Landwirtschaftliche Familienberatung
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Eigene Bedürfnisse erkennen

Volker Willnow, LFB Hohebuch, Baden-Württemberg - D

Die Fragen nach dem "Warum" des eigenen Verhaltens werden Hugo und Gisela nicht beantworten können, ohne auf die eigenen Bedürfnisse zu schauen. Vielleicht wird Hugo davon erzählen, was der Hof, die Heimat, für ihn bedeutet, wie die Verantwortung auf ihm lastet, und das es ihn kränkt, wenn Gisela nicht voll bei der Sache ist. Möglicherweise wird er auch entdecken und mitteilen, wie wertvoll für ihn Geborgenheit, Ehe und Familie sind. Vielleicht wird Gisela davon berichten, das schon ihre Mutter die Rolle der selbstlosen "Dienerin" innehatte und daraus die Stärke, Bestätigung und Anerkennung bezog, nach der sie sich so vergeblich sehnt. Möglicherweise wird sie entdecken und mitteilen, wie wichtig für sie neben der Ehe auch ein Stück Eigenständigkeit ist.

Bei den eigenen Bedürfnissen angekommen, besteht die Möglichkeit eines Ausgleichs zwischen Hugo und Gisela, ohne Gewinner und Verlierer. Vielleicht prüft Gisela die Möglichkeit, auf dem Hof einen Bereich in eigener Verantwortung zu führen, oder außerhalb des Familienbetriebes zu arbeiten. Vielleicht probiert sie aus, in Zukunft auf die Rolle der selbstlosen Dienerin zu verzichten. Möglich dass Hugo entdeckt, dass eine eigenständige und selbstbewusste Frau seinen Bedürfnissen nach Sicherheit, Geborgenheit und Erhalt des Hofes sehr viel besser nachkommt als eine Frau die als unbezahlte Magd für ihn arbeitet. Vielleicht entdeckt Hugo genug Selbstwert, um auf die Abwertung seiner Frau verzichten zu können.

(zurueck.gif; 0,11 kB)

Mai 2012
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In einem Seminar mit Dr. Georg Beirer befassten sich die Mitarbeiter der Landwirtschaftlichen Familienberatungen aus ganz Bayern mit dem Thema: „Der ganz normale Neid“ Die nachfolgende Zusammenstellung aus dem Manuskript zeigt die Vielfältigkeit des Themas.
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