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Einparkhilfe für die Seele: Kirche für Fernfahrer
Premiere für Kirchen-Truck beim Katholikentag in Mannheim - Betriebsseelsorger holen Zugmaschine in Nürnberg ab
Fahrzeugübergabe in Nürnberg: Betriebsseelsorger und Fahrer Josef Krebs (in der Fahrerkabine) mit dem Bamberger Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz (re), Rocco Campo, Popp Fahrzeugbau (Mitte), und Karl-Heinz Teepe, Leiter der Arbeitnehmerpastoral im Erzbistum Freiburg (li).

Nürnberg. (psn) Fernfahrerfrühschoppen, Stammtische, Wochenendangebote für Fahrer und ihre Familien, Themengottesdienste, die Teilnahme an Truckerfestivals – das sind die Angebote von Norbert Jungkunz, Betriebsseelsorger im Erzbistum Bamberg, die er im Rahmen der Fernfahrerpastoral anbietet. „In Bamberg“, so Jungkunz, „haben Projekte wie ‚Kirche für Fernfahrer’ eine bald 30-jährige Tradition.“ Mit Kollegen aus sechs weiteren deutschen Bistümern trifft er sich seit 2004 mehrmals jährlich zur Arbeitsgruppe Fernfahrerpastoral. „Die Botschaft soll rollen“, erzählt der Bamberger Betriebsseelsorger und meint damit eines der ‚Kinder’ dieser überdiözesanen Zusammenarbeit: die CD „Einparkhilfe für die Seele“.

Mit dieser CD und dem umfangreichen Angebot für Fernfahrer ist die Arbeitsgruppe in diesem Jahr das erste Mal bei einem Katholikentag präsent. Vom 14. bis 20. Mai 2012 wird der Kirchen-Truck in Mannheim Premiere haben. Es handelt sich um einen großen LKW mit Ladefläche, der als Bühne für verschiedene Veranstaltungen dienen wird. Am Freitag (4. Mai) haben die Verantwortlichen die Zugmaschine von der Firma Popp Fahrzeugbau in Nürnberg abgeholt. „Wir unterstützen humanitäre und soziale Projekte gerne und helfen, wo es geht“, erklärt Rocco Campo, kaufmännischer Leiter, das Engagement. Bis Ende Mai stellen sie kostengünstig eine 470 PS starke Zugmaschine zur Verfügung. In Heilbronn kommt der Anhänger dazu.

Theologe und Berufkraftfahrer

Gefahren wird der Truck von Josef Krebs. Die Vorfreude merkt man ihm an, die Augen leuchten, als er sich auf den Bock setzt. „Ich bin gespannt, wie sich die Zugmaschine fahren lässt und ich freue mich riesig darauf“, erzählt der Pastoralreferent aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart, der als Betriebsseelsorger in Heilbronn arbeitet und so ganz nebenbei den LKW- und Busführerschein gemacht hat. Seit mehr als sechs Jahren schon fährt er regelmäßig Bus, um so den Kontakt zu den Fahrern zu bekommen. „Das Fahren kommt meiner Arbeit als Seelsorger sehr zu Gute. Ich bin schließlich einer von ihnen.“ Bei der aktiven Fernfahrerseelsorge – so der Fachbegriff – relativiere sich manche theologische Weisheit. Die Arbeit sei sehr praktisch und lebensnah orientiert.

Programm am Katholikentag

Standort des Trucks beim Katholikentag in Mannheim ist das Technoseum (Museumsstr. 1), wo sich das Zentrum Kirche-Wirtschaft-Arbeitsfeld befindet.

Am Donnerstag (16.05.) geht es um das Leben zwischen Lenkrad, Ladefläche und Familie. Buchautor Rainer Rosenfeld geht den Herausforderungen des Fernfahreralltags nach und gibt Tipps für Fernfahrer und Angehörige (14 Uhr). Über die Gesundheitsversorgung und den Gesundheitsschutz unterwegs diskutieren der Gesundheitsexperte Prof. Albrecht Goeschel, Werner Waldmann und Dieter Wahl vom Bundesverband Schlafapnoe ab 16 Uhr im Talk im Truck.

Am Freitag (17.05.) um 10 Uhr wird Zukunftskonzept „Fernfahrerseelsorge als missionarische Kirche“ vorgestellt. Verkehrsminister Winfried Hermann, Baden-Württemberg, diskutiert um 14 Uhr mit dem Gesundheitsexperten Prof. Albrecht Goeschel, mit Arno Lauth vom nordbadischen Verband des Verkehrsgewerbes und dem Gewerkschaftssekretär Sigurd Holler von Verdi Rheinland-Pfalz zum Thema: Waren- und Verkehrsströme der Zukunft: Was brauchen wir wirklich? Um 18 Uhr findet im Technoseum ein Arbeitnehmerempfang mit Kardinal Dr. Reinhard Marx und dem DGB-Vorsitzenden Michael Sommer statt.

Dass Menschen die Straße als Lebens- und Glaubensort erfahren, diskutieren am Samstag (19.05.) ab 10 Uhr der Polizeibeamte Peter Veeser, Anja Daniel, Polizeiliche Dienste, Frank Gutzmann von der Bruderhilfe, der Reiseunternehmer Andreas Kühner, der Busfahrer Rasim Hoxha und die Unternehmerin Manuela Strohofer. Unter dem Stichwort „Tatort Autobahn“ geht es ab 14 Uhr um Kriminalität und Aspekte des Fahrerschutzes. Zur Gesprächsrunde gehören der Fernsehjournalist Uli Röhm, Michael Türk von der Bruderhilfe, Anette Sauer und Sigurd Holler von Ver.di, Gerhard Sebera-Weber vom Bundesamt für Güterverkehr, der Polizeibeamte Peter Veeser und Fuhrparkleiter Miquel Perez.

In der Zeit des Katholikentages können Interessierte auch selbst einmal hinter dem Steuer eines modernen Trucks Platz nehmen. Als besondere Attraktion können sich Besucher ihre eigene Christophorus-Münze prägen.

Nach dem Katholikentag steht der Truck beim traditionellen Trucker- & CountryFestival in Geiselwind (A3 in Bayern, beim Autobahnkreuz A3/A7) vom 25. bis 28. Mai 2012.

Die Initiatoren des Projektes „Kirche für Fernfahrer“ sind sieben Betriebsseelsorger aus den Diözesen Augsburg, Bamberg, Freiburg, Mainz, Stuttgart-Rottenburg und Würzburg.

Kontakt und Information

Norbert Jungkunz, Betriebsseelsorger im Erzbistum Bamberg, Telefon: 0951 / 9 16 91 51

Datum: 09.05.2012
Autor: Pressestelle, Stadtkirche Nürnberg, ep
Weiterführende Links:
Bayern – Kirche für Fernfahrer kommt per Sattelschlepper