Direitinho, José Riço

geboren 1965 in Lissabon/Portugal, studierte Agrarwissenschaft und Landwirtschaftliche Soziologie. Sein erster Erzählband wurde im Jahre 1992 veröffentlicht und erschien 1997 erstmals auf Deutsch unter dem Titel „Das Haus am Rande des Dorfes“. Im gleichen Jahr wurde der ebenfalls ins Deutsche übersetzte Roman „Brevier der schlechten Gewohnheiten“ publiziert. Im Mittelpunkt dieses phantastisch-realistischen Romans steht eine ambivalente Hauptfigur: Wahrsager und Wunderheiler, verteufelt und zugleich als Legende verehrt. Direitinhos Erzählungen spielen sich in abgeschiedenen Gegenden seines Heimatlandes ab – dort, wo die Zeit stehen zu bleiben scheint. Sie handeln zumeist von der Landbevölkerung und deren vom Mystizismus und Aberglauben bestimmten Lebenswelt. Des Weiteren machte die deutsche Übersetzung seines Romans „Kerker der Engel“ (2000), der die Geschichte zweier Männer von unterschiedlichem Stand im Portugal des Jahres 1832 erzählt, und zuletzt die Übersetzung seiner Stadtgeschichten „Willkommen in der Finsternis“ von 2006, die sich um existenzielle Fragen drehen, Direitinho hierzulande bekannt als einen der wichtigsten literarischen Vertreter seiner Generation und als eine der interessantesten Stimmen seines Landes.

Zu den zahlreichen Preisen, die er für sein literarisches Schaffen erhielt, gehört unter anderem der Grande Premio de Romance e Novela des portugiesischen Schriftstellerverbandes A.P.E. von 1994.

Ab April 2010 wird José Riço Direitinho für ein Jahr als Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg leben und arbeiten. 

 

José Direitinho

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