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Pfarrteam

Kaplan

Kaplan Michael Gräf 2011 bis heute
Kaplan Michael Gräf
Mein Name ist Michael Gräf, ich bin 36 Jahre alt und komme aus dem Landkreis Kronach, genauer gesagt aus Neufang. Ab 01. September 2011 bin ich Ihr neuer Kaplan.
Nach meinem Studium der Philosophie und Theologie, das ich in Lantershofen 2009 (in der Nähe von Bonn) abgeschlossen habe, ist es in der Priesterausbildung in Bamberg üblich, ein Gemeindepraktikum als sog. Pastoralkurs zu absolvieren. So war ich von November 2009 bis zu meiner Priesterweihe im Juni 2011 in Hallstadt tätig. Dort durfte und konnte ich Erfahrungen sammeln, die für die Aufgabe als Priester wichtig sind. Am 18. September 2010 wurde ich zum Diakon geweiht und am 25. Juni 2011 zum Priester.
Das Studienhaus in Lantershofen ist ein „Spätberufenenseminar“, in dem die Studenten auf dem sog. Dritten Bildungsweg“ auch ohne Abitur, ab einem Mindestalter von 25 Jahren und einer abgeschlossenen Berufsausbildung studieren können.
Meine Berufsausbildung habe ich im Jahr 1991 als Bankkaufmann begonnen und diese 1994 abgeschlossen. Seit dieser Zeit war ich in einer Zweigstelle der Sparkasse Kulmbach-Kronach als Kundenberater tätig gewesen.
Der Wunsch Priester zu werden kam für mich aber nicht von heute auf morgen, sondern war eher ein langer, zögerlicher Prozess. Bereits 1996 hielt mich ein Freund an (er ist mittlerweilen auch Priester) ich solle doch ins Priesterseminar gehen. Freilich, abgeneigt war ich nicht, aber ich dachte, was soll ich denn da? Soll ich jetzt alles aufgeben? Meinen Beruf, meinen Wunsch nach Familie? Kann ich das überhaupt? Oder bin ich vielleicht zu dumm? Fragen über Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Dann gab es eine Zeit, da war dieses Verlangen wieder weg. Vielleicht ist doch die Familie die bessere Variante? Bis ich mich im Frühjahr 2005 endgültig entschloss: Ich gehe diesen Weg. Ich möchte Priester werden.

Aber wie bzw. was stellte ich mir als Priester (Priester sein) vor? Wie sollte er sein, der Priester, den ich suche?
Da ich auch als Priester – als Kaplan – noch am Anfang stehe, muss ich noch viel lernen. Es werden Enttäuschungen kommen und viele Fragen – Fragen auch ohne Antworten –, aber mit Sicherheit auch frohe Tage und Stunden.
Aber ich denke, ein Priester sollte zunächst einmal ‚Mensch sein‘ und ‚Mensch bleiben‘. Er sollte ein Mensch sein, in dessen Nähe es anderen gut geht. Den Dienst Christi zu tun heißt für mich aufzubauen und nicht niederzureißen, heißt Mut zu machen und nicht zu entmutigen oder zu verunsichern, heißt frei zu machen und nicht unter Druck zu setzen.
Eine Voraussetzung für mich als Priester ist deshalb immer, feinfühlig zu werden für die Menschen, für ihre Fragen, für ihre Leiden, für ihre Zweifel und Ängste.
Priester sollen Menschen sein, die zuhören können, die lange zuhören, bevor sie reden, damit sie nicht Antworten geben auf Fragen, die niemand stellt. Priester sollen für mich Menschen sein, bei denen andere Menschen sich wohlfühlen können, sich öffnen können – ihr Herz öffnen können. Und Priester sollen Menschen sein, bei denen anderen Menschen Raum geschenkt wird, Raum um Dinge zuzulassen, die sonst nirgendwo in unsere Welt einen Raum oder Platz bekommen.
Es ist auch Aufgabe des Priesters, den Charismen Raum zu geben, d. h. die Begabungen und Fähigkeiten anderer zu entdecken, sie zu schätzen und zu fördern und sie schließlich fruchtbar zu machen für das Ganze.
Hierin sehe ich eines der wichtigen Aufgaben als Priester. Freilich ist dieser Anspruch schwer zu erfüllen, darum sehe ich es auch als Lebensaufgabe an, daran zu arbeiten und diesem „Idealbild“ ein Stück näher zu kommen.

So hoffe ich mich bei Ihnen wohlfühlen zu können, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich hoffe auf viele frohe Stunden, auf viele Begegnungen und auf ein gutes Miteinander. Damit ich immer mehr und immer wieder neu lerne „Priester zu werden“. Priester mit Ihnen und für Sie.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Michael Gräf, Kaplan.