Caritas als Kirche im Lebensraum der Menschen

Ortsbegehung in Redwitz Bildquelle: Regens-Wagner

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angslage und Evaluationsgegenstand

 

Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg e.V. (DiCV) hat in Kooperation mit dem Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg (EO) von Juni 2013 bis zum Jahresende 2015 das Modellprojekt ‚Caritas als Kirche im Lebensraum der Menschen‘ (CKLM) durchgeführt. Leitendes Ziel dabei war, dass die verbandliche Caritas als Kirche die Menschen in ihren Lebensräumen begleitet und unterstützt.

 

Dazu verortet sie sich mit ihren Hilfen und Diensten auf der Grundlage des Fachkonzeptes Sozialraumorientierung (SRO) in veränderter Art und Weise in den Lebensbezügen der Menschen.

Entstanden ist das Modellprojekt auch aufgrund einiger Erkenntnisse aus dem Verbandsentwicklungsprozess. Dabei wurde unter anderem das Risiko „Wir schauen nur auf die Wirtschaftlichkeit und verlieren dabei die Wurzeln der Caritas in den Gemeinden“ formuliert.

 

Ergänzend bzw. als Gegenpol zu wirtschaftlichen und unternehmerischen Zielen der verbandlichen Caritas konkretisiert sich der Spannungsbogen aus diesem Entwicklungsprozess wie folgt:

1. Eine auf rein wirtschaftliche Optimierung und Risikominimierung bedachte Caritas verliert ihre Glaubwürdigkeit und ihre Identifikationsmerkmale.

2. Eine auf bestimmte Hilfssegmente spezialisierte Caritas bietet nicht das, was Menschen zufrieden macht.


Das Modellprojekt CKLM versuchte, in diesem Spannungsbogen neue Wege an fünf 
ausgewählten Standorten exemplarisch und modellhaft zu erproben.


In dem Modellprojekt ging es um eine exemplarische Entwicklung und
praxisbezogene Implementierung des Ansatzes der Sozialraumorientierung. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Handlungsorientierung. Kompetenz und Verantwortung für die Umsetzung der Projekte lagen in der Hand der örtlichen Projektträger. Diese wurden durch Fachkräfte zum Thema Sozialraumorientierung geschult und innerhalb des Projektes extern und kollegial beraten und begleitet. 

Das Projekt bot zudem die Chance, dass sich Mitarbeitende der verbandlichen Caritas und der Pastoral vor Ort auf einen gemeinsam abgestimmten Weg begeben. Die Kooperationspotentiale sollten darüber hinaus aber auch auf die Zusammenarbeit mit nicht-kirchlichen Akteuren als potenzielle Projektpartner der verbandlichen Caritas übertragen werden.

An fünf Standorten in Ober- und Mittelfranken – zwei Kreis-Caritasverbände, eine Kirchenstiftung und zwei Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung – wurden folgende handlungsfeldbezogene spezifizierte Veränderungsziele avisiert:
1. Entwicklung eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes.

2. Weiterentwicklung der verbandlichen Ausrichtung ‚Sozialraumorientierung‘ mit dem Schwerpunkt ‚offenes sozialpsychiatrisches Kompetenzteam im Sozialraum‘.

3. Errichtung eines Mehrgenerationenwohnens mit Quartiersmanagement.

4. Ausbau der ambulanten Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung und Förderung der Inklusion.

5. Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gemeinwesensentwicklung, nicht Einzelpersonen mit pädagogischen Maßnahmen verändern, sondern deren Lebenswelt positiv gestalten.

Das Projekt ist mittlerweile abgeschlossen, aber an fast allen der fünf Standorte ist das Projekt mittlerweile in einen dauerhaften Prozess übergegangen, in dem das Fachkonzept der Sozialraumorientierung Haltungen und Strukturen verändert.