Dritter Stuttgarter Mediationstag zeigte vielfältige Möglichkeiten der Mediation in Organisationen
Stuttgart. Mit über 200 Teilnehmern war der 3. Stuttgarter Mediationstag gut besucht. In einem kurzweiligen Programm aus Vorträgen, Foren und Workshops hatten die Besucher viele Wahlmöglichkeiten. Stände der Mediationsverbände und Büchertische mit umfangreicher Literaturauswahl ergänzten die Informationen. Das Improvisationstheater "ohne Gewähr" rundete den gehaltvollen Tag kulturell-erheiternd ab. Rainer Wilczek, Geschäftsführer der BAG Familie und Betrieb gestaltete das "Forum Familienbetrieb".
"Mediation in (landwirtschaftlichen) Familienbetrieben oder - Krisenmanagement zwischen Generationskonflikt, Ehescheidung und betrieblicher Existenzkrise" lautete der Arbeitstitel des Forums Familienbetrieb. Oft sind in kleinen Familienbetrieben wichtige Mitarbeiter gleichzeitig die engsten Familienangehörigen: der Ehepartner, die (Schwieger-)Eltern, die (Schwieger-)Kinder Diese Situation ist nicht nur häufig in der Landwirtschaft, sondern auch im Handwerk, Handel und Gewerbe anzutreffen. Kleine und große Veränderungen sowohl auf familiärer, wie auch auf betrieblicher Seite bedingen sich dann oft gegenseitig. In einer betrieblichen Existenzkrise können familiär unterschwellige Konflikte schnell eskalieren.
Wenn die Tradition des Betriebes als unausgesprochenes Familienvermächtnis einen Schuldigen für das mögliche Scheitern der Existenz sucht, kann dies den Streit verstärken, ebenso wie über Jahre hinweg von den Familienmitgliedern erbrachte persönliche Einschränkungen und Entbehrungen, die mit der betrieblichen Existenz verbunden waren.
Neben Inputs aus der Arbeit der landwirtschaftlichen Familienberatung stellte der Workshop die Frage nach Steuerungsmöglichkeiten, wenn betriebliche und persönliche Krisen zusammenfallen und eskalieren. Dabei wurde nach Instrumenten für Kriseninterventionen gesucht.
Das Tagesprogramm, ein Bericht aus der Stuttgarter Zeitung vom 8.4.2011 und der Beitrag von Rainer Wilczek sind hier als pdf abrufbar.
Auch in diesem Monat finden Sie wieder einen interessannten Beitrag aus der Fachzeitschrift „Konfliktdynamik“ 1. Jahrgang, Heft 4/2012 zum Thema „Prozessgestaltung bei Veränderungen“ von Professor Joseph Rieforth. Er ist wissenschaftlicher Leiter der Abteilungen für Beratung und Konfliktlösung sowie Psychotherapie und Hochschulambulanz im Center für Lebenslanges Lernen der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg .
Ethische Grundlagen zur Begleitung von Bauern und Bäuerinnen in Schwierigkeiten
Diese Ethikcharta ist das Ergebnis von drei internationalen Austauschtreffen zwischen Organisationen aus Deutschland, Belgien, Frankreich und der Schweiz sowie der Treffen der nationalen Lerngruppen, die im Rahmen des Grundtvig Projektes stattgefunden haben.
Seit fünf Jahren unterstützt in Tirol "Lebensqualität Bauernhof" Bäuerinnen und Bauern bei der Bewältigung emotionaler Probleme. Nun setzt die Initiative einen neuen Schwerpunkt, mit der Beratung zum (Ehe-)Leben am landwirtschaftlichen Betrieb, das sich in vielfacher Hinsicht von einem "normalen" Tiroler Haushalt unterscheidet.