie die Situation als neutral oder positiv sind Anpassungsbemühungen aus ihrer Sicht nicht erforderlich. Werden das Wohlbefinden und/oder die Lage des Betriebes als bedroht bewertet, beginnt der Bewältigungsprozess. Gleichzeitig bewertet die Familie die Möglichkeiten und Fähigkeiten, die sie für verfügbar hält, um den Anforderungen zu begegnen. Neben den eigenen werden auch die Möglichkeiten externer Unterstützungssysteme wie beispielsweise der Beratung bewertet. Fällt diese Bewertung positiv aus wird die Familie entweder selbstständig handeln und/oder externe Unterstützung in Anspruch nehmen. Haben die Betroffenen das Gefühl, die Situation meistern zu können, wird sich dadurch das Gefühl der Bedrohung vermindern. Fällt die Bewertung der Bewältigungsmöglichkeiten negativ aus, d. h. ist die Familie der Überzeugung, dass sie selbst und andere nichts tun können, verstärkt sich die erlebte Bedrohung. Der Bewältigungsprozess ist dann von Hoffnungslosigkeit geprägt und dem Wunsch der Situation zu entfliehen.
Bei den Bewertungen kommt es immer wieder auch zu Fehleinschätzungen, beispielsweise wenn die Familie ihre eigenen Anpassungsfähigkeiten überschätzt und Handlungsmöglichkeiten deutlich positiver bewertet als sie in der Realität sind. Da es im landwirtschaftlichen Familienbetrieb mehrere Betroffene und Beteiligte gibt, kommt es auch zu mehreren Bewertungen. Die Bewertungen der Familienmitglieder können entweder übereinstimmend oder unterschiedlich sein. Abweichende Ansichten über das Vorhandensein einer Bedrohung oder kontroverse Vorstellungen über Bewältigungsmaßnahmen zeigen die Schwierigkeiten gemeinsamer Bewältigung auf. Divergierende Bewertungen machen Koordination erforderlich. Wird keine übereinstimmende Bewertung erreicht, kann es zu individuellen Handlungen kommen, die sich gegenseitig behindern bzw. nicht zu einer wirksamen Anpassung führen.

Handlungen und Interaktionen

Die familialen Bewertungen bestimmen die Handlungen und Interaktionen der Familie. Die vielfältigen Bewältigungsbemühungen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Ausrichtung. Einerseits können sie auf die aktive Veränderung der Situation gerichtet sein, indem die Betroffenen versuchen Schwierigkeiten, die der Zielerreichung des landwirtschaftlichen Familienbetriebes im Wege stehen, zu beseitigen. Die Familie versucht die IST-Situation zu verändern und Probleme zu lösen, um ihre Ziele aufrechterhalten zu können. Andererseits können in der Familie Prozesse ablaufen, in denen sich die Betroffenen selbst verändern d. h. sich durch Änderungen ihrer Ziele, Lebensentwürfe und Prioritäten der gegebenen Situation anpassen – das SOLL wird verändert. Die Übergänge zwischen diesen Ausrichtungen sind fließend. Zwei Beispiele sollen dies verdeutlichen. Da viele der umweltbedingten Anforderungen, wie beispielsweise die Preisentwicklung, durch den einzelnen Landwirt nicht verändert werden können, richten sich die IST-Veränderungen meist auf die innerbetriebliche Situation. Viele Bauern sehen die Problemlösung in größeren betrieblichen Umstrukturierungen und Wachstumsinvestitionen, mit dem Ziel durch eine Vergrößerung des Produktionsumfanges mehr Gewinn zu erwirtschaften und so die Existenz sichern zu können. Die Einstellung der Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Betriebes ist ein Beispiel für eine extreme SOLL-Veränderung, bei der die Betroffenen ihre Ziele und Lebensentwürfe anpassen. Sie müssen sich völlig neu orientieren, da es sich um eine Konzeption von Familie ohne Betrieb handelt.

Bewältigungskontext – bestehende und sich verändernde Bedingungen

Der Bewältigungsprozess wird beeinflusst und geformt durch bestehende und sich über die Zeit verändernde Bedingungen. Landwirtschaftliche Familienbetriebe bewerten und bewältigen existenzgefährdende Situationen auf sehr unterschiedliche Art und Weise. In den Untersuchungen wurden verschiedene Bedingungen identifiziert, die zum Verständnis der vorzufindenden Variation beitragen. Die Biographie des Familienbetriebes, die unterschiedlichen Ziele, Werte und die Verbundenheit der Familienmitglieder mit dem Betrieb sowie betriebliche, familiale und individuelle Bewältigungsressourcen beeinflussen den Umgang mit Existenzgefährdung. Darüber hinaus spielen externe Ressourcen eine bedeutende Rolle im Bewältigungsprozess. Die Unterstützung durch Beratung, Geldinstitute und Berufskollegen nimmt verschiedene Formen an und ist auf unterschiedliche Art und Weise nicht unproblematisch.
Denn Betrieb sowie betriebliche, familiale und individuelle Bewältigungsressourcen beeinflussen den Umgang mit Existenzgefährdung. Darüber hinaus spielen externe Ressourcen eine bedeutende Rolle im Bewältigungsprozess. Die Unterstützung durch Beratung, Geldinstitute und Berufskollegen nimmt verschiedene Formen an und ist auf unterschiedliche Art und Weise nicht unproblematisch.

Realitätsangemessenheit und Flexibilität

Im Laufe der Forschungsarbeit haben sich insbesondere zwei Merkmale als relevant für den Verlauf des Bewältigungsprozesses und das Anpassungsergebnis herauskristallisiert: die Realitätsangemessenheit der familialen Bewertungen sowie die Flexibilität der Familienmitglieder bei der Wahl und Ausrichtung der Bewältigungsmaßnahmen. Die unterschiedlichen Ausprägungen dieser Merkmale schaffen unterschiedliche Handlungskontexte, sie können sich im Verlauf ändern und innerhalb der Familie unterschiedlich sein.
Mit steigendem Gefährdungsniveau nimmt die Aufrechterhaltbarkeit des Familienbetriebes ab, das bedeutet, dass zunehmend Soll-Veränderungen, also Anpassungen der Ziele und Lebensentwürfe, erforderlich werden. Es gibt Situationen, in denen Ist-Veränderungen nicht (mehr) genügen, um die Bedrohung abzuwenden bzw. können Anforderungen vorliegen, die im eigentlichen Sinne kein lösbares Problem darstellen. Die zentrale Frage die sich existenzgefährdeten landwirtschaftlichen Familienbetrieben stellt ist: kann der landwirtschaftliche Familienbetrieb bestehen oder nicht und wenn ja in welcher Form und wenn nicht was dann? Welche Art der Veränderung und Anpassung ist notwendig? Die realitätsgetreue Bewertung der Situation und der verbleibenden Handlungsmöglichkeiten und das Aufbringen der erforderlichen Flexibilität stellen hohe Ansprüche an die Betroffenen.
Häufig kommt es im Bewältigungsprozess zu einem Phänomen, dass die Familien in ihren Reflexionen als Nicht-Wahrhaben-Wollen beschreiben. Nicht-Wahrhaben-Wollen führt dazu, dass länger versucht wird die Ziele aufrechtzuerhalten und die Situation zu verändern, als es angemessen ist. Der Wunsch ist größer als die Realitätsorientierung. Das Phänomen Nicht-Wahrhaben-Wollen verändert sich im Verlauf. Der Wechsel kann entweder durch Druck und Zwang initiiert werden oder durch das Akzeptieren der eingeschränkten Handlungsfähigkeit. Für einen Wandel vom Nicht-Wahrhaben-Wollen hin zum Wahrhaben, muss die Familie einen Prozess des Akzeptierens durchlaufen. Durch Erlebnisse des Scheiterns von Bewältigungsversuchen und die Verschlimmerung der Situation erfährt die Familie ihre Grenzen und realisiert, dass bestimmte Aspekte unveränderbar sind. Die Betroffenen beginnen teilweise loszulassen und ihre Ziele und Werte anzupassen. Wie lange der Prozess des Akzeptierens dauert bzw. ob er überhaupt statt findet, ist von Persönlichkeit zu Persönlichkeit und von Situation zu Situation unterschiedlich. Bei manchen Familien kommt es zu einem Wahrhaben-Müssen durch externen Druck und Zwang, der beispielsweise durch die Bank ausgeübt werden kann.
Der Bewältigungsprozess findet seinen Abschluss in einem Anpassungsergebnis, das im Idealfall keine weiteren Bewältigungsbemühungen erforderlich macht. Anforderungen und Anpassungsfähigkeiten befinden sich wieder im Gleichgewicht.

Schlussfolgerungen und Anregungen für die Weiterentwicklung der Beratung

Die aus den empirischen Untersuchungen entwickelte Theorie des Bewältigungsprozesses gibt Antworten auf die Fragen, wie landwirtschaftliche Familienbetriebe Existenzgefährdung wahrnehmen und wie sie solche Krisen bewältigen. Die Studie zeigt auf, dass familiale Bewältigung relativ isoliert statt findet und der Beratung, wenn sie denn Zugang zur Familie findet, eine wichtige Rolle zukommt.

Bewältigung ist mehr als Problemlösen

Die Ergebnisse der Studie haben gezeigt, dass es bei der Bewältigung von Existenzgefährdung um erheblich mehr als um Problemlösen geht. Häufig ist es nicht möglich, die Existenzgefährdung so zu bewältigen, dass dabei der landwirtschaftliche Betrieb und mit ihm die Ziele, Werte und Orientierungen der Familie aufrechterhalten werden können. Die Anpassung an die gegebenen situativen Beschränkungen bedeutet in diesen Fällen die Veränderung der Lebensentwürfe und das Verarbeiten von Verlusten.

Die Anforderungen führen viele Familien an die Grenzen ihrer Flexibilität

Das Aufbringen der erforderlichen Flexibilität und die Belastung durch die damit verbundenen Verluste, führt viele Familien an ihre Grenzen. Die Umsetzung von objektiv notwendigen Veränderungen fällt vielen Betroffenen schwer bzw. gelingt Ihnen nicht.

Nicht-rationale Faktoren haben entscheidenden Einfluss auf das Bewältigungsverhalten

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass nicht-rationale Einflüsse z. B. emotionale Faktoren wie Scham, Angst, Wut und Trauer im landwirtschaftlichen Familienbetrieb handlungsbestimmend sind, auch wenn sie es aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht sein sollten.

Veränderungsempfehlungen erzeugen Widerstand

Die Schwierigkeiten, die bei der Arbeit mit existenzgefährdeten Klienten auftreten, sind auch dadurch bedingt, dass die Berater/-innen die Familien durch ihre Empfehlungen oftmals zu Veränderungen auffordern, die aus deren Sicht nicht zur Erreichung der eigenen Ziele beitragen. Der Wunsch, dass der Berater/die Beraterin sie dabei unterstützt, ihren landwirtschaftlichen Familienbetrieb aufrechtzuerhalten, kann häufig nicht erfüllt werden. Ein Berater/eine Beraterin bewertet die Situation und potenzielle Bewältigungsmaßnahmen als eine Person, die weder Mitglied der Familie noch des Betriebes ist. Dies ermöglicht einerseits eine relativ rationale Einschätzung und führt andererseits zu unterschiedlichen Problemdefinitionen von Klient und Berater/-in sowie divergierenden Bewertungen der Bewältigungsmöglichkeiten. Die Konfrontation mit der realitätsorientierten Einschätzung des Beraters/der Beraterin erzeugt häufig Widerstand und Reaktionen des Nicht-Wahrhaben-Wollens. Verbleibende Handlungsmöglichkeiten sind meist mit einschneidenden Veränderungen und schmerzlichen Verlusten verbunden. Die Überzeugungskraft rationaler Argumente reicht oftmals nicht aus, um Veränderungsbereitschaft zu wecken.

Förderung der Inanspruchnahme von Beratung durch initiative Problematisierung

Es muss versucht werden durch initiative Problematisierungen eine größere Zahl von existenzgefährdeten Familienbetrieben frühzeitig zu erreichen. Buchstellen und Banken müssen dafür gewonnen werden, die Beratung aktiver zu unterstützen. Aktuelle Ereignisse wie Tierseuchen oder Dürren, die Krisen mit verursachen können, müssen genutzt werden, um die bäuerlichen Familien für existenzgefährdende Auswirkungen zu sensibilisieren und zeitnah auf konkrete Beratungsangebote aufmerksam zu machen. Politische Entscheidungsträger sollten Krisenhilfe nicht ausschließlich in finanzieller Form gewähren. Den Betroffenen muss Beratung angeboten werden, die sie bei der Erschließung neuer Bewältigungsmöglichkeiten unterstützt und bei der Umsetzung begleitet.

Mit dem Widerstand arbeiten

Aus beratungsmethodischer Sicht ist es erforderlich, Widerstände und die Existenz nicht-rationaler Einflüsse als Teil des Bewältigungsprozesses zu akzeptieren. Die Berater/-innen dürfen nicht gegen, sondern müssen mit dem Widerstand arbeiten und ihn zulassen. Die Familie muss erfahren, dass ihre Initiative bei der Entwicklung von Bewältigungsstrategien erwünscht ist, ihre Bewertungen ernst genommen werden und die von ihr präferierten Strategien ebenso geprüft werden, wie die des Beraters/der Beraterin, auch wenn sie betriebswirtschaftlich gesehen nicht die erste Wahl sind. Klienten die das Gefühl haben, dass der Berater/die Beraterin nicht-rationale Einflüsse anerkennt und aus diesem Verständnis heraus mit der Familie nach Lösungen sucht, fühlen ihre Interessen vertreten und können sich eher mit den beschränkten Handlungsmöglichkeiten auseinandersetzen und auf Veränderungen einlassen. Die Erfahrungen existenzgefährdeter landwirtschaftlicher Familienbetriebe haben gezeigt, dass das Akzeptieren der Situation, der beschränkten Handlungsmöglichkeiten und erforderlichen Veränderungen ein Prozess ist, der vor allem auch Zeit benötigt. Die Auseinandersetzung mit Entscheidungen, die mit existenziellen Verlusten verbunden sind, ist ein Vorgang, zu dem auch Ausprobieren, Abwägen, Verdrängen sowie Hin-und-her-schwanken gehören. Widerstände und eine ablehnende Haltung der Familie sollten nicht zum vorzeitigen Aufgeben der Klienten und dem Ende der Beratungsbeziehung führen.

Stärkung der familialen Bewältigungsressourcen

Familienbetriebe können durch die Kopplung von Familie und Unternehmen über besondere Ressourcen und Stärken verfügen. Gleichzeitig bedingt die Vermischung von Berufsleben und Privatleben aber auch Schwächen und ein erhöhtes Konfliktpotenzial. Die Verfügbarkeit der familialen Ressourcen hängt mit der Art und Weise zusammen, wie die Familie das Zusammenleben und Zusammenarbeiten organisiert und wie ihr die Verbindung von Familie, Eigentum und Betrieb gelingt. Natürlich kommt es hierbei zu Konflikten, dann sind insbesondere die Kommunikations- und Problemlösungsfertigkeiten der Familie gefragt. Zeichnet sich die Streitkultur der Familie eher durch Sprachlosigkeit und Tabuisierung als durch offene Auseinandersetzung aus, behindert dies den Bewältigungsprozess. Ist der familienbetriebliche Zusammenhalt gegeben, kann durch die Nutzung der eigenen Ressourcen vieles erfolgreich bewältigt werden. Es muss versucht werden, die familialen Bewältigungsressourcen zu stärken bzw. sie transparent und nutzbar zu machen, beispielsweise durch Bildungsangebote. Eine besonders wichtige Zielgruppe stellt hierbei die künftige Betriebsleitergeneration dar. Krisenmanagement muss in der Ausbildung thematisiert und trainiert werden.

Die Verfügbarkeit der familialen Ressourcen hängt mit der Art und Weise zusammen, wie die Familie das Zusammenleben und Zusammenarbeiten organisiert und wie ihr die Verbindung von Familie, Eigentum und Betrieb gelingt. Natürlich kommt es hierbei zu Konflikten, dann sind insbesondere die Kommunikations- und Problemlösungsfertigkeiten der Familie gefragt. Zeichnet sich die Streitkultur der Familie eher durch Sprachlosigkeit und Tabuisierung als durch offene Auseinandersetzung aus, behindert dies den Bewältigungsprozess. Ist der familienbetriebliche Zusammenhalt gegeben, kann durch die Nutzung der eigenen Ressourcen vieles erfolgreich bewältigt werden. Es muss versucht werden, die familialen Bewältigungsressourcen zu stärken bzw. sie transparent und nutzbar zu machen, beispielsweise durch Bildungsangebote. Eine besonders wichtige Zielgruppe stellt hierbei die künftige Betriebsleitergeneration dar. Krisenmanagement muss in der Ausbildung thematisiert und trainiert werden.

 

* Dr. Marianne Kusemann, Landwirtschaftliche Unternehmensberatung, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Saerbeck,
Fon (02574) 92 77 32, Fax (02574) 92 77 17,
E-Mail Marianne.Kusemann@lwk.nrw.de

Aus Ländlicher Raum März/April 2004

 

von Prof. Dr. Hans Goldbrunner zum kostenlosen Download bereitgestellt
Juli: Theorie und Praxis in der Landwirtschaftlichen Familieberatung
Die Landwirtschaft wird seit einigen Jahrzehnten mit einem nicht endenden Strukturwandel konfrontiert, der nicht selten lähmende Existenzängste auslöst und gleichzeitig ungeheure Anforderungen stellt.
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