Die Schwerpunktwochen
Nicht Theorie praktizieren, sondern Praxis theoretisieren!
Die Lernfeldorientierung in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern nimmt Handlungssituationen als Ausgangs- und Zielpunkt des Lernens. Aufgabe der Fachschule ist es demnach, Auszubildenden Basiskenntnisse zu vermitteln, die als Wissensstrukturen zur Verfügung stehen, wenn sie in einer spezifischen Situation des pädagogischen Berufsalltags konkret handeln müssen.
Zielsetzung der Schwerpunktwochen ist also die berufliche Handlungskompetenz, das bedeutet, professionelles Wahrnehmen von beruflichen Situationen sowie ein reflektierter Umgang damit. Die Themen unserer Schwerpunktwochen fassen komplexe Aufgabenstellungen aus dem Beruf zusammen, die in handlungsorientierten Lernsituationen bearbeitet werden. Unter Handlungskompetenz verstehen wir das gelungene Zusammenspiel von Selbst-, Sozial-, Fach- und Methodenkompetenz.
Die Bearbeitung dieser Lernsituationen soll ein ganzheitliches Erfassen der beruflichen Wirklichkeit fördern, dabei soll der Lernprozess von den Studierenden möglichst selbstständig geplant, durchgeführt und schlussendlich auch überprüft werden. Innovative Formen des Unterrichtens wie Projektunterricht und fächerübergreifendes Arbeiten unterstützen diese Bildungsziele.
Was sich hier relativ kompliziert anhört, meint im Grunde nur einen neuen Ansatz in der Ausbildung. Die Erzieherausbildung ist unter dem Einfluss neuer Bildungsstandards und Bildungspläne mit hohen Erwartungen und Anforderungen konfrontiert. Die Ausbildung soll stärker praxisorientiert verlaufen und der nachwachsenden Erziehergeneration ein verändertes Methodenrepertoire vermitteln, das ein zeitgemäßeres und nachhaltigeres pädagogisches Tun ermöglicht.
Inhaltlich wurden die Schwerpunktwochen für die ersten Kurse zu den Themen: "Erzieherpersönlichkeiten", "Menschen mit Behinderung" und "Lifestyle" lernfeldorientiert und fächerübergreifend gestaltet. Die zweiten Kurse setzten sich mit den Themen "Elternarbeit und Kommunikation", "Lebenswelten Jugendlicher" sowie der effektiven Prüfungsvorbereitung auseinander.
Jürgen Melber


