Aktuelles | Kandidaten | Propädeutikum | Ausbildung | Priester sein | Leitung | Das Haus
Boxbild
  Druckversion   Seite versenden

 

 Unter der Oberfläche

Vom Versuch, Normalität in ein zerstrittenes Land zu bringen

 

Israels Armee nimmt Hamas-Abgeordneten fest - Thailand erkennt Palästinenserstaat an - Iran-Bombe „nicht unbedingt existenzbedrohend“ für Israel

Solche und ähnliche Schlagzeilen sind regelmäßig in den deutschen Medien zu finden. Die Hintergründe zum Brennpunkt „Israel“ bleiben jedoch oft verborgen oder werden einseitig dargestellt. Israel ist oft in aller Munde; aber was wissen wir überhaupt von diesem Staat – einem der Jüngsten der Welt?
Der Journalist Johannes Zang (48) (lebte von 1985-87, 1999-2003 und 2005-2008 in Israel) war am vergangenen Samstag (21.01.2012) im Priesterseminar zu Gast, um in einem spannenden Vortrag von seinem Leben in Israel zu berichten. „Unter der Oberfläche“ – der Titel seines Buches war Programm für den Vormittag, denn in erster Linie erfuhren wir viel über das, was sich im Hintergrund des Landes abspielt, fernab von Fernsehkameras und Pressejournalisten.
Der erste Teil des Vormittages hatte die Geschichte zur Gründung des Staates Israel zum Thema. Theodor Herzl (Begründer des Zionismus) hatte bereits im Jahr 1896 die Vision von der Gründung eines Staates für die jüdische Bevölkerung. Doch erst viele Jahre und politische Veränderungen später konnte der Plan Herzls Wirklichkeit werden. Am 14. Mai 1948 rief der spätere erste Premierminister Israels, David Ben Gurion, den Staat Israel aus, der innerhalb weniger Tage von den USA und der Sowjetunion völkerrechtlich anerkannt wurde. Jedoch erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem neuen Staat noch in der Gründungsnacht den Krieg. Unfrieden und gewalttätige Auseinandersetzungen waren also von Anfang an präsent.
Ein wichtiger Einschnitt in der Geschichte des Staates Israel war der Sechstagekrieg (05.06.1967 – 11.06.1967) in dem die israelischen Streitkräfte den Gaza-Streifen, die Golanhöhen, die Sinai-Halbinsel und das Westjordanland besetzten. Fast 200 000 Palästinenser mussten aus ihrer Heimat fliehen.
Seit 1977 schließlich versucht die politische Führung Israels Ruhe und Frieden in das Land zu bringen, was sich aber immer wieder als äußerst schwierig erweist. Besonders der Gaza-Streifen ist nach wie vor ein Gebiet, in dem es auch in jüngster Zeit vermehrt zu kriegsähnlichen Handlungen kommt.

Im zweiten Teil seines Vortrages (mit anschließender Diskussion) ging Johannes Zang v.a. auf die aktuelle Situation in Israel ein. Er erzählte von der Schwierigkeit in die besetzten Gebiete ein bisschen Normalität zu bringen, was manchmal nahezu unmöglich sei. Eine Ausgangssperre verbot ihm und seiner Frau, ihr Haus in Betlehem für eine Woche zu verlassen. Zahlreiche Straßensperren und Polizeikontrollen schränken das Leben ein; für viele Kontrollen müssten Tage vorher mühsam Passierscheine beantragt werden, deren Gültigkeit meistens nur wenige Stunden betrage. Auch Ehrenmorde seien vermehrt anzutreffen – und das sogar innerhalb von Familien, die einen christlichen Glauben besitzen.

Der Alltag in Israel, der ständige Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern – ein brisantes und aktuelles Thema, welches Johannes Zang den Alumnen in gelungener Weise nahe brachte. Viele Diskussionen und interessante Fragen (v.a. auch auf die eigene Israelreise im Mai) blieben dabei nicht aus.

 

'Unter der Oberfläche' - Johannes Zang
"Unter der Oberfläche" - Johannes Zang
 
Johannes Zang
Johannes Zang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

www.jerusalam.info

www.wikipedia.de