Neubau des Stadtteil-Kindergartens als Familienzentrum
Weiterentwicklung des Stapf zu einem Familienzentrum in Verbindung mit dem Umbau des Stadtteil-Kindergartens
In den Eckpunkten und den Bausteinen des Sozialreferenten für eine Organisationsreform des Geschäftsbereiches Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg vom März 2006 ist einer der Schwerpunkte der Ausbau der Kindertageseinrichtungen und deren Weiterentwicklung zu „Orten/Häuser für Familien“ bzw. Familienzentren.
Aufgrund des politischen Willens und der Weichenstellungen von Sozialreferat und Jugendamt sowie der damit „zusammen passenden“ Entwicklungen im Stapf wurde im Januar 2007 in einem Brief des Caritasverbandes Nürnberg, als Trägers des Stapf, an die Jugendamtsleitung das Interesse bekundet, das Stapf zu einem Familienzentrum weiterzuentwickeln. Ende Februar fand dazu mit der Jugendamtsleitung ein persönliches Gespräch statt.
Der Zeitpunkt, sich aktuell mit einer Weiterentwicklung des Stapf zum Familienzentrum zu beschäftigen hatte aber noch einen anderen Hintergrund:
Da im Stapf die Generalsanierung unseres Stadtteil-Kindergartens ansteht, bietet sich die einmalige Gelegenheit, nicht nur Kindergarten-Räume nach herkömmlicher Art zu schaffen, sondern konzeptionell und baulich die Idee eines Familienzentrums umzusetzen.
Nachdem der Stadtteil St. Leonhard wegen seiner Probleme und dem Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Hilfen für Eltern in den Blickpunkt öffentlichen Interesses gerückt ist, kann ein Familienzentrum Stapf somit auch ein Baustein für eine positive Weiterentwicklung des Stadtteils sein.
Beschlüsse des Jugendhilfeausschusses
In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 27.September 2007 wurde ausführlich der Tagesordnungspunkt „Qualitative Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung“ besprochen, u. a. auch die Konzeptionen „Orte für Familien“ und „Familienzentrum“. In der Vorlage und im Beschluss wurde als eines der ersten sieben Familienzentren das Stapf namentlich benannt.
In einer weiteren Sitzung vom 29. Mai 2008 wurde beschlossen, dass Familienzentren eine zusätzliche Fläche von ca. 70 qm bekommen sollen, um ihre Aufgaben in der Arbeit mit den Eltern und Familien erfüllen zu können.
Bauplanungen und Konzeptentwicklung
Anfang 2007 begannen die ersten Überlegungen und Planungen zum Umbau des Stadtteil-Kindergartens. Dabei kristallisierte sich heraus, dass ein Ersatz-Neubau des Kindergartens aus finanziellen und konzeptionellen Gründen anstelle einer Generalsanierung sinnvoller ist und sich die Weiterentwicklung zum Familienzentrum bei einem Neubau auch besser und leichter verwirklichen lässt.
Inzwischen sind die Pläne fertig:
Danach soll die neu entstehend Kindertageseinrichtung Platz für ca. 100 Kindergarten-Kinder im Alter von 3-6 Jahren und für 24 Krippen-Kinder unter 3 Jahren bieten. Räumlich und konzeptionell ist dabei genügend Platz für die Arbeit mit den Eltern und Familien.
Die Mitarbeiter/innen „mitnehmen“ bei den Veränderungen
Seit klar geworden ist, dass sich der Stadtteil-Kindergarten zum Familienzentrum entwickeln soll, wurde mit dem Team des Kindergartens auf vielfältige Weise diese Veränderung vorbereitet. So fanden Schulungen der Mitarbeiter/innen statt zu den Themen „vom Kindergarten zum Haus für Familien, „Vernetzung mit Beratungsstellen und externen Diensten“, „Wie begegnet uns Armut in Kindertageseinrichtungen und wie gehen wir damit um?“. Mitarbeiter/innen nahmen auch teil an Fortbildungen zur „Interkulturellen Kompetenz“ und zum Thema „Lebenswelten und Milieus der Migranten in Deutschland“ (SINUS-Studie)“.
Am wichtigsten waren und sind jedoch die Teambesprechungen und Teamtage, in denen sowohl der geplante Neubau als auch die Veränderungen der Konzeption miteinander diskutiert und bearbeitet wurden und noch werden.
Dabei wurden Standards und Grundsätze zusammengetragen und festgelegt, die erst so richtig nach dem Einzug in den Neubau mit den dann vorhandenen räumlichen Möglichkeiten umgesetzt werden können. Ein großer Teil dieser Punkte soll jedoch bereits im „Ausweichquartier“ während der Bauzeit erprobt und praktiziert werden, um damit erste Erfahrungen zu sammeln.
Elemente der neuen Konzeption
Orientierungsrahmen der neuen Konzeption des Kindergartens ist das vom Jugendhilfeausschuss beschlossene Konzept für die Familienzentren. Darin sind als Kernbereiche der Integrierten Familienarbeit benannt:
A) Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern
B) Integration von familienrelevanten Angeboten
- Generationenübergreifende Begegnungsmöglichkeiten
- Einbindung und Beteiligung der Eltern
- Unterstützung in Fragen der Alltagsorganisation
- Beratung
- Elternbildung
- Angebote für die ganze Familie
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf
C) Kooperation und lokale Vernetzung
- Kooperation mit anderen Institutionen
- Förderung des bürgerschaftlichen Engagements/Ehrenamt
- Unterstützung von Familien für Familien



