Nachholende und weiterführende Integration

Zielgruppe sind alle Migrantinnen und Migranten, die schon seit  Jahren in der Stadt und im Landkreis Bayreuth wohnen. Dies schließt auch Angehörige der zweiten und dritten Generation ein. Hohe Aufmerksamkeit gilt besonderen Gruppen wie alten, kranken, behinderten Migrantinnen und Migranten, aber auch Jugendlichen und türkischen Mitbürgern.

  

Ziel der nachholenden Integration ist es, den Integrationsprozess bei bereits länger hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund zu initiieren, zu steuern und zu begleiten sowie Integrationsdefizite aufzuarbeiten. Dies soll durch ein zeitlich befristetes, bedarfsorientiertes, individuell ausgerichtetes migrationsspezifisches Beratungsangebot erreicht werden. Mit einer Fokussierung auf die „Integrationsförderung“ werden Migrantinnen und Migranten zu selbständigem Handeln in Angelegenheiten des täglichen Lebens befähigt.

  

Folgende Ziele werden u. a. verfolgt:

  • Reduzierung und Aufarbeitung vorhandener Integrationssdefizite
  • Verbesserung der sprachlichen und kommunikativen Kompetenzen
  • Konsolidierung und Weiterbegleitung des begonnen Integrationsprozesses durch unterstützende und vermittelnde Hilfen
  • Förderung der beiderseitigen Integrationsbereitschaft
  • Integration in wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Belangen
  • Verbesserung der Chancengleichheit in Schule, Beruf und Gesellschaft
  • Von der Parallelgesellschaft zur Teilhabe
  • Unterstützung der Migrantenorganisationen
  • Förderung der Selbsorganisationen
  • Akzeptanz und Identifikation mit dem demokratischen Werte- und Normensystem und dem abendländischen europäischen Kulturkreis
  • Förderung des sozialen Miteinanders vor Ort

Der Caritasverband Bayreuth hat besonders in den letzten drei Jahren ein effektives Netzwerk aufgebaut. Dazu gehören die Integrationslotsen, das sind Fachleute aus verschiedenen Ämtern, Behörden und Einrichtungen, die konkrete Hilfen anbieten.

Um die Defizite aufzuarbeiten und die Ziele zu erreichen, bietet die Migrationsberatung der Caritas folgende Kernleistungen und unterstützende Leistungen an:

 

Kernleistungen

  •  Beratung/ Integrationsbegleitung:
    • Sondierungsgespräch
    • Beratung in migrationsspezifischen Anliegen
    • Integrationsbegleitung mittels Förderplan
    • Vermittlung in andere Dienste
    • Netzwerkarbeit 

  •  Spracherwerb:

    •  Motivation zum Spracherwerb
    • Vermittlung in geeignete Integrations- und Orientierungskurse
    • Begleitung während des Kursbesuchs
    • Motivation zum Abschluss des Kurses
    • Kommunikationszirkel 

 

  • Sozialraumorientierte Angebote
    • Sozialraumorientierte Arbeit
    • Initiierung und Durchführung von Projekten im Quartier 
    • Arbeit mit Ehrenamtlichen
    • Netzwerkarbeit 
    • Abbau von Diskriminierung und Vorurteilen gegen Fremde

 Unterstützende Leistungen

  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagement
  • Interkulturelle Arbeit
  • Projektarbeit
  • Zusammenarbeit mit Migrantenselbstorganisationen
  • Netzwerkarbeit – Zuführung zu den Integrationslotsen
  • Beratung von Erzieherinnen in Kitas, in denen viele Kinder mit Migrationshintergrund sind
  • Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung 

Integration erweist sich als langwieriger, wechselseitiger Prozess, in den sowohl die Ressourcen der Migrantinnen und Migranten als auch die Bereitschaft der „Einheimischen“ zur Integration der Zuwanderer in gleicher Weise eingebunden sind. Gerade aufgrund der ersichtlichen Integrationsdefizite ist es für die Caritas wichtig, Angebote zur nachholenden und weiterführenden Integration zu schaffen. Unter „weiterführender Integration“ verstehen wir die Konsolidierung und Begleitung des Integrationsprozesses durch unterstützende und vermittelnde Hilfen für Migrantinnen und Migranten mit besonderem Beratungsbedarf nach der Erstintegrationsphase. „Nachholende Integration“ bedeutet die Reduzierung und Aufarbeitung vorhandener Integrationsdefizite bei bereits länger im Land lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.