Priester seinMotivationHeute Priester sein und werdenMotivation: Männer des Gebetes werden und das Leben im Licht des Evangeliums deutenDie
Herausforderung ist groß. Ist doch der Priester derjenige, der aufgrund
seines Auftrags Lebenszeichen für andere ist. Er leitet die Gemeinde,
er begleitet die Gemeinde, er ermutigt, hört zu, inspiriert, gibt Rat,
er steht an Deiner Seite. Dabei ist der Priester kein kühler Macher,
sonders stets der Brückenbauer und Übersetzer. Er ist Jünger und
zugleich ein Zeichen Jesu Christi mitten in der Welt. Damals wie
heute ruft Jesus einzelne Menschen in seine Nachfolge, damit sie Gott
und den Menschen in besonderer Weise nahe sind. Der Priester deutet den
Gläubigen das Leben im Licht des Evangeliums. Als Seelsorger begleitet
und stärkt er sie auf dem ganzen Weg ihres Lebens. An den Knotenpunkten
des Lebens sagt er ihnen durch die Spendung der Sakramente die Nähe und
die Gegenwart Gottes zu. Der Priester ist ein Mann des Gebets.
Die Kraft für seinen Dienst schöpft er aus der Heiligen Schrift und
seiner persönlichen Spiritualität. In der Mitte steht für ihn die Feier
der Eucharistie und das tägliche Stundengebet. Seine tiefe Verbundenheit
mit Jesus Christus findet ihren besonderen Ausdruck in der Lebensform
der Ehelosigkeit. Das Arbeitsfeld des Priesters ist vor allem die
Pfarrgemeinde. Er leitet das Team der hauptberuflichen und
ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gemeinsam mit den
gewählten Vertretern der Gemeinde trägt er die Verantwortung für die
Seelsorge in den Kirchengemeinden einer Seelsorgeeinheit. Prominente Stimmen- „Wenn
die einzelnen Christen und die Gemeinden im Erzbistum Bamberg wirklich
Priester wollen, wenn wir inständig um sie beten, wenn wir unsere
Priester schätzen und gut mit ihnen zusammenarbeiten, wenn wir sie
gerade als Verkünder des Wortes Gottes und Spender der Sakramente
Christi haben wollen, wird es auch Priesterberufe geben." (Erzbischof
Ludwig Schick)
- "Ein Priester von morgen ist das, was in anderen
Religionen ein Schamane, ein von Gott Besessener ist. Ein Mystiker.
Einer, der etwas erfahren hat." (Wunibald Müller, Leiter des
Recollectrohauses der Abtei Münsterschwarzach)
- "Ein rein
quantitatives Seelsorgsmodell muß durch ein rein qualitatives abgelöst
werden. Dem geistlichen Leben muß Raum gelassen werden." (Karl Braun,
Erzbischof von Bamberg)
Was junge Leute von einem Pfarrer erwarten - "Ein Priester muss in erster Linie menschliche Qualitäten haben." (Nadine, 32)
- "Für mich ist wichtig, daß man beim Gottesdienst das Gefühl hat, daß der Pfarrer auch wirklich dabei ist." (Franziska, 17)
- "Ganz
wichtig ist, daß ein Pfarrer mit der Gemeinde lebt. Nicht nur, daß man
ihn am Sonntag so mal im Gottesdienst kurz sieht und sonst nie. Er
sollte das Leben mit der Gemeinde teilen." (Johannes, 18)
- "Ich
sehe die Aufgabe des Pfarrers vor allem darin, daß er sich um Leute
kümmert, um die sich sonst niemand kümmert. Er kann natürlich nicht
alles selber machen, sondern sollte einer sein, der andere ermuntern und
motivieren kann, sich für Außenseiter unserer Gesellschaft zu
engagieren. Da ist natürlich ein gewisses Charisma notwendig." (Stefan,
18)
- "Der Pfarrer sollte nicht in erster Linie Manager und
Verwalter sein, sondern Seelsorger, der gerade auch auf junge Leute
zugehen kann." (Karin, 18)
- "Ein Pfarrer sollte vor allem
zuhören können, sich für das Leben der Leute interessieren und ihre
Probleme ernst nehmen." (Julia, 18)
Wie sich Priesteramtskandidaten selber sehen- "Aktionisten
strahlen nichts aus. Ich möchte mit meinem Leben zeigen, daß erlöstes
Leben möglich ist, daß heißt ein Leben, das einfach gut ist. Ein paar
fromme lauwarme Worte, die nicht vom Leben gedeckt sind, glaubt schon
lange keiner mehr." (A. R.)
- "Besonders wichtig sind für mich
regelmäßige stille Zeiten, eine halbe stunde am Tag - mal mehr, mal
weniger -, alle paar Wochen ein Tag im Kloster, wenn's eben geht, eine
Woche Schweige-Exerzitien im Jahr. Das hilft, um mit mir selbst in
Kontakt zu bleiben, damit der Alltag nicht blindlings über mich
bestimmt. Und damit ich die Stimme dessen höre, der mich auf meinem Weg
führt." (K. P.)
- "Wir müssen nichts allein zustande bringen.
Gott ist dabei. Und er kennt sich aus mit Widerständen, mit
verschlungenen Wegen, mit krummen Touren. Mir ist klar geworden, daß
Krisen dabei helfen, menschlich zu wachsen, im Glauben weiterzukommen."
(K. A.)
- "Das ist mein Dienst als Priester: Menschen erfahren
lassen, daß sie nicht allein sind. Daß Gott da ist. Ich will in anderen
Menschen das Vertrauen stärken auf einen Gott, der sich ihnen zuwendet,
ohne zuerst auf Beruf, Familienstand oder Leistung zu schauen." (C. A.)
- "Was
meine Entscheidung zu einem ehelosen Leben bedeutet?Eine
Solidarisierung mit Menschen, die in irgendeiner Weise zu kurz gekommen
sind. Menschen ohne Heimat, Kranke, die Stillen im Land, denen eine
Menge abverlangt wird, gescheiterte Existenzen, zerbrochene Ehen und
Familien, Unverheiratete, die ihren ersehnten Partner nicht gefunden
haben. Eine bleibende Herausforderung an mich selbst, in radikaler weise
Christus zu suchen und ihn in aller innerer und äußerer Freiheit
unerschrocken zu verkünden." (K. D.)
Unter den vielen
Stimmen spricht eine tief in dir drinnen. So beginnt es. Man wird
stiller, und leise. Unüberhörbar beginnt man den Ruf zu vernehmen: Du
bist angesprochen. Du bist gemeint. Dein Name fällt. Es ist immer
derselbe, der ruft: Christus, der Herr. Es ergeht immer derselbe Ruf:
Folge mir nach. Es ist immer derselbe, der antwortet: Du, der
Angesprochene. Täusche dich nicht, laß dich nicht beirren: Der Ruf ist
zu hören. Er begegnet Dir täglich, er ist fortwährend um Dich herum. Nur
Du, Du mußt ihn erhören. Erkennungszeichen von Berufung - Innere
Unruhe über die jetzige Situation, ohne erkennbaren äußeren Grund -
also nicht: Versagen, Anpassungsschwierigkeiten, Rollenunsicherheit...
- Erfahrung von Freude am selbstlosen Dienst für andere.
- Verständnis für eine religiöse Motivation des ganzen Lebens - nicht nur für Sektoren oder einzelne Anlässe.
- Integration (wenigstens ansatzweise) des religiösen Lebens in die gesamte Lebensführung.
- Mut, auf die "Belohnung" für selbstloses Tun zu verzichten, also Dank nicht unmittelbar erwarten zu müssen.
- Freude an Geistlichem schlechthin, an spirituellen Werten und Vollzügen.
- Aufgeschlossenheit für das Weitersagen der Frohen Botschaft als Antwort auf die Sinnfrage (Mission).
- Hingezogensein zu Meditation und Gebet.
- Hingezogensein zur Feier der Eucharistie.
- Bereitschaft und Fähigkeit zu Kontakt und Zusammenarbeit, zur Integration in eine Ordensgemeinschaft.
Vgl. Emil Spath, Rufzeichen, in: PWB-Broschüre "Du weißt meinen Namen. Thema: Berufung" Innere Unruhe als ein Berufungsindiz für geistliche Berufe- Wachsende Unruhe in der Tiefe des Herzens
Sie kann ein Zeichen dafür sein, dass Gott mich in eine größere Nähe ruft. - Wachsende Sehnsucht, nach dem Evangelium zu leben
Leben,
wie Jesus gelebt hat: ohne falsche Kompromisse, in einem totalen
Vertrauen auf Gott, in großer Freiheit und Unabhängigkeit von
materiellen Bedürfnissen. - Wachsende Freude am selbstlosen Dienst für andere
Das
Bedürfnis, Menschen zu helfen und ihnen zu dienen, kann ein Zeichen
echter Berufung sein. Konsummentalität, Karrieredenken und egoistische
Lebenseinstellungen werden als hohl und lebensfeindlich durchschaut. - Wachsender Wunsch, den Glauben weiterzugeben
Es
meldet sich ein Drang in mir, eine Gruppe zu leiten oder zu gründen.
Meinen Glauben möchte ich mit anderen teilen und kann nicht mehr für
mich behalten, was ich erfahren habe. - Wachsende Bereitschaft, Gemeinschaft mit zu tragen
Wenn
in mir eine Offenheit wächst, mich in eine Glaubensgemeinschaft aus dem
Evangelium einzubringen und Mitverantwortung zu übernehmen, kann das
ein Anruf sein. - Wachsende Offenheit für den Weg der christlichen Ehelosigkeit
Die
Einladung Jesu, um des Himmelreiches willen ehelos zu leben, kann nur
dem gelingen, der diese Lebensmöglichkeit für sich als sinnvoll
entdeckt. Eine tragfähige Freundschaft zu Jesus Christus ist die
Voraussetzung für diesen Weg der Liebe und radikalen Nachfolge. - Wachsendes Hingezogensein zu Gott
Eine
nur punktuelle Begeisterung für ein geistliches Leben reicht nicht aus.
Ohne eine intensive Beziehung zu Gott kann ich auf Dauer kein Priester
sein. Die wachsende Liebe zum Gebet, zur Stille, zur Bibel und zur
Eucharistiefeier zeigt, dass ich auf der richtigen Spur bin.
Berufungsinfo, PWB BambergEinige Fragen zur Klärung der eigenen Berufung Wer
ernsthaft überlegt, in einen Orden oder ein Kloster einzutreten, könnte
sich in der Phase der Klärung folgende Fragen stellen Was
bewegt mich zum Leben in einem Orden? Warum möchte in ein solches Leben
beginnen? Bin ich bewegt durch eine persönliche Beziehung zu Christus?
Spüre ich eine Zuneigung zu ihm und ein Verlangen, ihm radikal
nachzufolgen? Was sonst bewegt mich zum Eintritt in den Orden? Was
erwarte ich mir vom Ordensleben? Was befürchte ich, wenn ich nicht
eintrete? - Was bewegt mich, in diesen speziellen Orden
einzutreten? Warum möchte ich gerade in diesen speziellen Orden
eintreten? Habe ich diesen Orden genügend kennen gelernt? Kenne ich
seine Ziele, seine Spiritualität? Kann ich mich damit identifizieren?
Kenne ich seine konkrete Weise zu leben, zu beten, zu arbeiten? Welches
Gewicht haben persönliche Beziehungen zu Mitgliedern dieses Ordens? Habe
ich mich über andere Orden informiert?
- Bin ich geeignet für
einen solchen Weg? Wenn ich nicht nur auf meine Ideale schaue, sondern
auf meine konkreten Eigenschaften, Charakterzüge, Stärken und Schwächen:
sehe ich eine realistische Chance, dieses Leben im Orden führen zu
können? Habe ich erste Erfahrungen mit dieser Lebensweise gemacht? Wie
ging es mir dabei? Halten mich Freunde, die mich gut kennen, für diesen
Weg für geeignet?
- Was bedeutet mir ein Leben nach den
Evangelischen Räten? Habe ich genügend nachgedacht über die
Evangelischen Räte, die drei Grundpfeiler des Ordenslebens, nämlich
Armut, Keuschheit und Gehorsam? Bei jedem einzelnen dieser drei Gelübde
könnte ich mich fragen: Was bedeutet für mich dieses Gelübde? Was zieht
mich daran an? Worin sehe ich persönlich seinen Wert? Wo erlebe ich
Widerstände? Was wird mir wohl schwer fallen?
- Wo habe ich noch
viel zu lernen? Mal angenommen, ich werde in diesen Orden aufgenommen,
wo müsste ich noch am meisten an mir selber arbeiten? Was muss ich wohl
noch mit viel Geduld kennen lernen und einüben? Wo sehe ich kritische
Punkte, die ich während der Erprobungszeit im Noviziat genauer anschauen
möchte?
- Schlussfrage: Habe ich genügend Vertrauen auf Gott, um einen solchen Weg zu beginnen?
P. Franz Meures SJ, in: WEGBEREITER. Magazin für Berufe der Kirche 3/96, 13 Berufung zum MenschseinDas Spektrum der christlichen Berufung umfasst grundsätzlich drei Bereiche. In dieser ersten Berufungs-Dimension sieht sich der Mensch als Geschöpf Gottes, das zum Leben gerufen ist. Aus
dieser Grundberufung leitet sich seien Menschenwürde in Phasen seines
Lebens ab. Gefährdungen des Menschseins durch Krankheit und Armut, durch
Umwelt und Globalisierung, durch gentechnische Möglichkeiten und Kriege
gefährden auch diese Berufung. Die Entdeckung der eigenen Charismen und
Talente, das Ausprägen einer eigenen Meinung und die berufliche
Orientierung sind wesentlicher Ausdruck einer individuellen Berufung. Pastorale Leitfragen könnten sein - Warum setze ich mich für das Leben ein?
- Warum berührt mich die Armut vieler Menschen?
- Warum trete ich für die Menschenrechte ein?
- Warum melde ich mich zu Wort, wenn Ungerechtigkeiten zum Himmel schreien?
- Wie kann ich Jugendlichen helfen, ihr ganz persönliches Profil zu entwickeln und starke Persönlichkeiten zu werden?
Berufung zum ChristseinÜber
die Berufung zum Menschsein hinaus ruft Jesus Christus persönlich in
eine freundschaftliche Beziehung zu ihm und fordert zu einer
christlichen Lebensgestaltung auf. Die Vielfalt ehrenamtlicher und
kirchlicher Dienste, sozialer und caritativer Berufe, das Engagement in
der kirchlichen Jugendarbeit, in Gremien, Verbänden und geistlichen
Gemeinschaften, und auch des bekennenden politischen und
gesellschaftlichen Engagements sind Ausdruck dieser Berufung. Pastorale Leitfragen könnten sein - Wie gelingt eine christliche Erziehung?
- Warum engagiere ich mich als Christ in meiner Pfarrgemeinde?
- Wie könnte meine Mitwirkung als Jugendliche/r in der Pfarrei aussehen?
- Warum habe ich einen Beruf in der Kirche gewählt?
- Warum fasziniert mich ein sozialer/ caritativer Beruf?
- Warum engagiere ich mich ehrenamtlich in einem Verein?
- Wie kann ich als Christ Politik und Gesellschaft mitgestalten?
Berufung zum JüngerseinDer Ruf des Herrn kann sich auch in radikalen Formen gelebter Christusnachfolge ausdrücken. Vom
Heiligen Geist gesandt verstehen sich Jüngerinnen und Jünger Jesus als
Zeugen des Wortes Gottes, die als Missionare und Ordensleute, als
Mitglieder von Säkularinstituten und Gemeinschaften gottgeweihten Lebens
und / oder als Priester ihren Dienst tun. Neben der Berufung zu
einem Lebensstand, der sich an den evangelischen Räten Jesu orientiert,
steht die Berufung zu einer christlichen Ehe, die durch ihre
existentielle und ebenfalls auf Dauer hin angelegte Lebensentscheidung
der Partner füreinander qualitativ auf einer Ebene liegen. Pastorale Leitfragen könnten sein - Warum trauen wir uns als Partner vor Gott einen Ehebund zu, der ein uneingeschränktes Ja erfordert?
- Warum habe ich die Lebensform der evangelischen Räte gewählt?
- Warum habe ich mein Leben Gott geweiht?
- Warum schenke ich meine Lebenskraft den Menschen in einem Missionsland?
Vgl. Josef Maureder SJ: Wir kommen, wohin wir schauen. Berufung leben heute. – Innsbruck 2004, S. 12-15 In einem Flyer, der vom Zentrum für Berufungspastoral in Freiburg herausgegeben wurde, heißt es Priesterberuf - eine vielfältige Aufgabe!Du
gehst dorthin - wo Menschen geboren werden - wo junge Menschen in die
christliche Gemeinschaft aufgenommen werden - wo Menschen leben,
arbeiten, ihren Alltag gestalten - ... Welche Aufgabe du auch erfüllst: du bist immer ganz nah bei den Menschen. Für
Priester ist es das Größte, Gottesdienst mit und für die Menschen zu
feiern. Denn da begegnet ihnen Gott ganz persönlich. Da sind sie Gott
ganz nah. Glaube, Ausstrahlung, Persönlichkeit sind die
herausragenden Merkmale, um die tägliche Arbeit bewältigen zu können. Ob
ein Kurs mit Schulklassen, ... Gemeindegottesdienste, ... für Priester
gibt es genug zu tun. Also: Geh aufs ganze! Geh in die Mitte des Lebens! Du merkst: wir brauchen - Menschen, die begeistert sind von Gott. - Menschen, die ein Herz für den Anderen haben. - Menschen, die ganz dabei sind. Priester ist wirklich ein Beruf fürs Leben."
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