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„Lehrer müssen die Schüler lieben, um sie bilden zu können.“
Erzbischof Schick beim „Tag der Schulpastoral“ in Nürnberg

„Bamberg. (bbk) Beim „Tag der Schulpastoral“ in der Maria-Ward-Schule Nürnberg am Samstag, 14. November 2009, stellte Erzbischof Ludwig Schick die Liebe und Fürsorge der Pädagogen für ihre Schüler in den Mittelpunkt seines Grußwortes. „Die Schülerinnen und Schüler zu lieben, um sie zu fördern, damit sie das werden, was sie sein können, entsprechend ihren Veranlagungen und auch im Hinblick auf ihren zukünftigen gesellschaftlichen Auftrag, das ist die Forderung an Lehrerinnen und Lehrer.“ Es sei wichtig, die Schüler zu lieben, um sie bilden zu können, erinnerte Schick an große christliche Pädagogen wie Pestalozzi, Franz von Sales, Don Bosco und Mutter Teresa. „Jemanden zu lieben im eben beschriebenen Sinn ist kein Mechanismus, dazu ist Spiritualität wichtig: das tägliche Gebet, das persönliche Lesen und Meditieren der Heiligen Schrift, der Gottesdienst, tägliche Umkehr und Neubeginn.“
Der Erzbischof wies auch darauf hin, dass Lehrersein, Bildungsarbeit sowie Seelsorge nicht leicht seien und Lehrer oft verletzt und enttäuscht würden. Dennoch sei es wichtig, nicht auf Distanz zu gehen, denn das erschwere den Bildungs- und Seelsorgeauftrag und damit letztlich den Sinn von Schule.

Laut Schick müsse der Religionsunterricht folgendes, dreifaches Ziel anstreben: „Um unsere Gesellschaft zu verstehen, die von der abendländischen jüdisch-christlichen Kultur geprägt ist und getragen wird, damit junge Menschen ihre Entscheidung treffen, wie sie leben wollen, auf welchen Fundamenten, nach welchen Maßstäben und mit welchem Ziel und damit die Fundamente unserer Kultur, die Menschenwürde, die Werte und die theologische, die Kardinals- und die Sekundärtugenden weitergetragen werden, ist der Religionsunterricht wichtig.“ Die Präsenz der Kirche als Seelsorgeangebot an den Schulen sei segensreich. Schick: „Sie feiert Gottesdienste, verkündet die Frohbotschaft Christi und steht diakonisch für Gespräche und Krisenintervention zur Verfügung.“

Lehrerinnen und Lehrer müssten Brückenbauer sein. „Denn wenn die Beziehung zwischen Schülern und Lehrern gestört ist, dann funktioniert Wissensvermittlung überhaupt nicht.“ Das, so Schick weiter, gelte noch einmal mehr für die Seelsorge. „Die Liebe Christi besteht in der Liebe zu den Menschen.“ Der Willensakt in Erziehung, Bildung und Seelsorge besteht darin, den anderen fördern zu wollen, auf sein Wohl zu achten, darauf, dass er die Fülle des Lebens findet.“ Das müsse jeder Lehrer und jeder Seelsorger wollen.

Der Schulpastoral-Tag findet unter dem Motto „Alles umsonst?!“ am Samstag, 14. November 2009, von 9.30 bis 16.00 Uhr, in der Maria-Ward-Schule Nürnberg statt. Mit dem Motto „Alles umsonst?!“ soll die wichtigste Grunderfahrung eines Christen in den Mittelpunkt treten: der Geschenkcharakter des Lebens und des Glaubens. Dabei wird der Frage nachgegangen: Was lässt sich nicht messen, bezahlen und hochrechnen und hat seinen Sinn in sich selbst? Der Schulpastoral-Tag soll zum Nachdenken und zum Austausch über eine wesentliche Grunddimension des Lebens anregen und richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten und Mitarbeiter in der Pastoral.

Datum: 14.11.2009
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