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Spiritualität

Das Leben des Heiligen Benedikt

Ewiges Licht

"Es hat ein Mann gelebt, der ein heiliges leben führte. Benedictus war er. das heißt, ein von Gott Gesegneter und Benedictus war sein Name."

Der heilige Benedikt ist weitläufig als "Vater des abendländischen Mönchtums" bekannt und als "Patron Europas". Sein Name hat durch Papst Benedikt XVI noch einmal an Aktualität gewonnen.

Wer steckt hinter diesem Namen, auf den sich bis heute die Gemeinschaften des heiligen Benedikt berufen? Wer ist der Mann, dessen Wirkung bis in unsere Zeit reicht?

Die Überlieferung seines Lebens verdanken wir Papst Gregor dem Großen in seinem 2. Buch der Dialoge. Ihm geht es dabei nicht so sehr um historische Daten, sondern darum, uns den heiligen Benedikt als Menschen nahe zu bringen, der ganz in der Gegenwart Gottes lebte und dessen Anliegen es war, auch die Menschen in seiner Umgebung immer neu für Gott zu begeistern.

Benedikt wurde in der kleinen italienischen Stadt Nursia, im sabinischen Bergland, um 480 geboren. Seine Familie, die vermutlich aus der gehobenen Mittelschicht stammte, schickte ihren Sohn mit etwa 20 Jahren zum Studium nach Rom. Wir wissen nicht, wie lange der Aufenthalt Benedikts in Rom dauerte. Dramatisch beschreibt der Chronist, wie Benedikt vom Sittenverfall in der großen Stadt abgestoßen, Rom den Rücken kehrte und sich in die Einsamkeit zurückzog.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Affile, bleibt Benedikt drei Jahre lang als Einsiedler in einer Höhle in Subiaco. Diese Zeit war prägend für sein weiteres Leben. "Höhlenzeiten" sind Zeiten der Konfrontation mit sich selbst, der Umkehr und Wandlung. Die Jahre in der Einsamkeit, in denen er nur versorgt wird vom Mönch Romanus, befähigen Benedikt, andere zu führen, nachdem er gelernt hat, sich selbst zu führen und in Frieden zu kommen mit seinen Leidenschaften und Schwächen.

Menschen werden angezogen von Benedikt und die Mönche von Vicovaro bitten ihn, ihr Abt zu werden. In dieser Erzählung vom erneuten Scheitern Benedikts, bei der Führung dieser Mönchsgemeinschaft - die Mönche sannen darauf Benedikt zu vergiften, um ihn loszuwerden - stellt uns Gregor einen Heiligen vor Augen, der nicht jenseits von Anfechtungen lebt. Zeit seines Lebens begegnen Benedikt Schwierigkeiten und Versuchungen, denen er aber treu in der Nachfolge Jesu begegnet.

Benedikt gründet nun selbst 12 kleine Mönchsklöster in Subiaco. Jedem Kloster stand ein Abt vor. Er selbst behält die Gesamtleitung und gibt die monastischen Grundwerte weiter. Die Mönchskolonien strahlen auf die Umgebung aus und erfreuen sich bei der Bevölkerung durch ihr Leben aus dem Geist des Evangeliums großer Beliebtheit. Dies ruft den Neid eines Priesters hervor und macht es notwendig, daß Benedikt diesen Ort auch wieder verlässt.

Die letzte Wegstrecke führt Benedikt auf den Berg nach Monte Cassino. Die äußere Größe des Berges verweist sinnbildlich auf die innere "Größe" Benedikts. Durch viele Erfahrungen gereift, wird Benedikt hier zum geistlichen Vater seiner Mönche. Diese Klostergründung ist ganz deren äußerem Aufbau und dem inneren Wachstum seiner Gemeinschaft gewidmet. Benedikt schreibt auf Monte Cassino seine Regel. Der Tod Benedikts wird auf das Jahr 547 datiert.

Papst Gregor beschreibt ein letztes Mal, wie die Grundhaltung Benedikts, sein ganzes Leben an Gott auszurichten, auch im Sterben zum Tragen kommt: Benedikt  stirbt aufrecht betend, gehalten von zwei Mönchen, im Oratorium.