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Spiritualität

Zen-Meditation

Zen-Meditation oder Zazen (Sitzen in Stille) bedeutet: aufrecht sitzen, auf den Atem achten, in der Haltung des Hörens bleiben. Wir üben mit dem Ziel, Schritt für Schritt das eigene Leben bewusst, aktiv und wach zu gestalten, mehr innere Ruhe, Klarheit und Lebensfreude zu finden und zur Harmonie mit der eigenen Lebensaufgabe zu gelangen. Dies kann zu einer Vertiefung der Beziehung zu Gott führen.

Angebote in der Pfarrei St. Heinrich

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  • Meditationsgruppe
    dienstags um 20.15 Uhr (außer in den Schulferien)
    in der Krypta (Eingang vom Kosbacher Weg)
    2 x 25 Minuten Zazen

  • Übungsnachmittag
    bei Bedarf an einem Sonntag um 14.30 Uhr
    in der Krypta (Eingang vom Kosbacher Weg)
    6 x 25 Minuten Zazen
    Nächster Termin: 
    zurzeit keine Termine festgelegt

  • Einführung in die Zen-Meditation
    umfasst zwei Abende, im Herbst 2016
    Inhalt: Geschichte des Zen, Anleitung zum Sitzen und zum Umgang mit den Gedanken beim Sitzen, Zazen von 10 bis 25 Minuten
    Termine:
    noch nicht festgelegt, wahrscheinlich im Oktober
    in der Krypta (Eingang vom Kosbacher Weg)

Die aktuellen Termine der verschiedenen Angebote finden Sie hier.

Was ist "christliches" Zen?

Prägend für diesen Begriff ist Pater Hugo Enomiya-Lassalle SJ. Seit 1929 war Lassalle für den Jesuiten-Orden in Japan als Missionar tätig. Er fühlte sich von der Kultur und Religion seines Gastlandes angezogen und fand bald zum Zen-Buddhismus. Als Theologe nahm er sofort die Ähnlichkeiten mit christlicher Mystik wahr. Seit 1943 übte er sich intensiv in der Zen-Praxis und hielt gemeinsam mit Zen-Mönchen Vortragsreihen. 1962 sprach er auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom über neue Formen von Seelsorge und Liturgie.

Anders als bei anderen Vermittlern des Zen-Buddhismus in den Westen (z. B. Daisetz Teitaro Suzuki), lag sein Schwerpunkt auf den Gemeinsamkeiten zur christlichen Mystik. Diese sucht vornehmlich die mystische Erfahrung der unio mystica mit Gott.

Wie kommt Zen in ein bayrisches Franziskanerkloster?

Pater Lassalle SJ kam bei seinen Deutschlandbesuchen auch mit Pater Viktor Löw OFM aus Dietfurt zusammen und die beiden entwickelten die Vision eines Meditationshauses, wo Menschen diese Lassalle'sche Interpretation des Zen-Weges vermittelt wird. 1977 war es so weit, dass das Meditationshaus Dietfurt eröffnet werden konnte. Für viele Menschen ist Dietfurt ein Ort der Begegnung von westlicher und östlicher Spiritualität geworden.

Wie läuft ein Zen-Meditationsabend in St. Heinrich ab?

Pfarrer Osberger begründete den Meditationskreis im Oktober 2006 in St. Heinrich. Er leitete vor der Übernahme der Pfarrei St. Heinrich Einführungs- und Aufbaukurse in Zen im Meditationshaus des Franziskanerklosters Dietfurt.

Unsere Praxis des Zen, wie wir sie in die christliche Spiritualität übernommen haben, hat zwei Pole: Da ist erstens die konkrete Übung – alle Gedanken, Gefühle, Vorstellungen, Bilder zu lassen, einfach zu sitzen und sich immer neu dem "nackten Sein" hinzugeben. Und da ist zweitens die Einordnung der mystischen Erfahrung in unsere christliche Lehre, d. h. sie zu verankern in den Grundwahrheiten des christlichen Glaubens.

Der Ablauf ist wie folgt: Nach einem kurzen Vortrag drehen sich die Teilnehmer zur Wand und sitzen eine Einheit im Schweigen. Man kann auf einem Meditationskissen oder -bänkchen oder auf einem Stuhl sitzen. Dann wird wieder die Glocke angeschlagen und alle gehen langsam und achtsam eine Runde in der Krypta. Anschließend folgt die zweite Sitzeinheit, wieder 25 Minuten. Danach erfolgt die Verabschiedung, mit der Zeremonie des sogenannten Abendrufs: 
"Ich möchte euch dies eine vor Augen führen: Schwerwiegend ist die Frage nach Leben und Tod.
Die vergänglichen Dinge schwinden rasch dahin. Seid daher stets wachsam, niemals nachlässig,
immer aufmerksam."

Und was bringt mir das?

Durch das Sitzen im Schweigen wird man sich seines ständigen inneren Monologs bewusst, und mit der Zeit werden die "wirren" Gedanken weniger. Die dann langsam einkehrende Ruhe führt zur inneren Stille, in der man, christlich gesprochen, Gottes leise Stimme vernehmen kann. Die wachsende Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt lässt uns dann die gestrigen Sorgen "gestern" sein und die morgigen Sorgen kommen erst "morgen".

Hat es Sie neugierig gemacht?

Dann kommen Sie doch dienstags nach St. Heinrich in die Krypta, wir beginnen um 20.15 Uhr. Bitte ziehen Sie bequeme Kleidung an und bringen Sie dicke Socken und evtl. ein Kissen zum Sitzen mit. Wir würden uns freuen, wenn wir Ihr Interesse geweckt haben und wir uns bei einem der Meditationsabende sehen würden.

Gerd Arnold (Tel. 430831)