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XX. Weltjugendtag

Tage der Begegnung mit Jugendlichen aus Rennes

in der Pfarrei Mariä Opferung Poxdorf vom 11. – 15. Aug. 2005

Ein Tagebuch:

Donnerstag, 11.8.2005

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Heute zwischen 14.00 h und 17.00 h sollen unsere Gäste aus Rennes eintreffen.

Ab Mittag beginnt das Warten auf den Telefonanruf. Wann werden sie kommen? Werden alle Gäste mitkommen? Wie werden wir uns verständigen?

Viele Fragen beschäftigen die Gasteltern und die Organisatoren. Auf die Antworten müssen wir noch ein Stück warten. Zwar wird uns die Ankunftszeit mit ca. 15.45 h durchgegeben, doch auch um 17.00 h sind sie noch nicht da. Hoffentlich ist nichts passiert! Oft recken sich die Hälse der Gastgeber Richtung Kersbach, doch wieder ist es nur ein Linienbus oder Lkw und kein Reisebus aus Rennes. Nervöses Telefonieren beginnt und dann die erhoffte Auskunft: Die Gäste sind in Heroldsbach angekommen und eine Viertelstunde später steht der Bus vor dem Pfarrheim. Zehn junge Franzosen steigen bepackt mit Rucksäcken, Schlafsack und Iso-Matte aus.

„Die sehen ja ganz nett aus!“, so der allgemeine Eindruck, eine Einschätzung, die sich im Laufe der nächsten Tage als deutlich untertrieben herausstellen wird.

Wir bitten sie ins Pfarrheim, bieten etwas zum Trinken an und beschnuppern uns ein bisschen. Die Französischkenntnisse von Herrn Dr. Heiner sind am ersten Tag sehr hilfreich und so sind schnell die ersten organisatorischen Fragen abgehandelt und die Gäste jeweils zu zweit auf die fünf Gasteltern aufgeteilt. Der Wunsch der Franzosen, am ersten Tag nach gut 1.000 km Fahrt um 20.00 h noch einen Gottesdienst in Effeltrich zu feiern, überrascht und beeindruckt uns schon sehr. „Werden wir fünf Tage in der Kirche verbringen?“ Vielleicht beschäftigt auch diese Frage den einen oder anderen Gastgeber.

Freitag, 12.8.2005

Weltjugendtag 2005
Weltjugendtag 2005
Der Tag beginnt wie der vorherige endete mit einem Gottesdienst in Effeltrich. An diesem Freitag wird bundesweit der „Tag des sozialen Engagements“ begangen. Wir treffen uns nach der Messe um 10.00 h im Pfarrheim in Poxdorf. Viele Poxdorfer Jugendliche haben wir angesprochen und gebeten teilzunehmen. Und es ist toll, dass neben den französischen Gästen auch zirka 15 Poxdorfer eintreffen. Die Tage der Begegnung tragen ihren Namen zu Recht. Zwei unterschiedliche Projekte wollen wir durchführen. Zum einen soll die Weltjugendtagsbrücke, die über einen Graben im neuen Baugebiet zu einem Spielplatz führt, gebaut werden. Zum anderen beteiligen wir uns gemeinsam mit den Effeltrichern und Langensendelbachern an der Ausschilderung eines Weltjugendtagweges. Also teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Unser Gemeinde-referent Hans Zenk betreut die Arbeiten an der Brücke, während der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Alfons Singer, sich mit den Jugendlichen an die Ausschilderung des Weltjugendtagweges macht. Die Verständigung mit unseren Gästen ist anfangs schwierig, doch wenn jeder seine Englischkenntnisse zusammenkratzt geht es schon.

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Das für die Brücke erforderliche Bauholz wurde von der Zimmerei Markus Kaul schon hergerichtet, die Betonfundamente schon Tage zuvor von den Gemeindearbeitern gegossen. Die Jugendlichen helfen beim Aufbau der Brücke mit und bringen schließlich ein Schild daran an, das an den Weltjugendtag erinnern soll. Schön, dass auch unsere Bürgermeisterin, Frau Gunhild Wiegner, die Baustelle besucht.

Der Weltjugendtagsweg beginnt in den einzelnen Ortschaften, die er verbindet, jeweils an der Kirche. Also beginnen wir auch hier mit unserer Ausschilderung. Langsam erkunden wir den Weg Richtung Langensendelbach und markieren den Weg an jeder Kreuzung. Die Jugendbegegnung findet tatsächlich statt, als wir im Wald auf die Gruppe aus Langensendelbach mit ihren tschechischen Gästen treffen. Rasch ist der Vormittag vorbei und alle Jugendlichen aus Poxdorf, Effeltrich und Langensendelbach mit den jeweiligen Gästen treffen sich am Poxdorfer Sportplatz, wo Inge Zwiener zusammen mit fleißigen Helferinnen Biertischgarnituren aufgestellt und eine typisch fränkische Brotzeit hergerichtet hat. Allen schmeckt es gut und es ist schön zu sehen, wie unge-zwungen die jungen Menschen aus verschiedenen Ländern miteinander umgehen. Plötzlich ist auch ein Fußball da und es ist kein Wunder, dass bei diesem beliebten Sport leicht Brücken zu schlagen sind. Nur die Behauptung der Franzosen, sie wären die besten Fußballer, kann nicht unwidersprochen hingenommen werden und so wird spontan für Sonntagabend ein kleines internationales Turnier vereinbart. Nach dem Mittagessen stellen die französischen Gäste am Waldrand noch eine Bank auf, damit man beim Begehen des Weltjugendtagsweges auch eine Rast einlegen kann. Beim anschließenden Kaffeetrinken stellen wir fest, dass die Franzposen ein geselliges Völkchen sind.

Den Abschluss des Tages bildet die Dekanatsveranstaltung in Forchheim ab 19.00 h. Wir fahren mit den Autos bei schönem Wetter los, doch als der Gottesdienst am Rathausplatz beginnen soll, geht ein Unwetter nieder und vertreibt uns in die nahe gelegene Martinskirche. Diese dürfte schon lange nicht mehr so voll gewesen sein und der Gottesdienst, der von der Band „Seine Freunde“ musikalisch gestaltet wird, vermittelt Lebensfreude pur. Die Projekte des Tages aus allen teilnehmenden Pfarreien des Dekanates werden vorgestellt und man fühlt sich gleich als ein Teil eines größeren Ganzen. Später hört der Regen auf und auf dem Rathausplatz herrscht tolle Stimmung mit der Band „Audio Crime“. In der Marienkapelle begeistert die Gruppe „Stormy Water“ mit neuen geistlichen Liedern und Gospels. Wer eher Ruhe und Kontemplation sucht, findet dies im Katharinenspital bei Taize-Gesängen. Gegen 23.00 h endet das Fest und dass eine Autobatterie den Geist aufgibt, kann uns die gute Stimmung nicht vermiesen.

Samstag, 13.08.2005

Weltjugendtag 2005
Weltjugendtag 2005
Diesen Tag wollen wir ruhig angehen, steht doch am Nachmittag und Abend das große Fest in Bamberg auf dem Programm. Der morgendliche Gottesdienst wird wieder zusammen von unserem Diakon Norbert Naturski und dem französischem Pfarrer Pater Cuet in unterschiedlichen Sprachen zelebriert. Wir verstehen zwar nicht, was der französische Priester sagt, doch es erweist sich als Vorteil, dass die katholische Liturgie auf der ganzen Welt gleich ist und die warmherzige Ausstrahlung des Paters Cuet wirkt auch ohne Worte. Nach dem Mittagessen in den Gastfamilien geht es für unsere Gäste mit dem Bus nach Bamberg. Wir werden später mit dem Auto nachkommen. Bamberg, diese wunderschöne aber doch auch ein wenig verschlafene Stadt, soll einen Tag erleben, den sie so schnell nicht vergessen wird. Tausende von jungen Menschen ziehen mit ihren Fahnen und Gesängen durch die Innenstadt und verbreiten gute Stimmung. In den Kirchen finden nachmittags verschiedenste religiöse Angebote statt, doch den Höhepunkt stellt die Abschlußfete auf dem Domplatz dar, wo ab 21.00 h die Band

„Los Chicolores“ auftritt. Über 10.000 Menschen versammeln sich dort, singen, tanzen und feiern getreu dem Motto des Tages: „Bamberg – here we are“. Auch die
Weltjugendtag 2005
Weltjugendtag 2005
anwesenden Bischöfe können sich der tollen Stimmung nicht verschließen und bewegen sich auf der Bühne im Rhythmus des Bamberger Weltjugendtagsongs, bevor sie den Schlußsegen spenden. Den Abschluß des Tages bildet eine aufwändige Licht- und Tonshow am Bamberger Dom. Unsere Gäste müssen wir anschließend noch in Heroldsbach abholen, da der Bus nur bis dorthin fährt und bei den vielen Menschen ist es kein Wunder, dass sich die Abfahrt verzögert. Doch um 2.00 h liegen auch die französischen Gäste und die Fahrer in ihren Betten.

Sonntag, 14.08.2005

An den Gottesdienst zusammen mit der Effeltricher Pfarrgemeinde schliesst sich ein Essen im Pfarrsaal mit allen Gästen, Gastfamilien, teilnehmenden Jugendlichen und Helfern aus unseren beiden Pfarreien an. Mit Schweinebraten und Klößen wählt das Team um Suki Naturski das richtige Gericht aus, um den Franzosen unsere fränkische Lebensart näher zu bringen. Auch die Bürgermeisterin aus Poxdorf und gleichzeitig VG-Vorsitzende, Frau Gunhild Wiegner, begrüßt die Gäste und überreicht die Wappen aus Effeltrich und Poxdorf als Erinnerungsgeschenke an die Gäste.

Weltjugendtag 2005
Weltjugendtag 2005
Der Nachmittag gehört den Gastfamilien und alle unternehmen etwas mit ihren Gästen, sei es eine Besichtigung Nürnbergs, eine Fahrt in die Fränkische Schweiz oder eine Kutschfahrt. Wichtig ist nur, um 19.00 h wieder da zu sein, denn dann soll ja das Fußballturnier starten. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende, Alfons Singer, fungiert als Organisator und Schiedsrichter des Turniers und als Ergebnis ist festzustellen:

Es hat allen viel Spaß gemacht! Die französischen, tschechischen und deutschen Zuschauer gehen voll mit und verwandeln das Poxdorfer „Waldstadion“ in einen Hexenkessel. Poxdorfer Jugendliche haben flugs noch Erinnerungsurkunden gestaltet, um dem Turnier einen würdigen Abschluss zu verleihen. Nach dem Spiel trifft man sich in der Kneipe „Zum Alten Hufeisen“ und wir können von unseren französischen Gästen lernen, was es heißt, Stimmung zu machen. Sie singen und klatschen und wir lassen uns einfach mitreißen und feiern mit. Spät am Abend überreicht der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats noch Tassen und Krüge mit der Poxdorfer Kirche als Motiv zur Erinnerung an diese wunderschönen Tage der Begegnung.

Montag, 15.08.2005

Nun heißt es Abschied nehmen. Um 8.00 h ist bereits alles gepackt und wir fahren nach Heroldsbach. Dort wird noch mit allen Gästen aus dem Bus noch eine kurze Andacht mit Wurzbüschelweihe und Reisesegen gefeiert. Mit viel Winken und Klatschen aber auch mit einer Träne in den Augen verabschieden wir unsere französischen Gäste aus Rennes, die wir in so kurzer Zeit in unser Herz geschlossen haben. Sie fahren weiter zum eigentlichen Weltjugendtag nach Köln. Die Aussage des Reiseleiters Sylvain, dass schon allein durch den Aufenthalt bei uns die gesamte Reise zu einen unvergesslichen Erlebnis für sie wurde, freut uns und macht uns auch ein bisschen stolz. Auch wir werden unsere Gäste und die schönen Stunden mit ihnen nicht vergessen.

Wir feiern den 20. Weltjugendtag und wenn wir ehrlich sind, gingen die letzten 19 ziemlich spurlos an uns vorbei. Durch die Tage der Begegnung ist der Weltjugendtag auch in Poxdorf angekommen und hat ein Gesicht bekommen, das Gesicht von sechs Mädchen und vier Jungen aus Rennes in Frankreich.

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