Projekt

 

Das schulische Gemeinschaftsprojekt „Asyl-Piktogramme – Bildnerische Kommunikation im Asylkontext“ sei in mehrfacher Hinsicht ein wirksames Integrationsvorhaben, pädagogisch effektiv und nachhaltig, bei dem Lehrkräfte und Schüler/-innen verschiedener Schulen hervorragend zusammengearbeitet hätten, so das umfassende, wie anerkennende Lob von OStD Klaus Neunhoeffer, Leiter des Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck.

In Anwesenheit aller für das Kunstprojekt Verantwortlichen sowie mit Schülerinnen aus Eckental, Hersbruck und einer Übergangsklasse der GS Vorra wurden im PPG Hersbruck rund einhundert gemeinsam erarbeitete Piktogramme mit Motiven aus unserem täglichen Leben und mit einigen typischen sozialen (Konflikt-)Situationen vorgestellt.

Studienreferendarin Maja Baudach hatte das Vorhaben mit Unterstützung von Maik Kaiser, Präventionsbeauftragter der Bundespolizeiinspektion Nürnberg sowie Kunstlehrer Ulf Geer, PPG Hersbruck, Anja Büttner, Grundschule Vorra und der Asylberatung der Caritas Nürnberger Land von Anfang an betreut und organisiert. Bei dem Projekt sei zunächst davon ausgegangen, dass neben vielen organisatorischen Fragen und kulturell bedingten Gegensätzen in der neuen Umgebung die sprachlichen Barrieren für alle Beteiligten und Betroffenen sehr oft eine zusätzliche Herausforderung darstellen würden. Deshalb habe man auf Anregung des Ehrenamtskreises Flüchtlingshilfe Vorra im Rahmen eines halbjährigen Kunstprojektes „Bildnerische Kommunikation im Asylkontext“ im Kunstunterricht der Gymnasien Hersbruck und Eckental sprachfreie Piktogramme entwickelt, die eine Orientierung im alltäglichen Leben innerhalb der Einrichtungen, aber auch bei Arztbesuchen, der Verkehrsschulung und im Bereich Gewaltprävention bieten sollen.

Zur Vorbereitung, so die am Eckentaler Gymnasium tätige Lehrkraft, hätten Schülerbesuche in den Wohnheimen in Rupprechtstegen und Alfalter gehört, um Einblicke in das Leben der Flüchtlinge zu gewinnen. Unterstützt wurden sie dabei von Asylsozialberaterin Luisa Rafalski.

Nach Schülerideen, auch eine Übergangsklasse der Grundschule Vorra wurde einbezogen, entstanden in den „hoch motivierten“ Klassen durchwegs geeignete Entwürfe, die im Fach Informatik bzw. durch den Verein FabLab Nürnberger Land e.V. internetfähig bearbeitet, aber auch als Einzelstücke laminiert und als Plot auf Klebefolie hergestellt wurden. Zudem zeigte sie die ersten Flyer, die mithelfen sollen, Sprachbarrieren im Alltag zu überwinden (z.B. „Gesprächshelfer: Gesundheit – Ich spreche für Dich“). Auf diesen sei sogar Platz, um etwa Adresseneindrucke oder Stempel von Helferkreisen, Arztpraxen usw. anzubringen, so Maja Baudach.

Kunstlehrer Ulf Geer vom PPG erläuterte zudem die einzelnen Arbeitsprozesse; wie in Gruppenarbeit nonverbale Verbote, Anweisungen und Hinweise umgesetzt wurden. („Welche Botschaft kann ich auf welche Weise vermitteln?“). Insgesamt bezeichnete er die Aktion als gelungenen Versuch, alltägliche Probleme durch allgemein gebräuchliche und in vielen Sprachen und Kulturen verständliche Piktogramme zu lösen.

In einem kleinen Rollenspiel ließ die Vorraer Lehrerin Anja Büttner zwei Kinder der dortigen Übergangsklasse vorführen, wie ein kleiner Streit, etwa eine Rempelei mit entsprechenden Piktogrammen und den daraus erlernten Worten konfliktfrei gelöst werden kann.

Mike Kaiser von der Bundespolizei hob hervor, dass die klare Bildsprache in den Piktogrammen ideal für seine Präventionsarbeit im Bereich der DB sei.

Und Geschäftsführer Michael Groß dankte abschließend allen, die das Projekt durch ihr teils ehrenamtliches und unentgeltliches Engagement unterstützt hätten. Die Umsetzung sei zudem durch die großzügige Spende einer sozial engagierten Bürgerin (u. a. für Material, Busfahrten der Schulklassen) aus dem Landkreis sowie aus Mitteln der Kriminalprävention der Bundespolizei ermöglicht worden.

Siegfried Fuchs/Hersbrucker Zeitung 

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