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Ethik und Sport stärker in den Blick rücken

Georg Kaiser ist der Sportbeauftragte des Erzbistums Bamberg

Fairness ist etwas, was ihm sehr am Herzen liegt. Und so freut sich Georg Kaiser, Pastoralreferent in Hof, dass auch die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft weitestgehend diesem Anspruch gerecht wurden. Mit den deutschen Fußballspielern sei eine positive Identifikation möglich gewesen. Dass Sportler eine Vorbildfunktion ausüben, wünscht er sich auch von anderen Spielern beziehungsweise Sportarten.

Georg Kaiser ist seit 2007 Sportbeauftragter des Erzbistums Bamberg und trat damit die Nachfolge von Pfarrer Helmut Spindler an, der dieses Amt mehr als 30 Jahre inne hatte. Für Kaiser, der früher selbst aktiv Sport betrieben hat, ist der Sportplatz auch heute keine fremde Materie. Seit 35 Jahren zeigt er den Fußballern als Schiedsrichter in der Landes- und der Regionalliga, was er unter einem fairen Spiel versteht. Fast 20 Jahre, bis 2005, hat er auch im Bezirkssportgericht für den Bereich Oberfranken gesessen.

„Der Ton ist härter geworden“, betont Kaiser unter Hinweis auf den Umgang der Spieler miteinander wie auch auf Zuschaueräußerungen gegenüber Spielern und Schiedsrichtern. Schon längst muss sich ein Schiedsrichter nicht mehr nur den Zuruf „Schiedsrichter – Telefon“ anhören, sondern mitunter sehr persönliche und herabwürdigende Äußerungen.

Das Spiel habe ebenfalls an Härte gewonnen. Wo früher mehr zufällig Körperkontakte in Verletzungen mündeten, werde dies heute mitunter bewusst in Kauf genommen. Auch die Sprache belege ein größeres Maß an Aggressivität, wenn etwa vom „Kampf“ und vom „Ausschalten“ die Rede sei.

Hier gibt es laut Kaiser für die Kirche einen Ansatzpunkt, um die Vorbildfunktion des Sports wieder stärker in den Vordergrund zu rücken. Kaiser selbst will im Zusammenhang mit der WM wieder vermehrt ein „Nachdenken über Fairplay“ auslösen. Es sei wichtig, nicht nur eine Mannschaft zu trainieren, sondern sich auch den Zusammenhang von Ethik und Sport stets vor Augen zu halten. Dieses Anliegen will der Sportbeauftragte durch Vorträge etwa bei Trainern oder auch bei kirchlichen Gruppierungen vertreten. Die Vorbildfunktion des Sports, ein faires Spiel, verzeihen können, sind das, was er seinen Zuhörern ans Herz legen will.

Auch an seinem Arbeitsplatz, der Justizvollzugsanstalt Hof, ist ihm das ein Anliegen. Erst kürzlich hat dort wieder ein Fußballturnier stattgefunden, bei dem sich Sportler von außerhalb des Gefängnisses mit den Gefängnisinsassen beim sportlichen Fußballwettkampf gemessen haben.

Als Sportbeauftragter des Bistums liegt dem 51-Jährigen auch viel an einer engen Zusammenarbeit mit der DJK. Im Landesarbeitskreis „Kirche und Sport“ – der im übrigen für den Eröffnungsgottesdienst zur Fußballweltmeisterschaft verantwortlich zeichnete – wird er den engen Kontakt zu den anderen Diözesen suchen. Kirche und Sport – das darf sich nicht ausschließen, so der neue Sportbeauftragte, denn gerade hier habe sie einiges zu sagen und mit Hinblick auf Verfehlungen auch kritisch Stellung zu nehmen.

„Seelsorge ist dort, wo Menschen sind“ ist die Devise, unter die Georg Kaiser seine neue Aufgabe gestellt hat.

Christiane Dillig

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