Wachsstöcke und KerzenIn den Herbst- und Wintermonaten, wenn bis zur Wintersonnenwende die Tage in Mitteleuropa kürzer und die Nächte länger werden, wird uns die Beleuchtung des Lichts bewusst. Auch in einer Zeit der Elektrizität ist Kerzenlicht gerade zur Winterzeit beliebt geblieben und die Laternen der Kinder zum Fest des Heiligen Martin, die Advents- und Weihnachtszeit sind ohne Kerzenschein kaum vorstellbar. Wachsstöcke können als eine Sonderform von Kerzen bezeichnet werden. Ihr Gebrauch ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. Die KAB hat jedoch diesen schönen alten Brauch, an Lichtmess Wachsstöcke zu verschenken, in den letzten 25 Jahren wieder aufleben lassen. Bezüglich Kerzen und Wachsstöcke spielt der Lichtmesstag, der am 2. Februar gefeiert wird, in der katholischen Kirche eine besondere Rolle. An ihm werden die Kerzenweihe und mancherorts Lichterprozessionen durchgeführt. Von den geweihten Kerzen erwartete man vor allem in früherer Zeit eine Unheil abwendende Wirkung, etwa von der Wetterkerze. Der Lichtmesstag war aber zugleich auch der Tag des bäuerlichen Dienstbotenwechsels. An diesem Tag war es Brauch, dass der Magd vom Knecht ein Wachsstock als Dankgeschenk fürs Bettenmachen bzw. fürs Strohsackaufschütteln gegeben wurde. Die Mädchen bewahrten die kunstvoll gelegten und reich verzierten Wachsstöcke im Aussteuerschrank oder in einer Truhe zwischen den Leinwandbahnen und Flachssträngen auf. Dass es besonders auch diese wunderschönen Gebilde aus Bienenwachs waren, welche die Aussteuer einer jungen Frau besonders bereicherten, ist heute kaum mehr vorstellbar.
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