Fokolar-Bewegung
Entstehung und Grundzüge der Spiritualität
Mitten im Zweiten Weltkrieg findet sich in Trient um die damals 23-jährige Chiara Lubich eine Gruppe junger Frauen zusammen. Was sie verbindet, sind der Glaube und die Erfahrung, dass Gott Liebe ist und jeden Menschen ganz persönlich liebt. Sie wollen Menschen sein, deren Handeln und Denken vom Evangelium bestimmt sind. Sie lesen in der Heiligen Schrift und bemühen sich, was sie verstehen, im Alltag zu leben. Der Volksmund nennt diese Gruppen "focolare" - wie die Feuerstelle in den alten Bauernhäusern der Gegend, um die sich die Familie versammelt und von der Wärme und Licht ausstrahlen. Inzwischen ist die Fokolar-Bewegung in der ganzen Welt verbreitet; über 5 Millionen Menschen stehen mit ihr in Verbindung.
Einige Worte des Evangeliums ziehen in besonderer Weise die Aufmerksamkeit der ersten Gruppe auf sich: "Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe" (Joh 15,12); "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18,20). Die junge Bewegung erlebt, wie die gegenseitige Liebe sie zu einer Einheit verbindet. Diese Einheit schließt keinen aus und lässt die Unterschiedlichkeit zur gegenseitigen Bereicherung werden. Es entfaltet sich die gemeinschaftliche Spiritualität der Einheit. Einer ihrer Kernsätze ist die Bitte Jesu an den Vater: "Alle sollen eins sein. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast" (Joh 17,21). für diese Einheit ist Jesus gestorben. Der Weg der Einheit führt den Christen ebenfalls durch Schmerz, Einsamkeit und Verlassenheit, durch die vielen "kleinen Tode" hindurch, die die Nächstenliebe abverlangt.
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