Interview

mit Irmgard Heckmann, Referentin für ambulante Dienste, Ansprechaprtnerin für das Projekt ".snap ambulant" 

Irmgard Heckmann ist Referentin beim Spitzenverband der Caritas in der Erzdiözese Bamberg und berät und begleitet in dieser Funktion 38 Sozialstationen. Seit 2005 arbeiten diese Pflegedienste in einem Modellprojekt mit .snap ambulant. Die Einführung dieser Software wurde von Bundesfamilienministerium im Rahmen des Modellprojektes „Das intelligente Heim“ gefördert.

Frage: Wie war die Ausgangssituation der Sozialstationen vor Einführung von ".snap ambulant"?

In den Sozialstationen waren damals zum Teil sehr unterschiedliche EDV-Anwendungen für die Patientenerfassung und Abrechnung im Einsatz. Es gab keine edv-gestützte Vernetzung, so dass die Leistungserbringung in der häuslichen Pflege mit großem bürokratischen Aufwand verbunden war. Dem Diözesan-Caritasverband fehlte teilweise das Datenmaterial, um valide statistische Aussagen über die Gesamtheit der Sozialstationen im Bistum treffen zu können. Der Versuch, eines der damals eingesetzten EDV-Programme auf die Bedürfnisse der anderen Sozialstationen anzupassen, scheiterte.

Vor welcher Herausforderung standen Sie damals in der Neuorganisation?

Die größte Herausforderung bestand darin, die 15 Stadt- und Kreis-Caritasverbände und die katholischen Krankenpflegevereine als Träger der Sozialstationen von der Notwendigkeit einer homogenen Software und der Anbindung an ein Rechenzentrum zu überzeugen. Denn dies bedeutet, dass damit zugleich die wirtschaftliche Situation der Sozialstationen transparenter wird.

Was können Sie uns Interessantes zur Organisation der ambulanten Dienste mit .snap ambulant sagen?

Die Versorgung der rund 3400 Patienten in der Erzdiözese wurde durch die Einführung von .snap ambulant effektiver. Alle Sozialstationen arbeiten jetzt mit einheitlichen Kennzahlen und sprechen gewissermaßen dieselbe „Administrationssprache“. Aus Sicht des Spitzenverbandes sind diözesanweite statistische Auswertungen möglich, und es sind bei Konferenzen keine langen Debatten über Zahlen nötig, wie dies früher der Fall war.

Wie erfolgte die Vernetzung und Schulung mit .snap ambulant?

Als Basis der edv-gestützten Vernetzung der Sozialstationen wurde das Client-Server-Modell umgesetzt, in dem .snap ambulant wiederum als Client-Server-System integriert wurde. Hierbei wurden die Sozialstationen mittels einem Thin-Client-Konzept an eine zentrale Serverfarm mit Terminalservern angebunden.
Die Sozialstationen wurden zentral in Bamberg geschult. D.h., die Leitungen, stellvertretenden Leitungen und Verwaltungsmitarbeiter der Sozialstationen wurden an drei Schulungstagen in die Software eingeführt, wobei sie schon während der Schulung auf ihre stationsspezifischen Echtdaten zugreifen konnten. Dies machte den Unterricht besonders anschaulich und effizient.

Welche Schritte waren für die Förderung maßgeblich?

Die Förderung wurde uns in erster Linie zugesprochen, weil die Einführung von .snap ambulant mit der zentralen Vernetzung verschiedener Träger einherging. Ausschlaggebend war dabei auch die zentrale Bereitstellung von .snap ambulant in einem Rechenzentrum. Dadurch konnten Verwaltungsabläufe gestrafft und Doppelerfassungen reduziert werden.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Sozialstationen und ihr Spitzenverband in den kommenden Jahren?

Ziel ist es, die Anwendung aller in snap. ambulant vorhandenen Module in der Praxis in den Sozialstationen anzuwenden. Im nächsten Schritt ist vorgesehen, dass die Sozialstationen die mobile Datenerfassung einführen. Die Vernetzung mit anderen Diensten, beispielsweise teilstationären Einrichtungen, Familienpflegediensten, Krankenhäusern, Pfarrgemeinden, muss weiter vorangebracht werden.