SOPHIA - mehr als ein Hausnotruf
Rainer Neundörfer erläutert die Aktivitätskurven, die die SOPHIA-Zentrale täglich auswertet.
© Klaus-Stefan Krieger
SOPHIA ist die Abkürzung für „Soziale Personenbetreuung – Hilfen im Alltag“. Dabei handelt es sich um einen Service, der mehr bietet als ein gewöhnlicher Hausnotruf.
Das Kernstück von SOPHIA ist zum einen ein Sicherheitsarmband, mit dem zu jeder Zeit Kontakt mit der Notrufzentrale aufgenommen werden kann. Es löst aber auch automatisch nach 30 Minuten Bewegungslosigkeit einen Alarm aus. Das Gerät ist als Armbanduhr gestaltet und zeichnet die Bewegungen seines Trägers auf. Diese Daten sendet das Armband im Umkreis von 100 Metern an ein in der Wohnung angebrachtes Modem; von dort gelangen sie rund um die Uhr in die SOPHIA-Zentrale. Gibt das Armband in der Zentrale Alarm, verständigt diese zum Beispiel die Caritas-Sozialstation, die den Patienten sofort aufsuchen und versorgen kann.
Frühzeitig Demenz erkennen
Die Aufzeichnungen, die das Armband von den Bewegungen seines Trägers anfertigt, liegen der SOPHIA-Zentrale einmal täglich als Aktivitätskurve vor. In ihr lässt sich ablesen, wann der Patient das Armband abgelegt hat, wann er außer Haus war und wann er ruht. Die Mitarbeiter der SOPHIA-Zentrale können aus diesen Aufzeichnungen Schlüsse ziehen. Gibt es zum Beispiel nachts keine Ruhephasen mehr, kann dies auf eine beginnende Demenz hindeuten. Die SOPHIA-Mitarbeiter nehmen dann – je nachdem wie es mit dem Kunden vereinbart ist – zu Angehörigen oder zur Caritas-Sozialstation Kontakt auf und machen sie auf solche Veränderungen aufmerksam. SOPHIA ermöglicht dadurch, Erkrankungen frühzeitig abzuklären und zu behandeln.
Der Kunde hat einen persönlichen Paten
Zum anderen bietet SOPHIA die persönliche Betreuung durch einen SOPHIA-Paten. Er erkundigt sich beim SOPHIA-Kunden mindestens einmal wöchentlich nach dessen Befinden und sucht mit ihm das Gespräch. Der – ehrenamtlich tätige – Pate hält Kontakt zum Personal der Caritas-Sozialstation und gibt ihm Anliegen des Patienten weiter. Die Caritas-Sozialstation oder die SOPHIA-Zentrale organisieren dann gewünschte Hilfen, etwa pflegerische und hauswirtschaftliche Dienste oder Essen auf Rädern. Sie beraten und geben Auskünfte. Auf diese Weise steht dem Patienten nicht nur modernste Sicherheitstechnik zur Verfügung, sondern er erfährt auch persönliche Betreuung und menschlichen Kontakt.
Der Kontakt zwischen Pate und Patient oder zwischen Angehörigen und Patient kann auch via Bildtelefon erfolgen. Dazu benötigt der Patient lediglich einen Fernsehapparat. Die Installation der notwendigen Hard- und Software übernimmt SOPHIA.
Das Betreuungskonzept von SOPHIA zielt auf Menschen, die trotz eingeschränkter Mobilität nicht auf ein unabhängiges Leben im eigenen Heim verzichten wollen. Zugleich will es Angehörigen die Sorge erleichtern, wenn allein lebende Verwandte Unterstützung oder Pflege benötigen.


