Landwirtschaftliche Familienberatung
Bild mit Bauernkindern
  Deutschland
  Schweiz
  Österreich
    
                
  Druckversion   Seite versenden
Bauernkinder in der Minderheit
Juni 2009

Denken wir nur an die vielen kinderreichen Bauernfamilien, die der stark wachsenden Wirtschaft der fünfziger und sechziger Jahre den dringend benötigten Nachwuchs zur Verfügung gestellt haben, die der Schweiz ein regelrechtes Wirtschaftswunder gebracht haben. Natürlich haben auch die vielen südeuropäischen Saisonniers, die ja auch oft aus Bauernfamilien stammten, ihren Teil dazu beigetragen.

Und trotzdem, es hat sich vieles verändert. Es gibt sie zwar immer noch, die tüchtigen Bauernfamilien, und es ist sicher immer noch ein grosses Glück für jedes Kind, wenn es auf einem Bauernhof aufwachsen kann. Aber die Bauernkinder sind seltener geworden. Zum einen, weil es viel weniger Bauernbetriebe gibt, zum anderen, weil viele Bauern ledig bleiben. Die jungen Frauen von heute haben eine gute Berufsausbildung. Nach der Heirat möchten sie oft noch ein Teilpensum in ihrem Beruf weiterarbeiten, was ihnen etwas Eigenständigkeit gibt und oft für das Familienbudget notwendig ist. Die wenigen Bauernkinder sind in den ersten Schuljahren meistens stolz über ihre Herkunft. Etwas schwieriger kann es in der Pubertät werden wenn sie das „Zuhause“ in einem anderen Licht sehen und sich vermehrt mit gleichaltrigen vergleichen.

In unserer Familie sind acht Kinder aufgewachsen. Fünf von ihnen haben ihre Ausbildung bereits abgeschlossen, drei gehen noch zur Schule. Bei jedem Vorstellungsgespräch, sei es nun für eine Lehrstelle oder später für eine Festanstellung, haben wir immer positive Erfahrungen gemacht. „Bauernhofkinder stehen mit beiden Füssen auf dem Boden, sie sind selbstständig und können arbeiten!“ Solche Worte haben wir oft gehört, sie haben uns jedes Mal gut getan...

Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die Bauernfamilien materiell (Kinderzulagen, Stipendien, Steuererleichterung usw.) und ideell für ihren grossen Beitrag an die Allgemeinheit entschädigt werden.

Ich habe eine Vision: Ich stelle mir vor, dass in einem Dorf mehrere Bauern die Zusammenarbeit verstärken, z.B. mit einer Maschinengemeinschaft, Betriebszweiggemeinschaft, Gemeinschaftsstall oder Fusion. Sie könnten gemeinsam Direktvermarktung für das Dorf betreiben und neben dem Hofladen in einem ehemaligen (zu) kleinen Stall einen Kinderhort einrichten. Diese Kinder würden von Bäuerinnen und privaten Frauen betreut. Berufstätige Frauen, auch Bäuerinnen, könnten dort ihre Kinder mit gutem Gewissen abgeben. Eine Bereicherung für das ganze Dorf!

A propos Zusammenarbeit: Wenn der Vater nur jeden zweiten Sonntag Stalldienst hat, ist dies auch eine Aufwertung für die Bauernfamilie!!

Eine Mitarbeiterin des Sorgentelefons.

Wenn Sie diese oder ähnliche Fragen mit sich herumtragen, rufen Sie doch das Sorgentelefon an. Das entlastet oder inspiriert sogar. Sie müssen nicht befürchten, dass Ihre persönlichen Probleme an die Öffentlichkeit gelangen. Die im obigen Artikel geschilderte Situation beruht zwar auf verschiedenen persönlichen Erfahrungen der Autorin, hat aber nichts mit einem konkreten Anruf beim Sorgentelefon zu tun. Sorgentelefon: 041 820 02 15, Montagvormittag und Donnerstagabend.

Datum: 31.05.2009
Ueli Straub
"Bäuerinnen – Ernährerinnen der Welt", von Caroline Dangel-Vornbäumen
Monatsthema Dezember
Eine der größten Aufgaben unserer Weltgemeinschaft ist, eine Balance zu finden zwischen den Ansprüchen an die Versorgungssicherheit mit lebensnotwendigen Ressourcen und der Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlage. Frauen haben eine Schlüsselrolle in der weltweiten Ernährungssicherung. In Entwicklungsländern wird bis zu 80 % der landwirtschaftlichen Arbeit von Frauen erbracht.
mehr ...
20 Jahre Ökosoziales Forum Niederalteich
Die Agrokultu(h)r tickt
Das vorliegende Buch ist die zweite Ausgabe der Reihe "Ökosoziale Zeitansagen" und zugleich Festschrift zum 20-jährigen Bestehen des Ökosozialen Forums Niederalteich. Die Mitglieder des Forums und weitere Fachleute aus Österreich, der Schweiz und Deutschland wagen einen weiteren "Zwischenruf" in die ländlich - bäuerliche Welt.
mehr ...
Steve de Shazer
Wege der erfolgreichen Kurzzeittherapie
Kurztherapien haben sich als selbständige Behandlungsformen etabliert, und ihre Erfolge sind durch zahlreiche Studien belegt. Eine extrem geringe Anzahl therapeutischer Sitzungen stellt höchste Anforderungen an Planung, Durchführung und Verlauf einer Behandlung. Steve de Shazers zunächst paradox anmutende Forderung: »die Lösung muß vorliegen, bevor das Problem verstanden wurde«, ist der Schlüssel zum Erfolg in der Kurztherapie.
mehr ...
Deutschland
Schweiz
Österreich