Elternarbeit

Die Einbeziehung der Herkunftsfamilie bei den Hilfen nach § 34, § 35a und § 42 SGB VIII ist ein wichtiger Schlüsselprozess im Erziehungsgeschehen. Als Leistungserbringer in der Erziehungshilfe verpflichten wir uns daher zu einer quantifizierbaren und qualifizierten Elternarbeit. Um den am Hilfeplanverfahren beteiligten Jugendämtern, Diensten und Einrichtungen und den betroffenen Familien eine Übersicht zu ermöglichen, welche unterschiedlichen Angebote von Elternarbeit sie von uns als Leistungserbringer erwarten können, und wo diese im Vollzug der Hilfe verortet sind, unterscheiden wir drei verschiedene Formen der Elternarbeit.

Elternkontakte

Elternkontakte sind Regelleistungen. Sie werden überwiegend vom Gruppendienst geleistet. Art und Umfang werden bei der Erziehungsplanung definiert und in der Gruppe dokumentiert. Beispiele dafür sind Aufnahme-, Hilfeplan- und Entlassungsgespräch, Telefonate über aktuelle Vorkommnisse, Elternbriefe, Übergabegespräche beim Abholen und Bringen nach einer Beurlaubung des Kindes, Eltern-Kind-Aktionen in der Gruppe, begleiteter Umgang der Eltern mit dem Kind in der Einrichtung.

Elternberatung

Die Elternberatung wird überwiegend von der Gruppenleitung oder von gruppenergänzenden Fachkräften der Einrichtung geleistet. Die Elternberatung erfolgt nach den Vorgaben des Hilfeplanes und seiner Umsetzung in der Erziehungsplanung. Die Leistungen werden von den Erbringern dokumentiert und für die Fortschreibung des Hilfeplans verfügbar gemacht. Beispiele dafür sind operative Hilfestellung für die Familie bei der Klärung ihrer Erwartungen und Ziele im Verlauf der Hilfe, Klärung von Zuständigkeiten und Abläufen, Befähigung der Eltern zu einer grundsätzlich wertschätzenden Haltung zu den an der Erziehungshilfe beteiligten Personen und ihrer Arbeit sowie Prüfung der Rückkehroption.

Elterncoaching

Elterncoaching ist eine Zusatzleistung. Diese Hilfe wird im Einzelfall hilfeplangesteuert festgelegt und ist eine zielgerichtete und begrenzte Begleitung und Unterstützung von Eltern in Bezug auf ihre Haltung und ihr Verhalten in ihrer Rolle als Eltern. Die Leistung wird von Fachkräften mit der Zusatzqualifikation Systemische Familientherapie erbracht, von diesen dokumentiert und für die Fortschreibung des Hilfeplans verfügbar gemacht. Beispiele für den Erfolg dieser Hilfe sind signifikante Erhöhung der elterlichen Präsenz in der Familie, Abnahme elterlicher Hilflosigkeit, Zunahme der gegenseitigen Achtung und höhere Belastbarkeit in familiären Krisensituationen.