Beschluss Flucht und Migration

Engagement für anerkannte Flüchtlinge

Einen Strategieplan zum Thema „Flucht und Migration“ hat die Vertreterversammlung, das oberste Beschlussorgan des Diözesan-Caritasverbandes, beschlossen. Dabei hat sie vor allem Flüchtlinge mit guten Chancen, langfristig in Deutschland bleiben zu dürfen, im Blick.

Als Schwerpunkte der Arbeit werden festgelegt: Hinführung zu Ausbildung und Beschäftigung, verstärkte Nutzung kirchlicher Immobilien als Wohnraum und der Ausbau der Ehrenamtsförderung. Die Caritas will in ihren eigenen Einrichtungen Migranten Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten; durch niederschwellige Angebote einer Tätigkeit sollen Flüchtlinge an den beruflichen Einsatz herangeführt werden.

Im Handlungsfeld Wohnen könnte die Caritas als „Generalmieter“ kirchlicher Immobilien auftreten und diese dann weitervermieten. Der Wohnraum soll dabei nicht nur Flüchtlingen, sondern auch anderen Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stehen, die nur schwer bezahlbare Wohnungen findet.

Bei der ehrenamtlichen Begleitung von Migranten ist der Caritas bewusst, dass Ehrenamt kein „Selbstläufer“ ist. Nach dem Eintreffen von Flüchtlingen in großer Zahl gab es ein „gigantisches Engagement“. Inzwischen tritt aber eine Phase des Erlahmens ein. Ehrenamtlicher Einsatz muss neu angeregt und vor allem mit Räumen, Sachmitteln und fachlicher Beratung unterstützt werden, was hauptamtliches Personal erfordert.

Teil der Strategie ist, die Beratungsstellen im Asyl- und Migrationsbereich im Bestand zu sichern und eventuell sogar auszubauen. Hintergrund ist, dass immer mehr Asylbewerber eine Anerkennung erhalten. Seit März 2016 dürfen die Asylsozialberatungsstellen anerkannte Asylbewerber aber nicht mehr beraten. Der Diözesan-Caritasverband begrüßt, dass eine Ausnahmegenehmigung für anerkannte Flüchtlinge, die noch in Asylbewerberheimen leben (sog. "Fehlbeleger"), von der Staatsregierung verlängert wurde. Dafür hatte sich die Caritas wiederholt eingesetzt.

Da die Asylsozialberatungen aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen stark ausgebaut wurden, droht nun ein Personalabbau. Viele neu eingestellten Berater müssten jetzt wieder entlassen werden – zumal etliche Mitarbeiter angestellt wurden, die nicht aus sozialen Berufen kommen und für die es bei der Caritas keine andere Verwendung gibt.

Die anerkannten Asylbewerber müssen jetzt von den Migrationsberatungsstellen betreut werden. Diese Fachberatung steht auch noch anderweitig unter Druck: Seit 2014 haben Ost- und Südeuropäer freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt und nehmen vermehrt Migrationsberatung in Anspruch. Zudem ziehen vermehrt Spätaussiedler zu.

Daher hat die Klientenzahl bereits von 2011 bis 2014 um 75 % zugenommen, von 2014 auf 2015 nochmals um über 30 %. Für 2016 rechnen die Berater aufgrund der anerkannten Asylbewerber gar mit einer Verdoppelung.

Die Migrationsberatung ist jedoch personell schlecht ausgestattet – nur 0,85 Stellen bei der Caritas im Erzbistum Bamberg – und unterfinanziert.

Die Caritas im Erzbistum Bamberg fordert daher einen Ausbau der Migrationsberatung. Dazu müssen Bund und Freistaat die finanzielle Förderung verbessern. Außerdem müssten sie erlauben, dass auch hier Personal aus nicht sozialen Berufen arbeiten darf. Zugleich sollte die Ausnahmeerlaubnis, dass die Asylberatung auch anerkannte Asylbewerber beraten darf, um ein Jahr verlängert werden.

Bereits beantragt hat der Diözesan-Caritasverband, dass der Erzbischöfliche Flüchtlingsfonds künftig zusätzliches Personal nicht nur in der Asylsozial-, sondern auch der Migrationsberatung fördert.

 


Downloads

Um eine Datei auf Ihren Rechner herunter zu laden, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Dateinamen und wählen "Ziel speichern unter" aus dem Kontextmenü.

Beschluss_Flucht_Vertreterversammlung 731 KB