Csaplár Vilmos

wurde 1947 in Újpest in Ungarn geboren. Er studierte an der Philosophischen Fakultät der Eötvös Loránd Universität zu Budapest. Zu seinen wichtigsten Werken, die fast alle Gattungen umfassen, gehören unter anderem die Novellenbände „Lovagkor“ (= Ritterzeit), „A kék szem és a rózsaszínű mellbimbó históriája„ (= Die Geschichte der blauen Augen und der rosaroten Brustwarzen) sowie „A kételkedés útjai” (= Die Wege der Bezweiflung), die Romane „Egy látkép története” (= Die Geschichte einer Ansicht), „Pénzt, de sokat!” (= Geld, aber viel!), „Momi lába” (= Die Beine der Momi), „Igazságos Kádár János” (= János Kádár, der Gerechte), „Hitler lánya” (= Hitlers Tochter), „Vadregény” (= Wildroman) und „Hídregény” (= Brückenroman/ Text) sowie darüber hinaus zahlreiche Drehbücher, wie zum Beispiel das 2006 erschienene „Bagó Bertalan: Vadászat angolokra” (= Jagd auf Engländer).

Der Autor und sein Werk wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, so 1991 mit dem Irat-Preis, 1998 mit dem József Attila-Preis, 2003 mit dem Füst Milán-Preis, 2005 mit dem Magyar Köztársaság Babérkoszorús Írója-Preis, 2006 mit dem Balázs Béla-Preis, 2007 mit dem Csernus Ákos-Preis sowie 2009 mit dem Budapestért-Preis und 2010 mit dem AEGON-Preis, den er für seinen Roman „Hitler lánya” (= Hitlers Tochter) erhielt. In der Begründung für die Preisverleihung heißt es unter anderem:

„’Hitlers Tochter’ ist ein kühn-originelles Unterfangen: Anekdoten, Witze, historische Apokryphen und reale Quellen werden kompliziert, allerdings mit sicherer Hand zu einem historischen Roman verschmolzen. Unter den Helden finden wir reale Akteure der Geschichte und Geschöpfe der schriftstellerischen Phantasie, wie Adolf Hitler und Fanni Kucor, Rzsö Kasztner und Éliás Kujeda, die ... als glaubhafte Figuren ihr unglaubliches Schicksal ereilt. Der verzweigte Erzählstrom erfasst ein gutes halbes Jahrhundert ungarische Geschichte, durchstreift Ungarn von Südost bis Nordwest, wobei das Bild von der jeweiligen Machtmaschinerie in Verbindung zum Einzelschicksal immer düsterer wird ... Hitlers Tochter ist leicht lesbar, an Überraschungen reich, von mitreißendem Humor geprägt und gleichzeitig die schaurige groteske Vision von der ungarischen Geschichte im 20. Jahrhundert.”

Zudem erhielt der Autor diverse Stipendien in Ungarn, in den USA und 2000/2001 im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia. 

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