Landwirtschaftliche Familienberatung
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Einrichtung in Sachsen

"Sorgentelefon für den ländlichen Raum"

Wurde gefördert mit Mitteln des Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Wir waren für alle, die Hilfe suchen
montags, mittwochs und freitags
von 10.00 Uhr – 12.00 Uhr und 16.00 Uhr – 21.00 Uhr
sachsenweit unter der Rufnummer
0800 / 086 72 53
erreichbar.

Sie erreichten uns auch per E-Mail-Adresse.

Sachsen`s Sorgentelefon für den ländlichen Raum bot am 24.10.1994 zum ersten Mal seine Hilfe an. Eingerichtet wurde es durch die Geschäftsstelle des " Kirchlichen Dienst auf dem Lande", der ein Arbeitsbereich der sächsischen ev. Männerarbeit ist. Unser Sorgentelefon gehörte als einzige Einrichtung aus den neuen Bundesländern zur Bundesarbeitsgemeinschaft der landwirtschaftlichen Familienberatungen und Sorgentelefone e.V., seit deren Gründung 1996, dazu. Eine hauptamtliche und fünfzehn ehrenamtliche Mitarbeiter standen für diesen Dienst zur Verfügung.

Die Aufgabe des Sorgentelefon war, dort zu helfen, wo im ländlichen Raum Nöte, Konflikte, Leidsituationen entstehen und Hilfe notwendig erwartet wird, weil der Einzelne in der konkreten Situation häufig seinen nächsten Schritt allein nicht mehr leisten kann.

Statistik

Seit Beginn bis Ende Dezember 2004 waren insgesamt 59.456 Anrufe bei uns angekommen. Die Telekom führte eine genaue Statistik, in der auch die Anrufer registriert werden, welche aus von uns gesperrten Vorwahlbereichen anrufen.

 

Das „Sorgentelefon für den ländlichen Raum“ in Sachsen teilt mit:

Nach 11 Jahren und 115 000 Anrufversuchen kommt das Aus

Träger des Projektes: „Förderverein der Männerarbeit der Ev. – Luth.
Landeskirche Sachsens e. V.“

Ab 2006 stehen keine Fördermittel vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft mehr zur Verfügung. Das Projekt wird aus finanziellen Gründen eingestellt. Am 24. 10. 1994 bot Sachsens „Sorgentelefon für den ländlichen Raum“ zum ersten Mal Hilfe an. Geboren wurde die Idee dazu in der „ Sächsischen Akademie Ländlicher Raum e. V.“. Eingerichtet wurde es vom „Kirchlichen Dienst auf dem Lande“, der ein Arbeitszweig der Männerarbeit der Ev. Kirche in Sachsen ist.
Angedacht war den Menschen im ländlichen Raum Hilfe bei der Umstrukturierung, Vermögensauseinandersetzungen, Anpassungsproblemen und ähnlichem zu geben.
Die Entwicklung verlief allerdings anders. Die Menschen suchten seelischen Beistand und daran hat sich bis zuletzt nichts geändert. Jahrzehntelang war fast jeder Schritt vorgeschrieben worden und die neugewonnenen Freiheit machte vor allem erst einmal Angst. Uns oblag es, die Anrufer auf ihrem neuen Weg ein Stück weit zu begleiten. Schritt für Schritt an die eigene Verantwortung heranzuführen und damit Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Durch gute Ausbildung, monatliche Supervisionen und Weiterbildungen, die ein erfahrener Psychologe leitete, wurden wir in die Lage versetzt, mit Problemen und Konflikten der Anrufer umgehen zu können. So bunt wie das Leben, so vielfältig waren auch die Sorgen. Allerdings war die hohe Arbeitslosigkeit, welche ja die vielfältigsten Probleme nach sich zieht, von Bedeutung. Familiäre Krisen mit finanzieller Not sowie Wut und Frust über die allgemeine Lage, wurden in den letzten Jahren immer mehr zum Thema. Wir haben sehr viel abgefangen, was da an Wut in den Anrufern steckte. Sicher wurde dadurch Mancher vor Mißhandlung bewahrt und wohl auch viel Materielles vor der Zerstörung. Nachweislich acht Menschen wurden vor dem Selbstmord bewahrt. Wie viele es tatsächlich waren wissen wir nicht, bedingt durch die Anonymität, durch die jeder Anrufer geschützt war. Zum Teil über 1000 Anrufversuche pro Monat zeigten an, wie hoch der Bedarf noch immer ist. Wir haben etwas geboten, was insgesamt in Deutschland immer mehr verlorengeht:
Stabilität und Verläßlichkeit. Dadurch haben wir Vertrauen in der Bevölkerung gewonnen.
Wir waren für einige Alleinstehende fast die einzigen Ansprechpartner. Vor allem in den Dörfern hat sich die Lage verschlechtert. Früher trafen sich die Menschen an der Milchrampe, dann war es der Dorfkonsum und die Anlage der Dorfbriefkästen . - Alles weggebrochen. - Buslinien wurden massiv eingespart. Die Vereinsamung, vor allem bei den älteren Mitbürgern, nimmt zu. Die Jugend zieht aus Gründen der Perspektivlosigkeit weg....

Am 31. 10. 05 fand die letzte Sprechstunde am Sorgentelefon statt. Viele haben sich in den letzten Tagen bedankt, haben verzweifelt geweint oder waren entrüstet, das eine Einrichtung, die aus Steuermitteln der Bevölkerung finanziert wurde und wirklich vom Volk genutzt werden konnte, so einfach „weggespart“ wird. Eine Anruferin, die durch die einfühlsamen Gespräche mit den Mitarbeitern neuen Lebensmut gefunden hat, sagte zum Beispiel: „Wenn ich könnte, würde ich Sie umarmen.“ Das waren immer wieder die Momente, die uns alle sehr froh gemacht haben und uns bestätigt haben, daß es Sinn hatte, an diesem Telefon zu sitzen.

15 Mitarbeiter, hauptsächlich Ehrenamtliche, bedauern die Entscheidung der Einstellung sehr.
Wir blicken auch mit großer Dankbarkeit auf diese vergangenen 11 Jahre zurück, in denen es uns seitens des Ministeriums durch die 100 %- tige Förderung möglich gemacht wurde, anderen Menschen Hilfe und Wegbegleitung zu sein. Wir wissen, es werden sich viele Menschen an uns erinnern und uns auch sehr vermissen. Wir möchten uns offiziell bei vielen Helfern in ganz Deutschland bedanken, die uns im vergangenen reichlich ¾ Jahr bei dem Versuch, das Sorgentelefon für die Menschen in Sachsen zu erhalten, unterstützt haben sowie auch bei unseren Anrufern, die uns sehr großes Vertrauen schenkten.

Ein großes Dankeschön extra an die Mitglieder des Vorstandes der Bundesarbeitsgemeinschaft, Herrn Schneider und Herrn Kroder.

Heidi Bemmann, Projektleiterin,
November 2005
im Namen aller Mitarbeiter des Sorgentelefons

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